Turn 10: The nightmare date
uEs war Freitag, und die Schüler freuten sich auf ihr verdientes Wochenende.
Doch es lag ein Schatten über der Stadt Livington, denn nach wie vor verschwanden dort und in der näheren Umgebung Duellanten, deren Identität jedoch niemand kannte.
Dies blieb natürlich auch nicht Anja und Nick verborgen, die sich gerade in der Schulkantine befanden und Spagetti aßen. Obwohl die Bezeichnung ‚fressen’ bei Nick eher zutraf.
„Sasch Anjasch, hascht du nosch mal mit Mark geschpochen?“ Im ganzen Gesicht mit Tomatensoße bekleckert, sah Nick zu Anja auf, die gerade fertig gegessen hatte, ohne auch nur einen Fleck verschuldet zu haben.
Etwas peinlich berührt sah sie weg, denn die Schüler an den anderen Tischen sahen lachend und tuschelnd hinüber. ((Gott, was hab ich nur verbrochen, um so bestraft zu werden?)) Dachte sie niedergeschlagen, aber antwortete ihrem Freund.
„Nein. Aber ich sag dir, der ist komisch.“ Das letzte Wort bekam besonderen Nachdruck.
Anja und Nick saßen alleine an dem langen Tisch. Sie drehte sich nach links und rechts um und bemerkte Frank, der gerade mit ein paar Kumpels auf sie zuging.
Als er und seine zwei mit Muskeln bepackten Freunde ankamen, schickte er sie vor und stützte sich an ihrem Stuhl ab.
„Wir sehen uns heute nach der Schule, ja?“ Fragte er etwas verlegen und wurde von Anja misstrauisch gemustert.
Sie sah eine Weile seine blonden Haare an, die neuerdings mit Gel zugekleistert waren und schwieg. Ein knappes Nicken reichte Frank jedoch, er klopfte ihr kumpelhaft auf die Schulter und rannte zu seinen Freunden, die an der Tür zu einem Gang warteten.
„Heusche isch alscho dein Date mit ihm?“ Sprach Nick sie freudig an und schluckte die Nudeln hinunter.
„Ja, er hat mich angelabert.“
„Ihr werdet bestimmt ein tolles Paar sein.“ Doch als Nick sich die beiden nebeneinander vorstellte, musste er den Kopf schütteln. Anja war ein normales Mädchen, nicht mager oder dick, aber neben Frank sah sie aus wie ein Strich in der Landschaft.
„Nein, werden wir nicht... ich habe aber schon einen Grund, mit ihm auszugehen.“
„Der wäre?“ Fragte Nick und wischte sich seinen Mund am Ärmel seines weißen Hemdes ab. Doch Anja grinste nur geheimnisvoll und erhob sich. „Komm, der Unterricht fängt bald an. Hast du zufällig Klamotten zum Wechseln dabei?“ Dabei sah sie ihren Freund noch mal peinlich berührt an.
„Nein, wieso?“
Anja stöhnte genervt.
Ihr hoch gewachsener Freund stand ebenfalls auf und nahm sein Tablett, so wie Anja ihres vom Tisch nahm.
„Wann ist das Date?“ Wollte er wissen, während beide auf einen Schrank zugingen, der an die Wand lehnte und wo man seine Tabletts abstellen konnte samt Geschirr.
„Um 4 Uhr, wir gehen ins Kino.“ Anja bückte sich und schob ihr Zeugs in eines der wenigen freien Fächer.
„Und was ist mit deinem Hausarrest?“ Langsam ging ihr seine Fragerei auf den Keks.
„Das regele ich schon!“ Motzte sie ihn an und zischte an Nick vorbei.
Er sah ihr erstaunt hinterher, aber sagte nichts mehr. Ihm war klar, dass sie genug Probleme hatte...
- nach der Schule in Anja’s Zimmer -
Es war dreiviertel Vier und Anja machte sich gerade fertig.
Bereits fertig angezogen, stand sie vor dem Spiegel der in der Innentür ihres Schranks angebracht war und sah sich zufrieden an.
((Ja, so kann ich gehen...)) Dachte Anja, welche bewusst zu spät kommen würde. Jede Minute an Zeit, die sie weniger mit Frank verbringen musste, war ein Geschenk. Und dieses würde sie sich notfalls selbst kaufen...
Sie musste sich außerdem überlegen, wie das Haus verlassen konnte ohne, dass ihre Mutter etwas bemerkte. Sie lief zum Schreibtisch, auf dem ihre Handtasche lag. Daraus holte sie etwas hervor.
„Nur noch der rote Lippenstift…“ Sie umrandete mit einem kleinen Spiegel in der Hand ihre Lippen mit einem Edellippenstift. Danach ließ sie ihre Schminkutensilien in ihre Handtasche verschwinden.
