Turn 3: Jealous
- in der Nacht -
Anja wälzte sich in ihrem Bett hin und her.
„Nein… alles ist… so dunkel… ich falle… warum nur? Es ist... meine Schuld...“
Plötzlich fuhr sie erschocken hoch - sie war aufgewacht.
„Ah… oh nur ein Traum…“ Sie vergrub ihr Gesicht in die Hände und stöhnte.
((Das war so real... aber ich erinnere mich nicht mal, was passiert ist. Als wäre es einfach nur ein Gefühl.))
Sie legte sich wieder hin und deckte sich vorsichtig zu.
((Nur ein Albtraum...)) Versuchte sie sich zu beruhigen. Bereits Sekunden später schlummerte sie bereits friedlich weiter.
„Chrr…chrr… Basti-Schatzi… chrr…chrr…“ Dabei lief etwas Sabber aus ihrem Mund.
- am Morgen -
„Du kommst zu spät zur Schule, Anja…ANJA!“
Das Mädchen flog fast von ihrem Stuhl, während sie am Schreibtisch ihr Deck bearbeitete.
„Ja doch, ich beeile mich ja…“ Dabei verzog sie grimmig das Gesicht. ((Muss die immer so nerven?))
Kurz darauf stürmte die Treppe runter und zog sich eine Jeansjacke an.
„Wenn du nicht in zehn Sekunden losgehst, bring-ich-dich-zur-Schule.“ Bellte ihre Mutter, während Anja panisch den kleinen Flur entlang rannte. Dabei stemmte die an der Haustür wartende Frau ihre Hände in die Hüften und schüttelte ihren dunkelblond gelockten Kopf.
„Bloß nicht!“ Jammerte ihre Tochter kleinlaut, war sogleich aus der Tür verschwunden und hechtete zur Gartentür.
- später -
Es waren nur wenige Autos an diesem frischen, schönen Sommertag unterwegs.
Alleine lief sie auf dem Bürgersteig entlang und war im Gedanken versunken.
Nick, der sie sonst immer begleitete, war heute beim Arzt, da er am Morgen durch das Fenster seines Zimmers gefallen war - vier Meter in die Tiefe. Doch das Glück ist immer mit den Dummen, er kam heil davon. Trotzdem musste er auf innere Verletzungen untersucht werden.
((So ein Depp, was passt der auch nicht auf?!)) Dachte sie genervt. ((Immer nur Ärger mit dem!))
Niedergeschlagen gesellte sie sich zu einer Gruppe von Menschen, die an einer Ampel warteten. Noch hatten die Autos freie Fahrt.
((Ich hoffe, ich hab in Deutsch wenigstens noch ne zwei. Ich meine...))
Wütend dachte sie an ihren Lehrer, der alles unternahm, um ihre Noten in den Keller zu bringen.
„...eins…“
((Nein, eine zwei würde mir schon reichen.)) Meinte sie bescheiden zu sich selbst.
„Nanu?“ Wunderte sie sich plötzlich. ((Woher kam diese Stimme in meinem Kopf?))
Die Autos hielten an und die Passanten gingen über die Straße. Anja folgte ihnen zögerlich in der Annahme, sie hätte sich das alles nur eingebildet.
„...wir sind eins...“ Flüsterte die Stimme der Frau, die sie in ihrer Vision gesehen hatte.
Erschrocken blieb Anja mitten auf der Straße stehen und drehte sich hin und her, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.
„Wer... was?“ Murmelte sie.
Die Gebäude um sie herum waren verzerrt und wuchsen. Anja hielt sich mit einer Hand die Stirn und stolperte einen Schritt vorwärts. Ihr wurde schwarz vor Augen.
Als sie wieder etwas sehen konnte, stand sie an jener Klippe, die sie schon am gestrigen Tag gesehen hatte. Ihr Herz schlug schneller.
„Wieder hier.“ Brachte sie verängstigt hervor und ging einen Schritt näher an den Abgrund heran.
Sie bemerkte die Stadt und das Schloss, doch diesmal machte alles einen friedlichen Eindruck, überall rauchten Schornsteine aus altertümlichen Gebäuden. Keinerlei Spuren von Tod und Zerstörung.
Das prunkvolle Schloss erstrahlte im Licht der Sonne. Seine vier Seitentürme markierten je das Ende eines Flügels, aufgebaut war es in Form eines Kreuzes.
Der große Turm in der Mitte war mit einem riesigen Banner geschmückt, auf dem ein Kristall im Hintergrund und drei Schwerter, die sich kreuzten, abgebildet war.
„Schön...“ Das Mädchen war vollkommen fasziniert von diesem Anblick. Dabei vergaß sie sogar ihre Angst.
Neugierig drehte sie sich um und bemerkte, dass sich auch ihr direktes Umfeld verändert hatte.
Zwar war das Gestein nach wie vor gelblich, genau wie der Sand, doch nun wuchsen einige prachtvolle Pflanzen um größere Steine herum.
Eine kleine Eidechse krabbelte kurz an Anja vorbei, was sie zum Kichern brachte.
Alles machte einen lebendigeren Eindruck.
Anja ging zu einem knorrigen Strauch, der bei einem sehr großen Felsen wuchs. An ihm befand sich nur eine Blüte, mit roten Blättern und gelbem Zentrum. Das blonde Mädchen bückte sich und roch dran, doch zu ihrer Enttäuschung war die Pflanze geruchlos.
((Hmm kann das Zufall sein, dass ich schon wieder hier bin? Werde ich langsam verrückt? Aber dieser Anblick... das ist alles so real.)) Sie starrte zurück zum Rand der Klippe, über das Schloss hinweg. ((Will mir diese seltsame Frau etwas mitteilen?))
Doch ein lautes, in den Ohren schmerzendes Geräusch riss sie aus ihren Gedanken.
Anja fand sich wieder auf der Straße vor.
Direkt vor ihren Füßen hatte ein gelbfarbener Lamborghini angehalten. Der Fahrer hupte wie ein Verrückter und blickte aus dem Fenster.
„Hey du S******e, beweg deinen Arsch! Die Ampel ist grün!“
Damit schreckte sie aus ihrer Trance endgültig hoch.
„Entschuldigung…“ Murmelte sie abwesend und lief schnell zur anderen Seite, wo ein paar Schaulustige auf sie warteten.
„Dumme Kuh!“ Rief ihr der Fahrer hinterher und setzte eine Sonnenbrille auf, um dann kräftig Gas zu geben.
Hurtig lief Anja den Bürgersteig entlang und rempelte dabei wahllos Fußgänger an, die sie anmeckerten. Davon bekam sie jedoch nichts mit, denn sie versuchte, das Geschehe einfach nur zu verdrängen.
((Das ist so absurd... nein, ich bin nicht verrückt!)) Redete sie sich selbst ein.
- später in der Schule -
Obwohl sie es nicht wollte, musste Anja während dem Unterricht dauernd an ihre zwei Visionen, wie sie sie nannte, denken. Immer wieder kamen Fragen in ihr hoch, auf die sie keine logische Antwort wusste.
Die Angst, verrückt zu sein, zerfraß sie förmlich. Ihre Mitschüler dachten das sowieso schon von ihr, aber dass sie nun sogar noch Recht haben könnten, machte Anja tierisch wütend.
Da sie so aufgewühlt war, bekam sie vom Schulstoff überhaupt nichts mit.
Erst, als der Hausmeister in der Hofpause auf dem Schulgelände eine Ankündigung machen wollte, wurde sie abgelenkt.