„Fertig!“ Rief sie leise giggelnd.
Anja, die ein rotes Top mit Jeansrock und schwarzen Stiefeln trug, ging hinüber zu ihrem Bett, auf der ihre Schultasche lag.
„Was brauch ich noch? Gürtel, Schal… und...“ Sie kramte wahllos das Zeug aus ihren Schubladen hervor und stopfte es in die viel zu kleine Tasche.
Dennoch sah man kurze Zeit später nicht, was sie so alles mit sich rumschleppte.
((Ich werde mal versuchen, mich raus zu schleichen...)) Plante sie und verließ dann das Zimmer.
- im Wohnzimmer -
Anja versuchte ganz schnell auf Zehenspitzen zu verschwinden.
((Bloß keinen Lärm machen, wenn sie mich hört, bin ich tot...)) Während sie am Sofa vorbei tapste, ließ sie die Stimme ihrer Mutter auffahren.
„Anja, wo willst du hin?“ Hörte sie sie schneidend fragen. Ihre erste Reaktion war es, die Tasche unbemerkt wegzuschmeißen und sich dann umzudrehen.
Ihre Mutter stand im Türrahmen der Küche, in einer Schürze, und musterte Anja ausgiebig.
„Was machst du da? Warum bist du so aufgedonnert?“ Wollte sie wissen.
„Also… naja… ich wollte… fragen, wie dir mein Outfit gefällt…............................und?“ Sie drehte sich etwas wackelig einmal um die eigene Achse.
„Ah ja…“ Ihre Mutter klang weniger überzeugt. „Hübsch siehst du aus… nur die Taschentücher passen nicht…“
„Welche Taschentücher denn?“ Wunderte sich Anja und blinzelte verdutzt.
„Die, die aus deinem Ausschnitt rausgucken…“ Kicherte ihre Mutter
Das Mädchen fasste sich entsetzt an die Brüste und zog die Taschentücher raus, um sie wieder ordentlich rein zu stopfen.
„Die sind doch groß genug…“ Staunte ihre Mutter und verschränkte mit einem Elternblick die Arme. „Anja, wenn du was anstellst…“
„Ehehehe… wie kommst du nur darauf… ich probiere doch nur meine Outfits durch… vielleicht will ich mir in ein paar Jahren ja mal die Brüste vergrößern lassen?“
„W-W-WAS!?“ Die Frau stöhnte argwöhnisch. „Lass das, so was ist unattraktiv und teuer! Willst du so enden wie Pamela Anderson? Die kann heute nicht mal mehr ihre Füße sehen!“
„Das war ein Witz, Mum! Hast du früher nie deinen Ausschnitt etwas aufgepeppt?“ Auf diese Frage hin schüttelte ihre Mutter mit einem unlesbaren Blick den Kopf.
„...okay...“ Anja stöhnte genervt.
„Ich gehe jetzt in die Küche und backe einen Kuchen für den Geburtstag von unserer Nachbarin. Wehe, du stellst derweil was an…“ Meinte ihre Mutter dann mahnend und erwartete von Anja eine passende Antwort.
„Nicht doch…“ Sie winkte mit beiden Armen vor sich hin. „Ich doch nicht.“
Ihre Mum nickte und verschwand schließlich in der Küche. Eine Weile wartete das Mädchen ab, ehe sie nach ihrer Tasche suchte und lautlos das Haus verließ.
((Dumme Kuh, Eltern sind ja so naiv.)) Dachte Anja mit einem bösartigen Lächeln, als sie die Haustür schloss.
- halb 5 vor dem Kino -
„Du hast mich mit Absicht warten lassen, stimmt’s?“ Frank hatte leichte Zornesfalten auf der Stirn. Beide trafen sich vor dem Ticketschalter, an dem eine rothaarige Frau saß und eben Karten verkaufte. Dabei blies sie immer wieder eine rote Kaugummiblase vor sich auf.
„Tut mir leid...“ Entschuldigte sich Anja halbherzig. „Sei froh, dass ich überhaupt komme!“
Etwas angesäuert wandte sich Frank um und ging zum Ticketschalter.
„Ich nehme an, du willst so einen Liebesfilm ala Pretty Woman sehen?“
„Nee… House of the Dead 2 würde mir viel mehr gefallen…“ Säuselte Anja vor sich hin und folgte ihm. Etwas überrascht starrten Frank und die Verkäuferin das Mädchen an.
„Was denn?“ Motzte die.
„Das gefällt mir…“ Lachte Frank und musterte Anja von Kopf bis Fuß.
((Du wirst dich noch wundern, Freundchen.)) Gespielt fröhlich bestellte sie dann Tickets, wobei Frank sogar für Anja zahlte...
- zeitgleich in Japan, nachts vor einem Museum -
Die Dueldisk am Arm, lief der braunhaarige Kyon einen Steinweg entlang auf ein Gebäude zu, welches sich wie ein Kreis ausbreitete. Dabei nahm er ein paar Stufen und sah von weitem bereits gläserne Schiebetüren. Es war in jenem Gebäude dunkel, doch er erblickte den Schatten einer Person hinter jenen Türen. Dieser verschwand kurz daraufhin.
((Sie ist tatsächlich hier...)) Überlegte er und blieb erstmal auf halbem Wege stehen.
„Wach auf.“ Flüsterte eine weibliche Stimme Kyon zu.
Wie durch ein Wunder, stöhnte Kyon und öffnete seine Augen. Und das, obwohl ihn jemand gerade erst ins Reich der Schatten, einem grausamen Ort, verbannt hatte. Er drehte sich zu der schwarzhaarigen Dame in Weiß um und sah sie verwirrt an.
„Ich habe dich bereits erwartet…“ Sprach sie dann.
„Wie... was, wo ist denn...“ Kyon deutete zum Duellfeld.
„Lass mich dir erklären.“
Kyon jedoch sprang auf und stolperte zurück. „Wo war ich? Dieser kalte Ort... Dämonen und Schmerzen...“ Seine Panik war nahezu greifbar.
Auch die Frau erhob sich und stellte sich erstmal vor. „Ich bin Ishizu Ishtar und habe dich bereits erwartet.“
„Huh? Der Name Ishtar kommt mir bekannt vor...“ Aber Kyon fiel nicht ein, wo er ihn schon einmal gehört hatte. Sein ganzer Körper zitterte.
„Battle City.“ Sagte die Frau. „Mein Bruder Marik Ishtar wurde dort zweiter, geschlagen vom König der Spiele Yugi Muto.“
„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas?“ Einen Moment vorher hätte vermutlich niemand gedacht, dass Kyon verängstigt war. Er sah Ishizu ungläubig an und schüttelte den Kopf.
„Kennen Sie Yugi Muto? Er ist mein Idol!“
Die Frau lächelte stolz. „Das hab ich gesehen, du spielst die gleichen Karten wie er. Aber darüber können wir uns später unterhalten.“
„Ach kommen Sie! Können Sie mir ein Autogramm besorgen?“ Kyon packte ihre Hand und setzte eine bittende Mimik auf. Sie nickte knapp und ertrug seinen lauten Jubel.
„Möglicherweise triffst du ihn jedoch schon bald selbst...“ Dann drehte sie sich um.
Kyon glaubte, seinen Ohren nicht trauen zu können. „Wie meinen?“
„Hör zu, Kyon Sangon. Du bist vom Schicksal auserwählt worden, auf eine Reise zu gehen. Obwohl ich die Millenniumskette nicht mehr besitze, hatte ich in letzter Zeit einige Visionen. Es ist bestimmt, dass wir uns heute hier treffen...“
„Höh?“ Kyon sah ihr hinterher, wie sie über das Duellfeld langsam zu den Stufen schritt.
„Du warst im Reich der Schatten gefangen, einem Ort, an dem Seelen festgehalten und gequält werden. Doch dein eigenes Herz... das Herz eines Auserwählten kann nicht von Personen wie deinem letzten Duellgegner gefangen werden. Sie sind zu schwach...“
„Ich stehe grad auf dem Schlauch... können Sie sich nicht etwas deutlicher ausdrücken?“ Kyon folgte ihr die Stufen hinauf zu einem der Ausgänge.
„Du wirst es selbst verstehen.“ Sie drehte sich auf der letzten Stufe um und schloss die Augen. Kyon fand ihren ägyptischen Style ziemlich abgefahren, irgendwie wurde ihm mulmig zumute.
„Wir treffen uns schon bald wieder, am Eingang des Museums für okkulte Künste. Dort werde ich dich in einem Duell prüfen und dir erklären, was vor dir liegt. Du selbst bestimmst, wann es soweit ist - ich werde da sein.“ Nun öffnete sie die Augen wieder und sah ihn eindringlich an. „Es ist sehr wichtig!“
„Verstehe...“ Der braunhaarige Junge schluckte einen dicken Kloß im Hals hinunter.