Alle Schüler hatten sich vor der Schule versammelt und sahen zu dem kleinen, buckeligen Mann, der auf der Grenze zur Wiese stand.
Anja hüpfte nervös hin und her.
„Ich habe eine gute Nachricht für euch.“ Brummte der glatzköpfige Hausmeister mürrisch. „Die Direktorin hat durchgesetzt, dass ihr euch während der Hofpause duellieren könnt.“
Kurz schwiegen alle, bis die Schüler im Chor losjubelten.
Anja starte auf den rotbraunen Sandboden unter ihren Füßen und freute sich.
„Aber nicht auf dem Rasen!“ Schnauzte er und stampfte an den Schülern vorbei.
Reflexartig sah Anja hinüber zu einem Abgrenzzaun weit weg vom Schulgebäude, wo ein vereinzelter Baum und abseits eine Bank standen. Dort sah sie Bastian, der sie ebenfalls bemerkte. Beide tauschten verschmitzte Blicke aus, was Tatjana sofort missgünstig beobachtete. Sie unterhielt sich gerade mit ein paar Freundinnen, etwas weiter weg von Bastian.
Doch diese wichen plötzlich zur Seite, weil ein stämmiger, junger Mann auf Tatjana zuschnellte.
((Nanu?)) Anja beobachtete die Szene neugierig, doch ein Pieksen direkt in ihre Hüften ließ sie hochschrecken.
„NICK!“ Schrie das Mädchen furchtbar wütend und drehte sich im gleichen Atemzug um.
Der große Kerl grinste belustigt und piekte seine Zeigefinger noch mal in ihre Hüften, wodurch er sich sofort eine saftige Ohrfeige fing.
„Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst das lassen?!“ Maulte die Schülerin ihn an, während sich Nick mit Tränen in den Augen die Wange rieb. „Immerhin scheint’s dir gut zu gehen...“
„Hehe... hab nicht mitgezählt. Oh ja, die Ärzte sagten, ich sei in Topform. Als wäre ich nie aus dem Fenster gefallen.“
„Das lässt sich leicht ändern...“ Gab sie mürrisch von sich. „Wer ist das da?“
Sie zeigte mit dem Finger rüber zu dem dunkelblonden Muskelpaket, das sich anscheinend mit Tatjana stritt.
„Das ist Tatjana...“ Gluckste Nick stolz. Anja trat daraufhin genervt gegen sein Schienbein.
„Ich meinte den Kerl, du Dummkopf!“
„Ach so... ich glaub das ist... äh wie war sein Name...“ Anja verzog ihre Augen und wartete auf eine gescheite Antwort.
„Ich hab’s!“ Lachte Nick triumphierend. „Das ist Frank, Tatjanas Ex-Freund.“
Beide sahen sich den großen Typen genauer an. Er trug ein rotes Muskel-Shirt, dazu eine schwarze Trainingshose. Bastian mischte sich in das Gespräch ein und schien lauter zu werden, da sie seine Stimme bis hierher hörten.
„Öh, lass mal näher rangehen, ich will wissen was da los ist!“ Forderte das blonde Mädchen ihren großen Freund auf und ging langsam an anderen Schülern vorbei, auf die Streitenden zu.
„Muss das sein?“ Rief Nick ihr kleinlaut hinterher.
Sie machte auf dem Absatz kehrt und guckte ihn bedrohlich an. „JA!“
Geschockt von ihren Schlitzaugen und der gebeugten Körperhaltung, huschte Nick zu ihr.
((Nicht noch mehr blaue Flecken.)) Jammerte Nick im Gedanken und stand neben Anja. „Dann mal los!“ Meinte er gespielt fröhlich.
((Recht so, fürchte mich, du Wurm!)) Lachte Anja böse in sich hinein und schlug ihre Faust in die andere Hand.
Beide näherten sich den drei Hauptpersonen des Streits und wurden Teil einer Traube aus Schülern, die sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen ließen.
„Los du feige Sau, zeig’s mir! Was hast du zu verlieren, du ach-so-toller Checker?!“ Brüllte der Muskelprotz und haute seinen Zeigefinger in Bastians Brust, welcher jedoch nicht nachgab.
„Mach dich nicht lächerlicher als du sowieso schon bist.“ Meinte dieser ernst. „Ich muss mich nicht mit dir duellieren. Und schon gar nicht um Tatjana.“
Völlig perplex sah Anja den rothaarigen Bastian daraufhin an, doch er beachtete sie nicht. Gleichzeitig brach Tatjana in schwärmerisches Gekicher aus.
„Oh bitte, bitte, bitte Basti, das wäre sooooooooooooo romantisch. Du kämpfst um deine Traumfrau.“ Meinte sie und schmiegte sich an seinen Arm, wobei ihre schwarze Haarpracht durch die Luft glitt.
((Albtraumfrau meinst du wohl.)) Korrigierte Anja sie miesepetrig im Gedanken. Aber irgendwie gefiel ihr die Idee mit dem Duell.
„Hey Bastian, das wäre doch der ultimative Liebesbeweis.“ Rief sie ihm scheinheilig zu. „Im Mittelalter haben Ritter auch um das Herz einer Maid gekämpft. Jemand mit deinem Können kann doch gar nicht verlieren...“
„Halt du dich da raus, Dumpfbacke!“ Fauchte Frank sie an.
„Wa-?“
„Ich hab ihn über dich aufgeklärt, Anja.“ Nuschelte Tatjana zuckersüß mit dem Blick einer falschen Schlange.
Wütend verschränkte Anja ihre Arme und schnaubte. ((So ein Trottel, ich will ihm doch nur helfen! Wie ich Tatjana kenne, würde sie sich sicher sofort dieses Erbsenhirn schnappen, sollte der Basti besiegen. Immerhin schießt sie dauernd irgendwelche Kerle für bessere in den Wind. Und das kann mir nur recht sein!)) Finster grinsend sah sie von Frank zu Bastian.
„Also schön, ich mache es...“ Meinte der Rotschopf und erntete von allen Schülern herum Applaus und Jubel. „Allerdings nur unter der Bedingung, dass du im Falle meines Sieges nie wieder mich oder Tatjana belästigst.“
„Geht klar. Aber gewinne ich, gehört die Puppe mir.“ Meinte Frank selbstsicher. Tatjana runzelte dabei allerdings angewidert die Stirn.
„Hehe... so verzweifelt, dass er sich um eine Freundin duellieren muss.“ Gluckste Nick neben Anja.
„Halt den Rand, du Spatzenhirn! Immerhin rennen die Frauen vor ihm nicht gleich aus Prinzip davon...“ Fauchte Anja und stieß ihren Ellbogen in seine Rippe.
„Du bist so gemein...“
„Ich weiß!“ Stolz schwellte Anja ihre Brust. Dabei sah sich schmachtend ihr Zielobjekt an, welches zusammen mit Frank auf Duellposition ging.
„Bist du bereit?“ Fragte der.
„Sicher!“ Schrie Bastian und die Dueldisk der beiden klappten aus.
[Bastian: 4000LP Frank: 4000LP]
„Der Herausforderer fängt an!“ Brüllte Frank und zog mit einem Satz gleich sechs Karten.
„Ein Monster als Verteidigung! Dann mach mal weiter, du Weiberheld.“
Vor seinen Füßen lag eine Karte horizontal, mit dem Kartenbild nach unten.
„Hab ich grad Weiberheld gehört? Wohl sauer, dass Tatjana dich nie rangelassen hat, was?“ Einige Schüler prusteten laut los, darunter auch Nick.