„Nun denn, Kyon Sangon... du hast viele Fragen, aber in deinem Herzen kennst du die Antworten. Du hast dich nicht umsonst hierher bemüht, um die Machenschaften jener Duellanten, die Seelen rauben, aufzudecken.“
„Ja-ja...“ Kyon bekam es langsam richtig mit der Angst zu tun. Woher wusste sie das und was meinte sie mit „Seelen rauben“ überhaupt? Er hatte gesehen, wie ein Duellant, der mit dieser Kathea spielte, umgekippt war nachdem er verlor. Daraufhin wurde er ja erst aufmerksam auf diese Bande. ((Wurde ihm wirklich die Seele gestohlen? Oh...))
„Wir werden uns wieder sehen...“ Kyon sah Ishizu hinterher, wie sie langsam gehend in einen dunklen Gang verschwand, welcher etwas abseits der Tribüne wegführte.
((Kann das wirklich sein? Ist das nur ein... ein Traum?)) Fragte er sich unwohl.
Doch es war kein Traum, das wusste er jetzt, wo er vor den geöffneten Türen des Museums stand und hinein schritt.
Er wunderte sich, was für eine Reise das sein sollte. Würde er Kathea und Greg bekämpfen? Würde Yugi Muto ihm dabei helfen? Fragen über Fragen und die Antworten wollte er jetzt hier finden.
„Ha-hallo?“ Rief er eingeschüchtert in die Dunkelheit.
„Du bist also gekommen, um mir deine Hilfe zu gewähren.“
Die schwarzhaarige Ishizu trat zufrieden aussehend aus der Dunkelheit vor Kyon und schnippte mit dem Finger. Schwaches Licht von der Decke glimmerte nun in dem leeren Eingangssaal, wo nur links eine Eintrittstheke stand und rings herum im Saal ein paar Bänke
mit verschiedenen Gängen abgehend in jede Richtung.
„Me-meine Hilfe? Wofür denn?“ Überrascht starrte er auf den gelben Fließboden.
„Dazu später mehr… folge mir!“ Die beiden gingen den linken Gang entlang in einen Ausstellungssaal. Überall hangen Dolche und andere abstrakte Instrumente.
In der Mitte standen einige Podeste und Vitrinen, die Steine und Derartiges enthielten.
„Schon bald wird uns großes Unheil widerfahren, wenn wir nichts dagegen tun…“ Erklärte Ishizu langsam, während sie sich in die Mitte des Saals hinbewegte.
„Und was genau soll passieren?“ Fragte der Junge zögerlich.
„Das weiß ich selbst nicht genau… nun, früher hatte ich starke Visionen dank meiner Millenniumskette… doch jetzt ist nur noch ein Fünkchen dieser Gabe übrig. Aber was ich gesehen habe, ist eine Person… die unserer Welt schaden will…“
„Aha… und jetzt?“ Für solchen Aberglauben hatte Kyon nichts übrig. „Sind Sie sicher, dass Sie nicht schlecht geträumt haben?“
„Es ist wahr!“ Beteuerte die Frau und drehte sich flehend zu ihm um. „Es wird geschehen. Du weißt es, tief in deinem Herzen. Spürst du denn nicht die Dunkelheit, die sich mit den Seelendieben ausbreitet?“
„Nein.“ Entgegnete er knapp.
„Bitte! Ich möchte dich damit beauftragen, Nachforschungen anzustellen… doch vorher muss ich deine Stärke als Duellant testen. Beim nächsten Schattenspiel...“ Sie brach ab, aber man konnte ihre Sorge genau sehen.
„Ein Duell, hmm?“
„Ja...“ Kyon sah sich um und dachte nach. „Okay.“ Lächelte er dann. Ishizu war davon etwas überrascht, machte Kyon doch vorher noch einen so skeptischen Eindruck. Er erklärte es aber sogleich.
„Was Sie sagen klingt... unreal. Aber... ich habe diese Leute selbst gesehen.“ Ihm tat der Duellant leid, welcher vor seinen Augen angeblich die Seele verloren hatte. Nicht einmal seinen Namen kannte er. „Kann ich ihn retten?“
„Vielleicht. Ich weiß es nicht, aber möglich ist es.“
„Okay! Ich will... ein Abenteuer erleben.“ Kyon atmete tief durch. ((Fern von hier... alleine, nur für mich... das wäre schön. Wenn Yugi mitkommt ist es mir egal, wie unsinnig das klingt. Oh man... ich bin vielleicht naiv. Sicher wird er nicht kommen und sie verarscht mich nur. Aber warum sollte sie das tun? Egal... tu es einfach, Kyon!))
Entschlossen blickte er auf und aktivierte seine Dueldisk. „Von mir aus kann es losgehen!“
„Danke, Kyon. Ich wusste, du würdest die Welt nicht im Stich lassen! Aber um zu sehen, ob du bereit bist, muss dieses Duell stattfinden!“ Erklärte sie ernst und aktivierte daraufhin ihre eigene Dueldisk am Arm.
[Kyon: 4000LP Ishizu: 4000LP]
„Ich werde beginnen.“ Entschied Ishizu und Kyon zeigte sich mit einem knappen Nicken einverstanden. Beide zogen ihre Starthände.
Ohne sich ihre sechste Karte anzuschauen, spielte Ishizu sie aus. „Erscheine, Agido (ATK/1500)!“
Eine kreisrunde Fee mit goldener Verzierung, welche ein Auge auf dem Körper darstellte, schwebte über dem Boden. Zusätzlich besaß es zwei scharfe Klauen an jeder Seite.
„Damit beende ich diesen Zug.“
((Ihr Monster ist ganz ungeschützt... was hat sie vor?)) Wundere sich Kyon.
Dennoch zog er und rief seinerseits auch ein Monster auf.
„Los, Walküre des Magiers (ATK/1600)!“ Eine schöne, rotblonde Magierin mit einem langen Zepter in der erhob sich vor ihm. „Attacke auf Agido!“ Befahl Kyon.
Mit einer pinken Lichtkugel, welche sie aus ihrem Zepter abschoss, ließ sie Agido beim Aufprall in Flammen aufgehen.
[Kyon: 4000LP Ishizu: 3900LP]
Ishizu blieb aber gelassen. Plötzlich rollte ein Würfel über den Boden in Kyons Richtung.
„Wenn Agido im Kampf zerstört wird...“ Begann die schwarzhaarige Frau zu erklären. „So wird ein Würfel gerollt und entsprechend dem Ergebnis kann ich eine Fee mit selber Stufe spezial beschwören.“
„Oh...“ Der Würfel hielt an und Kyon erblickte eine 5 darauf.
„Wie ich es erwartet habe. Los, erscheine! Diaga (ATK/1900)!“ Rief Ishizu. In einer Lichtsäule tauchte ein Wesen ohne Arme und Beine auf, stattdessen hatte es nur auf dem Rücken vier dreieckige Schwingen. Der ganze Körper bestand aus Bronze und der Kopf war klein und besaß nur ein Auge.
„Effekt!“ Aus Ishizus Deck schossen aus verschiedenen Sektionen drei Karten hervor. „Wenn Diaga als Spezialbeschwörung gerufen wird, darf ich jedes Monster, das Lakido heißt, von meinem Deck auf deinen Friedhof legen.“
„Huh?“ Kyon fing die Karten auf, die Ishizu ihm zuwarf. Es waren Lakido #1, Lakido #2 und Lakido #3. Etwas verwirrt legte der Junge mit den verwuschelten Haaren sie in seinen Friedhofsschacht.
Dann konzentrierte er sich wieder auf seinen Zug. „Ich setze noch eine Karte und beende danach.“ Kündigte er an. Ishizu lächelte zufrieden.
„Dann bin ich dran.“ Mit geschlossenen Augen nahm sie eine Karte von ihrem Blatt und legte
diese Monsterkarte in Angriffsposition auf die Battle City-Dueldisk. „Kelbek (ATK/1500)!“
Einmal mehr beschwor sie ein abstraktes Monster. Dieses hatte ein seltsames Rad mit orangefarbenen Stacheln an seinem Rücken hängen, ebenfalls keine Beine und sein Kopf war, wie der ganze Körper, eckig und zudem mit nur einem Auge versehen.
„Was sind das nur für merkwürdige Karten?“ Fragte Kyon sie neugierig.
„Schon gegen Seto Kaiba habe ich dieses Deck gespielt.“ Erklärte Ishizu mit einem gutmütigen Lächeln. „Damals war ich trotz meiner Millenniumskette nicht in der Lage, ihn zu besiegen. Ich kannte die Zukunft... und doch...“
„Seto Kaiba... man, Sie kennen aber viele Prominente...“ Kyon war ganz baff.
„Nun, noch immer befinden wir uns in einem Duell.“ Ishizu wurde ernster. „Los Diaga, vernichte Walküre des Magiers!“
Doch mit einer sanften Handbewegung öffnete Kyon seine verdeckte Karte. „Nicht so schnell! Angriff Annullieren! Damit beende ich Ihre Battle Phase.“
Die ägyptische Frau nickte und beendete unverrichteter Dinge damit ihren Zug.
Mit einer ausholenden Handbewegung zog Kyon die nächste Karte. Doch als er sie in der Hand hielt, fühlte er plötzlich einen leicht stechenden Schmerz im Kopf.
[Kyon: 3500LP Ishizu: 3900LP]
„Hey, wieso habe ich Lebenspunkte verloren?“ Wunderte er sich und hielt sich die Stirn.