„Schnauze, ihr Idioten!“ Keifte der rot gewordene Riese.
Das Gelächter verstummte, doch Anja beschäftigte etwas ganz anderes.
((Da hat er ja wirklich einen tollen Zug hingelegt. Wenn seine Duellkünste seiner Intelligenz entsprechen, kann ich Bastian gleich abschreiben!)) Säuerlich musterte sie Bastian, der nun am Zug war.
„Ich aktiviere Die Zuflucht im Himmel!“
Großes Erstaunen machte sich breit, als Wolken aus dem Boden schwebten und das Spielfeld umrundeten. Über ihren Köpfen schwebte ein prachtvolles Steinschloss, das einen gewaltigen Schatten auf das Spielfeld warf und es verdunkelte.
„Vol-le Pow-er Bas-ti Schatz-i, als Be-loh-nung gibt’s ein Schmat-zi.“ Tatjana hüpfte mit giftgrünen Pompons, passend zu ihrer Augenfarbe, hin und her. Dabei machte sie Purzelbäume und wiederholte ihren Spruch.
„Ach du - seit wann haben wir Cheerleader?“ Kreischte Anja völlig entsetzt von der Darbietung. „Und dann auch noch so schlechte?“
„Weiß nicht.“ Meinte Nick mit den Schultern zuckend.
„Bas-ti-an, Bas-ti-an, seht her was er alles ka’n.“ Brabbelte sie und bewegte sich dabei wie eine Schlage.
Die Zuschauer gaben keinen Mucks von sich und starrten sie an. Selbst die beiden Duellanten blickten peinlich berührt weg.
„Nicht gut?“ Fragte sie niedergeschlagen in die Menge und ließ sich hängen. Alle nickten.
„Gut, dann hör ich eben auf.“ Versprach sie grimmig und die Schüler atmeten synchron auf.
„Wo waren wir? Ach ja, ich bin noch am Zug.“
Bastian suchte eine Karte aus seinem Blatt hervor und legte sie behutsam auf die Dueldisk.
„Ich beschwöre Sendbote der Schöpfung - Venus (ATK/1600)!“
Elegant gleite ein blonder Engel herab und brachte die Menge zum Staunen.
„Hehehehehehehehe...“ Lachte Nick verschmitzt starrte auf die Oberweite des Monsters.
Anja bemerkte dies missmutig und schlug ihm auf den Hinterkopf.
„Hör auf, das Hologramm anzugaffen!“ Schnauzte sie ihn lauthals an.
„Immerhin gibt’s bei ihr mehr zu sehen als bei dir-“ Doch weiter kam er gar nicht, da Anja ihn wutentbrannt in den Schwitzkasten genommen hatte und ihr Knie in sein Gesicht rammte.
„Hast du was gesagt?!“ Schrie sie wie eine Furie und warf ihn auf den Boden.
*hust* „Nein...“ Kläglich lag er da und wagte es nicht einmal aufzustehen.
Anja schielte zufrieden auf ihn herab und bemerkte gar nicht, wie die umstehenden Schüler einige Schritte zurückwichen.
„Macht weiter Jungs.“ Strahlte sie die beiden überraschten Duellanten an und winkte.
„Äh ja...“ Sprach Bastian völlig aus dem Konzept gebracht. ((Man, Tatjana hatte Recht mit Anjas Wutanfällen...))
„Ich benutze den Effekt meiner Venus und zahle dreimal 500 Lebenspunkte, um insgesamt drei Kugeln des mystischen Scheins (ATK/500) von meinem Deck zu rufen!“
[Bastian: 2500LP Frank: 4000LP]
Drei strahlende Kugeln umkreisten Venus nun.
„Los, vernichte sein verdecktes Monster!“ Befahl Bastian seelenruhig seinem Engel.
Die Schönheit faltete ihre Hände und schoss aus deren Mitte einen dünnen Lichtstrahl auf die verdeckte Karte Franks. Aus genau dieser sprang jedoch ein muskulöser Mann hervor, der einen gewaltigen Schild vor sich hielt, welcher dem Angriff standhielt.
„Mit Großschild-Wache (DEF/2600) ist nicht zu spaßen. Das kostet dich jetzt eine Menge Lebenspunke!“
Doch Bastian erhob Einspruch. „Leider nicht ganz. Die Zuflucht im Himmel verhindert Kampfschaden, den eine Fee im Kampf erleidet.“
„Das kann nicht-“ Geschockt sah Frank mit an, wie sich der Effekt seiner Großschild-Wache nun aktivierte.
„Die wird doch immer in den Angriffsmodus gewechselt, wenn sie angegriffen wurde.“ Meinte Tatjana von hinten und strahlte über beide Backen.
Großschild-Wache (ATK/100)
„Lächerliche 100 Angriffspunkte... damit werden selbst meine Kugeln des mystischen Scheins fertig! Los!“
Die erste Kugel schoss auf den langhaarigen Wächter zu und bohrte sich durch ihn hindurch, womit er zersprang. Ihre Kollegen flogen Seite an Seite auf Frank zu und glitten durch ihn hindurch, wo sie auf der Stelle Kehrt machten und als Trio zu Venus zurückkehrten.
[Bastian: 2500LP Frank: 2600LP]
„Hey, sie sind fast wieder gleichauf!“ Meinte Nick, der sich aufrappelte und wieder neben Anja hinstellte, mit verbeultem Gesicht.
((Das ist gar nicht gut!)) Fluchte Anja in ihren Gedanken und trat Nick gegen sein Schienbein, worauf dieser auf einem Bein hüpfte und sein anderes mit beiden Händen festhielt.
„Ich werde dir noch eine Falle stellen.“ Meine Bastian gerissen und ließ eine verdeckte Karte vertikal vor sich erscheinen. „Na dann zeig mal, ob du Tatjana wirklich verdient hast!“
„Ich ziehe!“ Rief Frank außer sich und spielte die Karte sofort aus.
„Damit haue ich dich kurz und klein! Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/500)!“
Ein Mann mit weißer Kopfbedeckung erschien an Franks Seite. Auf seinem Rücken befand sich eine Vielzahl von Schwertern, Äxten und anderen Waffen. Sein Anblick war wirklich erstaunlich, besonders sie lauernde Körperhaltung. Anja ahnte Böses.
„Nun, Ben Kei ist im Umgang mit Waffen ein wahres Ass. Ich werde ihm diese nun liefern...“ Sagte Frank finster dreinblickend. „Als erstes kommt das Schwert der Legende, das seine Punkte um 300 erhöht.“
Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/ von 500 zu 800)
In seinen Händen erschien ein langes, schlichtes Schwert.
„Dazu kommt Fusionsschwert Murasame-Klinge, was noch mal 800 Punkte mit sich bringt!“
Seine linke Hand verwandelte sich in ein gewaltiges Katana, das unheimliche Impulse von sich gab.
Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/ von 800 zu 1600)
„Ich finde, da geht noch mehr.“ Lachte er böse. „Drachenseelenschwert, was wieder 700 Punkte mehr bedeutet!“
Dieses Mal erschien die gezackte Klinge auf Ben Keis Rücken, neben den anderen Schwertern.
Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/ von 1600 zu 2300)
„Oh man, das ist aber echt die Härte.“ Meinte Nick, der von den vielen Ausrüstungszauberkarten ganz verwirrt war.