„Jeder Lakido hat einen besonderen Effekt, solange er auf dem Friedhof liegt. Und da sie alle drei bei dir zu finden sind, ist es auch an dir, den Schaden von Lakido #2 zu nehmen.“ Erklärte Ishizu gelassen.
((Was!?)) Kyon konnte darauf nichts erwidern. ((Das also hat sie vor. Vom Friedhof aus Schaden zuzufügen. Und dort sind diese Karten auch noch fast sicher... ganz schön gerissen!))
„Das war nicht alles.“ Riss Ishizu ihn aus seinen Gedanken. „Denn zu Beginn eines jeden Zuges musst du dank Lakido #1 eine Handkarte ablegen.“
„Hmm...“ Widerwillig entschied sich Kyon für Riryoku und legte sie ab.
„Das wird trotzdem Ärger geben!“ Raunte er und nahm eine weitere Zauberkarte seines Blattes hervor. „Gehirnkontrolle! Im Austausch von 800 Lebenspunkten gehört eines Ihrer Monster für eine Runde mir.“
[Kyon: 2700LP Ishizu: 3900LP]
Diaga wechselte prompt die Seiten und stellte sich gegen Ishizu. Die blieb ruhig und verschränkte die Arme.
„Und jetzt sehen Sie her! Ich opfere meine beiden Monster...“ Kyon hielt ein Monster hoch in die Luft. Dummerweise verschwanden seine alten nicht. Ziemlich irritiert legte Kyon erstmal sein Tributmonster auf die Dueldisk, doch es tauchte nicht auf.
„Was ist denn hier los!? Ist die kaputt!?“ Wütend schlug Kyon mit der Faust auf die Dueldisk.
„Nein...“ Lachte Ishizu herzlich. „Lakido #3 verhindert, dass du Tributbeschwörungen durchführen kannst. Somit ist dein Schwarzer Magier machtlos.“
Kyon sah sie geschockt an. Doch dann verzog er grimmig das Gesicht.
„Ich rufe ihn auf, dann eben hiermit. Magische Dimension!“ Er hielt einen Schnellzauber in die Hand und steckte ihn in die Dueldisk.
Diaga wurde in einem goldenen Sarkophag eingeschlossen, welcher durch Ketten an Stahlstangen gebunden war. Dieser verschwand und plötzlich tauchte an dieser Stelle ein Mann in violetter Robe auf, welcher seinen spitz zulaufenden Hut zurechtrückte und sein langes Zepter schwang.
„Schwarzer Magier (ATK/2500)!“ Kyon strahlte nur so vor Freude. „Und durch Magische Dimension kann ich auch noch eines Ihrer Monster vernichten!“
Kelbek zersprang in tausend kleine Teile.
„Und jetzt Schwarze Magie-Attacke!“ Befahl er seinem Lieblingsmonster.
Dieses schleuderte eine Energiekugel auf Ishizu, welche ihre Arme über Kreuz hielt und eine Explosion erdulden musste. Als der Rauch sich verzog, stand sie zufrieden dar.
[Kyon: 2700LP Ishizu: 6400LP]
„Oh nein!“ Kreischte Kyon voller Entsetzen. „Was ist denn nun wieder passiert? Wie konnten Sie ohne verdeckte Karten ihre Lebenspunkte auffrischen?“
„Diaga kehrt jeden Schaden in dem Zug um, in welchem es auf den Friedhof gelegt wurde. Du hast einen langen Weg vor dir, aber ich weiß, du kannst mich besiegen...“ Murmelte Ishizu hoffnungsvoll.
Kyon jedoch sah ärgerlich seine Walküre des Magiers an. Mit ihr brauchte er gar nicht mehr anzugreifen, wenn Ishizu eh geheilt werden würden. Außerdem war er besorgt wegen der Karten, die sie auf seinem Friedhof platziert hatte. Somit war er ziemlich eingeschränkt.
((Wenn das mal gut geht...)) „Ich beende meinen Zug.“ Sprach er schließlich und hielt nur noch eine Karte in der Hand.
- derweil im Kino -
Der Film hatte gerade begonnen und Frank knabberte an seinen Fingernägeln, während Anja sich totlachte. Beide saßen in einer der hintersten Reihen und waren einige der wenigen Kinogänger, die sich diesen offenbar schlechten Film antaten.
„Ahahaha… man sieht die Unterhose des Zombiedarstellers, welcher gerade noch Sex mit der Hauptdarstellerin hatte… Ahahaha… Uwe Boll-Filme sind echt die besten für den Lachmuskel!“ Anja hielt sich den Bauch vor Lachen und zeigte auf die Leinwand.