„Eine letzte habe ich noch...“ In Franks Augen funkelte etwas. „Kettenschwert! Sie stärkt mein Monster auf eine ganz andere Weise.“
Um Ben Keis ganzen Körper schwang sich eine dünne Kette, welche ziemlich scharf aussah. Ben Kai nahm den Griff des Schwertes in die Hand, in der er schon das legendäre Schwert hielt. Die neue Waffe musste eine Art Peitsche sein, dachte Anja davon angetan.
„Und wozu das Ganze, wenn du doch keinen Kampfschaden zufügen kannst?“ Wollte Bastian wissen und verzog ironisch lächelnd das Gesicht.
„Pass mal gut auf.“ Wurde er angeknurrt. „Attacke auf seine Monster!“
Ben Kei machte einen Satz nach vorn und schlug mit seiner Katanahand zuerst Venus in Stücke und benutzte dann das Schwert der Legende dazu, die drei Kugeln zu eliminieren.
„Unglaublich!“ Bastian ging vor Entsetzen einen Schritt zurück. „Wie konntest du alle meine Monster vernichten?“
Auf die Frage hin verzog Frank zufrieden das Gesicht. „Das weißt du nicht? Versager...“ Abfällig spuckte er auf den Boden.
„Ben Kei hat die Gabe, für jede ausgerüstete Zauberkarte noch genau ein weiteres Mal anzugreifen. Vier habe ich an ihn ausgerüstet. Also bleibt mir noch ein letzter Angriff und zwar direkt auf deine Lebenspunkte!“
Ehe sich Bastian versah, schwang die scharfe Kette auf ihn zu und glitt von seiner Schulter durch ihn durch. Vor Schreck hielt er seine Arme vors Gesicht.
[Bastian: 200LP Frank: 2600LP]
„Da staunst du, was?“ Brüllte Frank wie ein Löwe. „Und da Ben Kei nun Kampfschaden zugefügt hat, aktiviert sich der Effekt meines Kettenschwerts. Jetzt darf ich für jede andere Ausrüstungszauberkarte einmal ziehen. Macht dreimal insgesamt!“
Schon hatte er sein Blatt um drei neue Karten aufgefrischt. Davon setzte er eine verdeckt, womit seine Zauber- und Fallenkartenzone voll war.
„Fertig!“ Doch seine Augen weiteten sich bei dem Anblick, der sich ihm und den Zuschauern bot.
Drei kleine, weiße Wesen, die aussahen wie weiße Kissen mit roten Fragezeichen als Heiligenschein, flatterten friedlich vor Bastian.
„Wo-wo kommen die denn her?“
„Ich habe unbemerkt die Falle Taktik des Massenangriffs aktiviert!“ Erklärte der Rotschopf zufrieden. „Am Ende des Zuges ruft sie für jedes normale Stufe 2-Monster, das du im Kampf bezwungen hast, ein anderes normales Monster von meinem Deck. Es darf aber die Stufe 2 nicht überschreiten. Aber bei meinen Mokey Mokeys (ATK/300 Stufe 1) ist das kein Problem!“
„Pah! Was können drei schwache Monster schon ausrichten? Du bist verloren, Junge!“ Frank verschränkte zufrieden die Arme.
Ungeachtet dessen, zog Bastian seelenruhig die nächste Karte. Ihn schien es gar nicht zu stören, dass er nur noch wenige Lebenspunkte übrig hatte.
„Ich brauche jetzt die Hilfe von Sendbote der Macht - Mars (ATK/0)!“
Aus einer Feuerbrunst, die aus dem Boden brach, entstieg ein gebräunter Engel im roten Gewand.
„Pahahahaha... Idiot!“ Feixte Frank. „Dieses Teil bekommt nur Angriffspunkte, wenn du mehr Lebenspunkte hast als ich und zudem die Zuflucht im Himmel auf deiner Spielfeldseite liegt.“ Aber Bastian schüttelte belehrend den Kopf.
„Wart doch ab. Ich habe die perfekte Karte, die das Spiel ganz schnell beenden wird.“ Er zog eine dauerhafte Zauberkarte aus seinem Blatt hervor.
„Mokey Mokey-Wutanfall!“
„Die Karte passt zu di…“ Wollte Nick anfangen, doch lag bereits am Boden, ehe er realisiert hatte, was geschah. Anja trat zornesrot auf ihn ein.
„Übst du hier den Zwergenaufstand, oder warum bist du heute so frech?!“ Keifte sie.
„Mars, opfere dich für deinen Herrn!“ Befahl Bastian schnell, um Anja abzulenken. Diese sah nun zu, doch stand mit einem Fuß auf Nicks Kopf und drückte ihn in den Sand.
Der Engel flog mit gespreizten Flügeln auf Ben Kei zu, wurde aber in der Luft durch das Kettenschwert regelrecht in Stücke gerissen.
3 x Mokey Mokey (ATK/ von 300 zu 3000)
Allen Beteiligten außer Bastian stand er Mund offen.
Die drei harmlos wirkenden, quadratischen Feen hatten sich aufgebläht und waren nun größer als Menschen. Dabei hatte sich auch ihre weiße Farbe in ein Knallrot geändert, das Fragezeichen auf ihrem Kopf wurde zu einem Ausrufzeichen.
„Tja, so einfach ist das.“ Meinte Bastian, als wäre es nichts. „Wird eine Fee im Angesicht der Mokey Mokeys vernichtet, sorgt der Wutanfall dafür, dass ihre Angriffspunkte zu 3000 bis zum Ende des Zuges werden. War ja ganz nett mit dir, aber ich denke ich werde Tatjana behalten!“ Strahlte er glücklich und zeigte mit dem Daumen nach unten.
((Das darf nicht passieren!)) Entsetzt trat Anja wieder auf den KO gegangenen Nick ein.
Dabei sah sie zu, wie sich der erste Mokey Mokey einfach auf Ben Kei fallen ließ, und ihn erdrückte.
[Bastian: 200LP Frank: 1900LP]
Als Resultat zersprangen nun die vier Ausrüstungszauberkarten auf Franks Spielfeldseite.
„Es ist vorbei!“ Selbstbewusst sah Bastian in Franks Augen. Immerhin hatte er noch zwei Mokey Mokeys, um direkt anzugreifen.
„Bas-ti-an der Su-per-mann, guckt mal alle was der kann.“
Tatjana hatte wieder angefangen, mit ihren Pompons herumzufuchteln und machte zusätzlich verrückte Kreisbewegungen mit ihrer Hüfte.
Alle starrten sie böse an, doch das interessierte sie nicht.
Derweil war Anja kreidebleich.
((Wie hält der das bloß aus mit der? Ich bin eindeutig die bessere Wahl!)) Ihre Augen wurden ganz groß, als sie Bastian, von allen bejubelt, so ansah.
((Ich will ihn! Mein Schatzzzzzzzz... mein einziger, mein wahrer… mein Schatz… mein, ganz allein mein… Anja Gollum… aber wir dürfen ihn nicht begehren… doch er gehört uns… nein, nein… doch… nein… du kannst dich nicht wehren… unser Schatz… Anja Gollum!)) Sie war wie hypnotisiert. Ihr Mund stand dabei offen, doch keiner bemerkte es. Alle Augen waren auf Bastian gerichtet, der den direkten Angriff auf Frank befahl.
Turn 4: Dark intentions
Mit ihrem albernen Benehmen machte sich Anja nach dem Duell zum Gespött der Schülerschaft. Keiner bemerkte dabei, dass sie von zwei merkwürdigen Personen beobachtet wurden.
Bastians Deckliste
Franks Deckliste
Anja wälzte sich in ihrem Bett hin und her.
„Nein… alles ist… so dunkel… ich falle… warum nur? Es ist... meine Schuld...“
Plötzlich fuhr sie erschocken hoch - sie war aufgewacht.
„Ah… oh nur ein Traum…“ Sie vergrub ihr Gesicht in die Hände und stöhnte.
((Das war so real... aber ich erinnere mich nicht mal, was passiert ist. Als wäre es einfach nur ein Gefühl.))
Sie legte sich wieder hin und deckte sich vorsichtig zu.
((Nur ein Albtraum...)) Versuchte sie sich zu beruhigen. Bereits Sekunden später schlummerte sie bereits friedlich weiter.
„Chrr…chrr… Basti-Schatzi… chrr…chrr…“ Dabei lief etwas Sabber aus ihrem Mund.
- am Morgen -
„Du kommst zu spät zur Schule, Anja…ANJA!“
Das Mädchen flog fast von ihrem Stuhl, während sie am Schreibtisch ihr Deck bearbeitete.
„Ja doch, ich beeile mich ja…“ Dabei verzog sie grimmig das Gesicht. ((Muss die immer so nerven?))
Kurz darauf stürmte die Treppe runter und zog sich eine Jeansjacke an.
„Wenn du nicht in zehn Sekunden losgehst, bring-ich-dich-zur-Schule.“ Bellte ihre Mutter, während Anja panisch den kleinen Flur entlang rannte. Dabei stemmte die an der Haustür wartende Frau ihre Hände in die Hüften und schüttelte ihren dunkelblond gelockten Kopf.
„Bloß nicht!“ Jammerte ihre Tochter kleinlaut, war sogleich aus der Tür verschwunden und hechtete zur Gartentür.
- später -
Es waren nur wenige Autos an diesem frischen, schönen Sommertag unterwegs.
Alleine lief sie auf dem Bürgersteig entlang und war im Gedanken versunken.
Nick, der sie sonst immer begleitete, war heute beim Arzt, da er am Morgen durch das Fenster seines Zimmers gefallen war - vier Meter in die Tiefe. Doch das Glück ist immer mit den Dummen, er kam heil davon. Trotzdem musste er auf innere Verletzungen untersucht werden.
((So ein Depp, was passt der auch nicht auf?!)) Dachte sie genervt. ((Immer nur Ärger mit dem!))
Niedergeschlagen gesellte sie sich zu einer Gruppe von Menschen, die an einer Ampel warteten. Noch hatten die Autos freie Fahrt.
((Ich hoffe, ich hab in Deutsch wenigstens noch ne zwei. Ich meine...))
Wütend dachte sie an ihren Lehrer, der alles unternahm, um ihre Noten in den Keller zu bringen.
„...eins…“
((Nein, eine zwei würde mir schon reichen.)) Meinte sie bescheiden zu sich selbst.
„Nanu?“ Wunderte sie sich plötzlich. ((Woher kam diese Stimme in meinem Kopf?))
Die Autos hielten an und die Passanten gingen über die Straße. Anja folgte ihnen zögerlich in der Annahme, sie hätte sich das alles nur eingebildet.
„...wir sind eins...“ Flüsterte die Stimme der Frau, die sie in ihrer Vision gesehen hatte.
Erschrocken blieb Anja mitten auf der Straße stehen und drehte sich hin und her, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.
„Wer... was?“ Murmelte sie.
Die Gebäude um sie herum waren verzerrt und wuchsen. Anja hielt sich mit einer Hand die Stirn und stolperte einen Schritt vorwärts. Ihr wurde schwarz vor Augen.
Als sie wieder etwas sehen konnte, stand sie an jener Klippe, die sie schon am gestrigen Tag gesehen hatte. Ihr Herz schlug schneller.
„Wieder hier.“ Brachte sie verängstigt hervor und ging einen Schritt näher an den Abgrund heran.
Sie bemerkte die Stadt und das Schloss, doch diesmal machte alles einen friedlichen Eindruck, überall rauchten Schornsteine aus altertümlichen Gebäuden. Keinerlei Spuren von Tod und Zerstörung.
Das prunkvolle Schloss erstrahlte im Licht der Sonne. Seine vier Seitentürme markierten je das Ende eines Flügels, aufgebaut war es in Form eines Kreuzes.
Der große Turm in der Mitte war mit einem riesigen Banner geschmückt, auf dem ein Kristall im Hintergrund und drei Schwerter, die sich kreuzten, abgebildet war.
„Schön...“ Das Mädchen war vollkommen fasziniert von diesem Anblick. Dabei vergaß sie sogar ihre Angst.
Neugierig drehte sie sich um und bemerkte, dass sich auch ihr direktes Umfeld verändert hatte.
Zwar war das Gestein nach wie vor gelblich, genau wie der Sand, doch nun wuchsen einige prachtvolle Pflanzen um größere Steine herum.
Eine kleine Eidechse krabbelte kurz an Anja vorbei, was sie zum Kichern brachte.
Alles machte einen lebendigeren Eindruck.
Anja ging zu einem knorrigen Strauch, der bei einem sehr großen Felsen wuchs. An ihm befand sich nur eine Blüte, mit roten Blättern und gelbem Zentrum. Das blonde Mädchen bückte sich und roch dran, doch zu ihrer Enttäuschung war die Pflanze geruchlos.
((Hmm kann das Zufall sein, dass ich schon wieder hier bin? Werde ich langsam verrückt? Aber dieser Anblick... das ist alles so real.)) Sie starrte zurück zum Rand der Klippe, über das Schloss hinweg. ((Will mir diese seltsame Frau etwas mitteilen?))
Doch ein lautes, in den Ohren schmerzendes Geräusch riss sie aus ihren Gedanken.
Anja fand sich wieder auf der Straße vor.
Direkt vor ihren Füßen hatte ein gelbfarbener Lamborghini angehalten. Der Fahrer hupte wie ein Verrückter und blickte aus dem Fenster.
„Hey du S******e, beweg deinen Arsch! Die Ampel ist grün!“
Damit schreckte sie aus ihrer Trance endgültig hoch.
„Entschuldigung…“ Murmelte sie abwesend und lief schnell zur anderen Seite, wo ein paar Schaulustige auf sie warteten.
„Dumme Kuh!“ Rief ihr der Fahrer hinterher und setzte eine Sonnenbrille auf, um dann kräftig Gas zu geben.
Hurtig lief Anja den Bürgersteig entlang und rempelte dabei wahllos Fußgänger an, die sie anmeckerten. Davon bekam sie jedoch nichts mit, denn sie versuchte, das Geschehe einfach nur zu verdrängen.
((Das ist so absurd... nein, ich bin nicht verrückt!)) Redete sie sich selbst ein.
- später in der Schule -
Obwohl sie es nicht wollte, musste Anja während dem Unterricht dauernd an ihre zwei Visionen, wie sie sie nannte, denken. Immer wieder kamen Fragen in ihr hoch, auf die sie keine logische Antwort wusste.
Die Angst, verrückt zu sein, zerfraß sie förmlich. Ihre Mitschüler dachten das sowieso schon von ihr, aber dass sie nun sogar noch Recht haben könnten, machte Anja tierisch wütend.
Da sie so aufgewühlt war, bekam sie vom Schulstoff überhaupt nichts mit.
Erst, als der Hausmeister in der Hofpause auf dem Schulgelände eine Ankündigung machen wollte, wurde sie abgelenkt.