„A… i-ich… dieser…“ Der halb zerfallene Zombie brüllte genau in die Kamera. Frank klammerte sich vor Schreck an Anja, die sich entsetzt an ihrer Cola verschluckte, von welcher sie gerade trank. Frank musst ihr auf den Rücken klopfen.
„*hust* Hau fester zu *hust* du Memme…“ Ächzte die Blondine und schlug nah Frank. Dann schlug er so fest auf ihren Rücken, dass Anja die Coladose aus der Hand rutschte und auf Franks Schoß fiel.
„Warte… ich mach das schon.“ Sie holte immer noch etwas lachend ein Taschentuch aus ihrer Hosentasche hervor und tüpfelte auf dem Missgeschick herum. Dabei kam sie ziemlich nah an Frank’s Schritt vorbei, was der zufrieden zur Kenntnis nahm.
„Ist ein guter Film.“ Murmelte er zu ihr und verschränkte beide Arme hinter dem Rücken.
„Und das ist nur der erste Teil eines langen Abends...“ Sie schaute ihn mit Unschuldsmiene an und blinzelte niedlich.
((Worauf du einen lassen kannst.)) Grinste er in sich hinein.
- zurück im Museum -
„Nun denn...“ Ishizu zog ihre Karte. „Ich rufe Mudora (ATK/1500) und rüste ihn mit Cestus von Dagla aus!“
Ein muskulöser, gebräunter Mann mit einer goldenen Pharaonenmaske auf dem Kopf erschien vor ihr. Sein herkömmliches Schwert wurde durch zwei Griffe mit Klingen ersetzt.
„Mudora erhält einen Kraftschub von 200 Punkten für jede Fee auf meinem Friedhof. Außerdem stärkt seine Waffe ihn um weitere 500 Angriffspunkte.“
„Oh oh...“ Kyon war klar, dass das Monster ziemlich stark werden würde.
Mudora (ATK/1500 zu 2100 zu 2600)
„Damit ist mein Monster sogar mächtiger als dein Schwarzer Magier.“ Stellte Ishizu trocken fest. Doch Kyon widersprach. „Schon, aber zuerst müssen Sie Walküre des Magiers aus dem Weg räumen, die andere Magier beschützt!“
Die Walküre stellte sich schützend vor den Schwarzen Magier und hielt tapfer das Zepter vor sich hin.
„So sei es!“ Mudora sprang nach vorn und teilte die Schönheit mit einem Schlag seiner Waffe in zwei Stücke.
[Kyon: 1700LP Ishizu: 7400LP]
„Wie haben Sie schon wieder Lebenspunkte bekommen!?“ Kyon war entsetzt und stolperte zurück. Dabei stieß er an eine der Vitrinen und sah sofort nach, ob er nichts beschädigt hatte.
„Wenn ein Monster, das den Cestus von Dagla trägt, Kampfschaden zufügt, heilt dieser mich um selbigen Betrag.“
((Während meine Lebenspunkte in den Keller fallen, erhöhen sich ihre immer mehr... ich muss was tun!)) Ihm war klar, dass er heftig in der Klemme steckte.
„Damit beende ich meinen Zug.“ Ishizu blieb ruhig. Letztendlich glaube sie an Kyon, trotz seiner misslichen Lage. ((Er ist einer der Auserwählten, die jedes Dunkel besiegen können. Doch sein Herz ist noch nicht vollkommen erwacht. Kyon, habe Vertrauen in dich!))
Der Junge zog seine nächste Karte und erinnerte sich daran, dass er durch Lakido #1 auf seinem Friedhof sogleich wieder eine abwerfen musste. Dies tat er auch, er legte den Stein der Weisen auf den Friedhof. Außerdem wurde der Schmerz in seinem Kopf etwas stärker, denn Lakido #2 kostete ihn 500 weitere Lebenspunkte.
[Kyon: 1200LP Ishizu: 7400LP]
„Ich aktiviere Magische Hand mithilfe des Schwarzen Magiers. Jetzt ziehe ich sofort drei Karten!“
Der Hexer nahm seinen Hut ab, ließ sein Zepter einen Moment lang neben sich schweben und holte aus jener Kopfbedeckung drei Karten hervor. Zeitgleich zog Kyon selbige Anzahl an Karten und ging sie durch.
((Wiedergeburt... damit kann man ein Monster reanimieren, das auf einem unserer Friedhöfe liegt. Hey, ich hab eine Idee.)) „Ich aktiviere diese Zauberkarte, um jetzt Lakido #1 von meinem Friedhof zu rufen.“
Ein Lichtstrahl von Kyons Friedhof schoss in Ishizus Deck. Kein Monster tauchte auf seiner Spielfeldseite auf.