Alle Schüler hatten sich vor der Schule versammelt und sahen zu dem kleinen, buckeligen Mann, der auf der Grenze zur Wiese stand.
Anja hüpfte nervös hin und her.
„Ich habe eine gute Nachricht für euch.“ Brummte der glatzköpfige Hausmeister mürrisch. „Die Direktorin hat durchgesetzt, dass ihr euch während der Hofpause duellieren könnt.“
Kurz schwiegen alle, bis die Schüler im Chor losjubelten.
Anja starte auf den rotbraunen Sandboden unter ihren Füßen und freute sich.
„Aber nicht auf dem Rasen!“ Schnauzte er und stampfte an den Schülern vorbei.
Reflexartig sah Anja hinüber zu einem Abgrenzzaun weit weg vom Schulgebäude, wo ein vereinzelter Baum und abseits eine Bank standen. Dort sah sie Bastian, der sie ebenfalls bemerkte. Beide tauschten verschmitzte Blicke aus, was Tatjana sofort missgünstig beobachtete. Sie unterhielt sich gerade mit ein paar Freundinnen, etwas weiter weg von Bastian.
Doch diese wichen plötzlich zur Seite, weil ein stämmiger, junger Mann auf Tatjana zuschnellte.
((Nanu?)) Anja beobachtete die Szene neugierig, doch ein Pieksen direkt in ihre Hüften ließ sie hochschrecken.
„NICK!“ Schrie das Mädchen furchtbar wütend und drehte sich im gleichen Atemzug um.
Der große Kerl grinste belustigt und piekte seine Zeigefinger noch mal in ihre Hüften, wodurch er sich sofort eine saftige Ohrfeige fing.
„Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst das lassen?!“ Maulte die Schülerin ihn an, während sich Nick mit Tränen in den Augen die Wange rieb. „Immerhin scheint’s dir gut zu gehen...“
„Hehe... hab nicht mitgezählt. Oh ja, die Ärzte sagten, ich sei in Topform. Als wäre ich nie aus dem Fenster gefallen.“
„Das lässt sich leicht ändern...“ Gab sie mürrisch von sich. „Wer ist das da?“
Sie zeigte mit dem Finger rüber zu dem dunkelblonden Muskelpaket, das sich anscheinend mit Tatjana stritt.
„Das ist Tatjana...“ Gluckste Nick stolz. Anja trat daraufhin genervt gegen sein Schienbein.
„Ich meinte den Kerl, du Dummkopf!“
„Ach so... ich glaub das ist... äh wie war sein Name...“ Anja verzog ihre Augen und wartete auf eine gescheite Antwort.
„Ich hab’s!“ Lachte Nick triumphierend. „Das ist Frank, Tatjanas Ex-Freund.“
Beide sahen sich den großen Typen genauer an. Er trug ein rotes Muskel-Shirt, dazu eine schwarze Trainingshose. Bastian mischte sich in das Gespräch ein und schien lauter zu werden, da sie seine Stimme bis hierher hörten.
„Öh, lass mal näher rangehen, ich will wissen was da los ist!“ Forderte das blonde Mädchen ihren großen Freund auf und ging langsam an anderen Schülern vorbei, auf die Streitenden zu.
„Muss das sein?“ Rief Nick ihr kleinlaut hinterher.
Sie machte auf dem Absatz kehrt und guckte ihn bedrohlich an. „JA!“
Geschockt von ihren Schlitzaugen und der gebeugten Körperhaltung, huschte Nick zu ihr.
((Nicht noch mehr blaue Flecken.)) Jammerte Nick im Gedanken und stand neben Anja. „Dann mal los!“ Meinte er gespielt fröhlich.
((Recht so, fürchte mich, du Wurm!)) Lachte Anja böse in sich hinein und schlug ihre Faust in die andere Hand.
Beide näherten sich den drei Hauptpersonen des Streits und wurden Teil einer Traube aus Schülern, die sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen ließen.
„Los du feige Sau, zeig’s mir! Was hast du zu verlieren, du ach-so-toller Checker?!“ Brüllte der Muskelprotz und haute seinen Zeigefinger in Bastians Brust, welcher jedoch nicht nachgab.
„Mach dich nicht lächerlicher als du sowieso schon bist.“ Meinte dieser ernst. „Ich muss mich nicht mit dir duellieren. Und schon gar nicht um Tatjana.“
Völlig perplex sah Anja den rothaarigen Bastian daraufhin an, doch er beachtete sie nicht. Gleichzeitig brach Tatjana in schwärmerisches Gekicher aus.
„Oh bitte, bitte, bitte Basti, das wäre sooooooooooooo romantisch. Du kämpfst um deine Traumfrau.“ Meinte sie und schmiegte sich an seinen Arm, wobei ihre schwarze Haarpracht durch die Luft glitt.
((Albtraumfrau meinst du wohl.)) Korrigierte Anja sie miesepetrig im Gedanken. Aber irgendwie gefiel ihr die Idee mit dem Duell.
„Hey Bastian, das wäre doch der ultimative Liebesbeweis.“ Rief sie ihm scheinheilig zu. „Im Mittelalter haben Ritter auch um das Herz einer Maid gekämpft. Jemand mit deinem Können kann doch gar nicht verlieren...“
„Halt du dich da raus, Dumpfbacke!“ Fauchte Frank sie an.
„Wa-?“
„Ich hab ihn über dich aufgeklärt, Anja.“ Nuschelte Tatjana zuckersüß mit dem Blick einer falschen Schlange.
Wütend verschränkte Anja ihre Arme und schnaubte. ((So ein Trottel, ich will ihm doch nur helfen! Wie ich Tatjana kenne, würde sie sich sicher sofort dieses Erbsenhirn schnappen, sollte der Basti besiegen. Immerhin schießt sie dauernd irgendwelche Kerle für bessere in den Wind. Und das kann mir nur recht sein!)) Finster grinsend sah sie von Frank zu Bastian.
„Also schön, ich mache es...“ Meinte der Rotschopf und erntete von allen Schülern herum Applaus und Jubel. „Allerdings nur unter der Bedingung, dass du im Falle meines Sieges nie wieder mich oder Tatjana belästigst.“
„Geht klar. Aber gewinne ich, gehört die Puppe mir.“ Meinte Frank selbstsicher. Tatjana runzelte dabei allerdings angewidert die Stirn.
„Hehe... so verzweifelt, dass er sich um eine Freundin duellieren muss.“ Gluckste Nick neben Anja.
„Halt den Rand, du Spatzenhirn! Immerhin rennen die Frauen vor ihm nicht gleich aus Prinzip davon...“ Fauchte Anja und stieß ihren Ellbogen in seine Rippe.
„Du bist so gemein...“
„Ich weiß!“ Stolz schwellte Anja ihre Brust. Dabei sah sich schmachtend ihr Zielobjekt an, welches zusammen mit Frank auf Duellposition ging.
„Bist du bereit?“ Fragte der.
„Sicher!“ Schrie Bastian und die Dueldisk der beiden klappten aus.
[Bastian: 4000LP Frank: 4000LP]
„Der Herausforderer fängt an!“ Brüllte Frank und zog mit einem Satz gleich sechs Karten.
„Ein Monster als Verteidigung! Dann mach mal weiter, du Weiberheld.“
Vor seinen Füßen lag eine Karte horizontal, mit dem Kartenbild nach unten.
„Hab ich grad Weiberheld gehört? Wohl sauer, dass Tatjana dich nie rangelassen hat, was?“ Einige Schüler prusteten laut los, darunter auch Nick.
„Schnauze, ihr Idioten!“ Keifte der rot gewordene Riese.
Das Gelächter verstummte, doch Anja beschäftigte etwas ganz anderes.
((Da hat er ja wirklich einen tollen Zug hingelegt. Wenn seine Duellkünste seiner Intelligenz entsprechen, kann ich Bastian gleich abschreiben!)) Säuerlich musterte sie Bastian, der nun am Zug war.
„Ich aktiviere Die Zuflucht im Himmel!“
Großes Erstaunen machte sich breit, als Wolken aus dem Boden schwebten und das Spielfeld umrundeten. Über ihren Köpfen schwebte ein prachtvolles Steinschloss, das einen gewaltigen Schatten auf das Spielfeld warf und es verdunkelte.
„Vol-le Pow-er Bas-ti Schatz-i, als Be-loh-nung gibt’s ein Schmat-zi.“ Tatjana hüpfte mit giftgrünen Pompons, passend zu ihrer Augenfarbe, hin und her. Dabei machte sie Purzelbäume und wiederholte ihren Spruch.
„Ach du - seit wann haben wir Cheerleader?“ Kreischte Anja völlig entsetzt von der Darbietung. „Und dann auch noch so schlechte?“
„Weiß nicht.“ Meinte Nick mit den Schultern zuckend.
„Bas-ti-an, Bas-ti-an, seht her was er alles ka’n.“ Brabbelte sie und bewegte sich dabei wie eine Schlage.
Die Zuschauer gaben keinen Mucks von sich und starrten sie an. Selbst die beiden Duellanten blickten peinlich berührt weg.
„Nicht gut?“ Fragte sie niedergeschlagen in die Menge und ließ sich hängen. Alle nickten.
„Gut, dann hör ich eben auf.“ Versprach sie grimmig und die Schüler atmeten synchron auf.
„Wo waren wir? Ach ja, ich bin noch am Zug.“
Bastian suchte eine Karte aus seinem Blatt hervor und legte sie behutsam auf die Dueldisk.
„Ich beschwöre Sendbote der Schöpfung - Venus (ATK/1600)!“
Elegant gleite ein blonder Engel herab und brachte die Menge zum Staunen.
„Hehehehehehehehe...“ Lachte Nick verschmitzt starrte auf die Oberweite des Monsters.
Anja bemerkte dies missmutig und schlug ihm auf den Hinterkopf.
„Hör auf, das Hologramm anzugaffen!“ Schnauzte sie ihn lauthals an.
„Immerhin gibt’s bei ihr mehr zu sehen als bei dir-“ Doch weiter kam er gar nicht, da Anja ihn wutentbrannt in den Schwitzkasten genommen hatte und ihr Knie in sein Gesicht rammte.
„Hast du was gesagt?!“ Schrie sie wie eine Furie und warf ihn auf den Boden.
*hust* „Nein...“ Kläglich lag er da und wagte es nicht einmal aufzustehen.
Anja schielte zufrieden auf ihn herab und bemerkte gar nicht, wie die umstehenden Schüler einige Schritte zurückwichen.
„Macht weiter Jungs.“ Strahlte sie die beiden überraschten Duellanten an und winkte.
„Äh ja...“ Sprach Bastian völlig aus dem Konzept gebracht. ((Man, Tatjana hatte Recht mit Anjas Wutanfällen...))
„Ich benutze den Effekt meiner Venus und zahle dreimal 500 Lebenspunkte, um insgesamt drei Kugeln des mystischen Scheins (ATK/500) von meinem Deck zu rufen!“
[Bastian: 2500LP Frank: 4000LP]
Drei strahlende Kugeln umkreisten Venus nun.
„Los, vernichte sein verdecktes Monster!“ Befahl Bastian seelenruhig seinem Engel.
Die Schönheit faltete ihre Hände und schoss aus deren Mitte einen dünnen Lichtstrahl auf die verdeckte Karte Franks. Aus genau dieser sprang jedoch ein muskulöser Mann hervor, der einen gewaltigen Schild vor sich hielt, welcher dem Angriff standhielt.
„Mit Großschild-Wache (DEF/2600) ist nicht zu spaßen. Das kostet dich jetzt eine Menge Lebenspunke!“
Doch Bastian erhob Einspruch. „Leider nicht ganz. Die Zuflucht im Himmel verhindert Kampfschaden, den eine Fee im Kampf erleidet.“
„Das kann nicht-“ Geschockt sah Frank mit an, wie sich der Effekt seiner Großschild-Wache nun aktivierte.
„Die wird doch immer in den Angriffsmodus gewechselt, wenn sie angegriffen wurde.“ Meinte Tatjana von hinten und strahlte über beide Backen.
Großschild-Wache (ATK/100)
„Lächerliche 100 Angriffspunkte... damit werden selbst meine Kugeln des mystischen Scheins fertig! Los!“
Die erste Kugel schoss auf den langhaarigen Wächter zu und bohrte sich durch ihn hindurch, womit er zersprang. Ihre Kollegen flogen Seite an Seite auf Frank zu und glitten durch ihn hindurch, wo sie auf der Stelle Kehrt machten und als Trio zu Venus zurückkehrten.
[Bastian: 2500LP Frank: 2600LP]
„Hey, sie sind fast wieder gleichauf!“ Meinte Nick, der sich aufrappelte und wieder neben Anja hinstellte, mit verbeultem Gesicht.
((Das ist gar nicht gut!)) Fluchte Anja in ihren Gedanken und trat Nick gegen sein Schienbein, worauf dieser auf einem Bein hüpfte und sein anderes mit beiden Händen festhielt.
„Ich werde dir noch eine Falle stellen.“ Meine Bastian gerissen und ließ eine verdeckte Karte vertikal vor sich erscheinen. „Na dann zeig mal, ob du Tatjana wirklich verdient hast!“
„Ich ziehe!“ Rief Frank außer sich und spielte die Karte sofort aus.
„Damit haue ich dich kurz und klein! Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/500)!“
Ein Mann mit weißer Kopfbedeckung erschien an Franks Seite. Auf seinem Rücken befand sich eine Vielzahl von Schwertern, Äxten und anderen Waffen. Sein Anblick war wirklich erstaunlich, besonders sie lauernde Körperhaltung. Anja ahnte Böses.
„Nun, Ben Kei ist im Umgang mit Waffen ein wahres Ass. Ich werde ihm diese nun liefern...“ Sagte Frank finster dreinblickend. „Als erstes kommt das Schwert der Legende, das seine Punkte um 300 erhöht.“
Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/ von 500 zu 800)
In seinen Händen erschien ein langes, schlichtes Schwert.
„Dazu kommt Fusionsschwert Murasame-Klinge, was noch mal 800 Punkte mit sich bringt!“
Seine linke Hand verwandelte sich in ein gewaltiges Katana, das unheimliche Impulse von sich gab.
Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/ von 800 zu 1600)
„Ich finde, da geht noch mehr.“ Lachte er böse. „Drachenseelenschwert, was wieder 700 Punkte mehr bedeutet!“
Dieses Mal erschien die gezackte Klinge auf Ben Keis Rücken, neben den anderen Schwertern.
Bewaffneter Samurai - Ben Kei (ATK/ von 1600 zu 2300)
„Oh man, das ist aber echt die Härte.“ Meinte Nick, der von den vielen Ausrüstungszauberkarten ganz verwirrt war.
„Eine letzte habe ich noch...“ In Franks Augen funkelte etwas. „Kettenschwert! Sie stärkt mein Monster auf eine ganz andere Weise.“
Um Ben Keis ganzen Körper schwang sich eine dünne Kette, welche ziemlich scharf aussah. Ben Kai nahm den Griff des Schwertes in die Hand, in der er schon das legendäre Schwert hielt. Die neue Waffe musste eine Art Peitsche sein, dachte Anja davon angetan.
„Und wozu das Ganze, wenn du doch keinen Kampfschaden zufügen kannst?“ Wollte Bastian wissen und verzog ironisch lächelnd das Gesicht.
„Pass mal gut auf.“ Wurde er angeknurrt. „Attacke auf seine Monster!“
Ben Kei machte einen Satz nach vorn und schlug mit seiner Katanahand zuerst Venus in Stücke und benutzte dann das Schwert der Legende dazu, die drei Kugeln zu eliminieren.
„Unglaublich!“ Bastian ging vor Entsetzen einen Schritt zurück. „Wie konntest du alle meine Monster vernichten?“
Auf die Frage hin verzog Frank zufrieden das Gesicht. „Das weißt du nicht? Versager...“ Abfällig spuckte er auf den Boden.
„Ben Kei hat die Gabe, für jede ausgerüstete Zauberkarte noch genau ein weiteres Mal anzugreifen. Vier habe ich an ihn ausgerüstet. Also bleibt mir noch ein letzter Angriff und zwar direkt auf deine Lebenspunkte!“
Ehe sich Bastian versah, schwang die scharfe Kette auf ihn zu und glitt von seiner Schulter durch ihn durch. Vor Schreck hielt er seine Arme vors Gesicht.
[Bastian: 200LP Frank: 2600LP]
„Da staunst du, was?“ Brüllte Frank wie ein Löwe. „Und da Ben Kei nun Kampfschaden zugefügt hat, aktiviert sich der Effekt meines Kettenschwerts. Jetzt darf ich für jede andere Ausrüstungszauberkarte einmal ziehen. Macht dreimal insgesamt!“
Schon hatte er sein Blatt um drei neue Karten aufgefrischt. Davon setzte er eine verdeckt, womit seine Zauber- und Fallenkartenzone voll war.
„Fertig!“ Doch seine Augen weiteten sich bei dem Anblick, der sich ihm und den Zuschauern bot.
Drei kleine, weiße Wesen, die aussahen wie weiße Kissen mit roten Fragezeichen als Heiligenschein, flatterten friedlich vor Bastian.
„Wo-wo kommen die denn her?“
„Ich habe unbemerkt die Falle Taktik des Massenangriffs aktiviert!“ Erklärte der Rotschopf zufrieden. „Am Ende des Zuges ruft sie für jedes normale Stufe 2-Monster, das du im Kampf bezwungen hast, ein anderes normales Monster von meinem Deck. Es darf aber die Stufe 2 nicht überschreiten. Aber bei meinen Mokey Mokeys (ATK/300 Stufe 1) ist das kein Problem!“
„Pah! Was können drei schwache Monster schon ausrichten? Du bist verloren, Junge!“ Frank verschränkte zufrieden die Arme.
Ungeachtet dessen, zog Bastian seelenruhig die nächste Karte. Ihn schien es gar nicht zu stören, dass er nur noch wenige Lebenspunkte übrig hatte.
„Ich brauche jetzt die Hilfe von Sendbote der Macht - Mars (ATK/0)!“
Aus einer Feuerbrunst, die aus dem Boden brach, entstieg ein gebräunter Engel im roten Gewand.
„Pahahahaha... Idiot!“ Feixte Frank. „Dieses Teil bekommt nur Angriffspunkte, wenn du mehr Lebenspunkte hast als ich und zudem die Zuflucht im Himmel auf deiner Spielfeldseite liegt.“ Aber Bastian schüttelte belehrend den Kopf.
„Wart doch ab. Ich habe die perfekte Karte, die das Spiel ganz schnell beenden wird.“ Er zog eine dauerhafte Zauberkarte aus seinem Blatt hervor.
„Mokey Mokey-Wutanfall!“
„Die Karte passt zu di…“ Wollte Nick anfangen, doch lag bereits am Boden, ehe er realisiert hatte, was geschah. Anja trat zornesrot auf ihn ein.
„Übst du hier den Zwergenaufstand, oder warum bist du heute so frech?!“ Keifte sie.
„Mars, opfere dich für deinen Herrn!“ Befahl Bastian schnell, um Anja abzulenken. Diese sah nun zu, doch stand mit einem Fuß auf Nicks Kopf und drückte ihn in den Sand.
Der Engel flog mit gespreizten Flügeln auf Ben Kei zu, wurde aber in der Luft durch das Kettenschwert regelrecht in Stücke gerissen.
3 x Mokey Mokey (ATK/ von 300 zu 3000)
Allen Beteiligten außer Bastian stand er Mund offen.
Die drei harmlos wirkenden, quadratischen Feen hatten sich aufgebläht und waren nun größer als Menschen. Dabei hatte sich auch ihre weiße Farbe in ein Knallrot geändert, das Fragezeichen auf ihrem Kopf wurde zu einem Ausrufzeichen.
„Tja, so einfach ist das.“ Meinte Bastian, als wäre es nichts. „Wird eine Fee im Angesicht der Mokey Mokeys vernichtet, sorgt der Wutanfall dafür, dass ihre Angriffspunkte zu 3000 bis zum Ende des Zuges werden. War ja ganz nett mit dir, aber ich denke ich werde Tatjana behalten!“ Strahlte er glücklich und zeigte mit dem Daumen nach unten.
((Das darf nicht passieren!)) Entsetzt trat Anja wieder auf den KO gegangenen Nick ein.
Dabei sah sie zu, wie sich der erste Mokey Mokey einfach auf Ben Kei fallen ließ, und ihn erdrückte.
[Bastian: 200LP Frank: 1900LP]
Als Resultat zersprangen nun die vier Ausrüstungszauberkarten auf Franks Spielfeldseite.
„Es ist vorbei!“ Selbstbewusst sah Bastian in Franks Augen. Immerhin hatte er noch zwei Mokey Mokeys, um direkt anzugreifen.
„Bas-ti-an der Su-per-mann, guckt mal alle was der kann.“
Tatjana hatte wieder angefangen, mit ihren Pompons herumzufuchteln und machte zusätzlich verrückte Kreisbewegungen mit ihrer Hüfte.
Alle starrten sie böse an, doch das interessierte sie nicht.
Derweil war Anja kreidebleich.
((Wie hält der das bloß aus mit der? Ich bin eindeutig die bessere Wahl!)) Ihre Augen wurden ganz groß, als sie Bastian, von allen bejubelt, so ansah.
((Ich will ihn! Mein Schatzzzzzzzz... mein einziger, mein wahrer… mein Schatz… mein, ganz allein mein… Anja Gollum… aber wir dürfen ihn nicht begehren… doch er gehört uns… nein, nein… doch… nein… du kannst dich nicht wehren… unser Schatz… Anja Gollum!)) Sie war wie hypnotisiert. Ihr Mund stand dabei offen, doch keiner bemerkte es. Alle Augen waren auf Bastian gerichtet, der den direkten Angriff auf Frank befahl.
Turn 4: Dark intentions
Mit ihrem albernen Benehmen machte sich Anja nach dem Duell zum Gespött der Schülerschaft. Keiner bemerkte dabei, dass sie von zwei merkwürdigen Personen beobachtet wurden.
Bastians Deckliste
Franks Deckliste
-Aska- - 23. Apr, 23:58