„Wa-aber?“
„Die besondere Gabe aller Lakidos schickt sie in mein Deck zurück, wenn sie den Friedhof verlassen. Ich muss dich enttäuschen, aber dein Plan ist fehlgeschlagen.“ Kyon stöhnte genervt.
„Immerhin muss ich jetzt keine Karten mehr ablegen. Aber ich bin noch nicht fertig! Magische Formel!“
In der Hand des Schwarzen Magiers tauchte ein altes Buch auf, aus dem er las.
Schwarzer Magier (ATK/2500 zu 3200)
„Das reicht, um Mudora zu besiegen! Attacke!“ Brüllte Kyon.
Mit einem weiteren schwarzen Energieball zerstörte der Magier seinen Gegner und Kyon war froh, endlich die Oberhand gewonnen zu haben, auch wenn Ishizu mehr Lebenspunkte besaß.
[Kyon: 1200LP Ishizu: 6800LP]
„Damit beende ich diesen Zug.“ Kyon überlegte eine Weile, bis er schließlich etwas fragte. „Kennen Sie den Ausgang des Duells?“
Diese Frage hatte sie schon viel früher erwartet und lachte. „Vielleicht...“
„Wenn Sie es wissen, warum spielen wir dann überhaupt?“ Kyon verzog etwas skeptisch das Gesicht. Noch immer fragte er sich, ob sie nicht doch eine Hochstaplerin sei.
„Vielleicht hat es einen tieferen Sinn.“ Gab sie als Antwort.
„Und welchen?“
„Deine Seele ist besonders. Als einer der Auserwählten stecken verborgene Kräfte in dir, doch du musst erwachen. Dieses Duell soll deine Seele darauf vorbereiten, denn harte Kämpfe warten auf dich... alles hat seinen Sinn im Leben und so auch dieses Duell. Vertraue auf dein Schicksal, denn du kannst ihm nicht entkommen.“ Kyon aber kratzte sich nur am Hinterkopf und brummte ungläubig vor sich hin.
„Was sind die Auserwählten?“
„Ich weiß es leider nicht genau... die Visionen, die ich hatte und habe sind undeutlich. Sie sprechen wie in einer fremden Sprache zu mir, und lassen Teile aus. Es ist an dir, herauszufinden wer du bist. Doch diese Auserwählten... sie sind an das Schicksal der Welt gekettet.“ Ishizu tat es leid, dass sie ihm nicht mehr sagen konnte. Sie selbst konnte kaum glauben, dass ihre Visionen ohne die Millenniumskette zu ihr zurückkehrten. Jede Nacht wenn sie schlief sah sie den Schatten, der die Erde heimsuchen wollte. Aber sieben bunte Lichter verdrängten ihn und kämpften gegen die Dunkelheit an. Doch drohten sie, verschluckt zu werden...
„Ich setze nur ein Monster verdeckt.“ Meinte Ishizu dann, da sie immerhin am Zug war. Vor ihr lag eine horizontale Karte mit dem Kartenbild nach unten. ((Seine Aura verändert sich nicht... ich sah dieses Duell, aber... alles verschwommen. Tu ich das Richtige?)) Überlegte Ishizu besorgt. Aber sie wollte Kyon ihre Unsicherheit nicht zeigen. Auch sie musste an das Schicksal glauben, entschied sie.
„AHHHHHHHHHHHHH...“ Kyon ging in die Knie, als er erneut Lebenspunkte verlor.
[Kyon: 700LP Ishizu: 6800LP]
((Warum tut das so weh? Das sind doch nur Hologramme... oder... nicht?)) Er bemerkte erst jetzt, dass sich eine Wärme in ihm ausgebreitet hatte. Sie war angenehm, aber auch irgendwie unbändig wie das Meer.
Langsam richtete er sich auf, nicht glauben könnend, was mit ihm geschah. Diese Kraft fühlte sich schwach an, aber sie war da. Sie gehörte zu ihm. ((Ist das, was Ishizu meinte?))
Auch sie bemerkte es, denn eine ganz schwache, violette Energieaura flimmerte um Kyon.
((Nicht mehr lange...)) Dachte sie mit einem Lächeln.
„Zeit, dass dieses Duell weitergeht!“ Rief Kyon entschlossen. „Ich beschwöre Erfahrener weißer Magier (ATK/1700)!“
Weißer Stoff verhüllte den Magier, welcher wie sein finsterer Gefährte einen Stab in der Hand hielt.
„Und jetzt, Tausend Messer!“ Brüllte Kyon und sah zum Schwarzen Magier auf. Dieser ließ endlos viele Messer um Kyon herum erscheinen, die mit ihrer Spitze alle auf die verdeckte Monsterkarte zeigten und zu ihr hinab schnellten. Zolga (DEF/1200) wurde von ihnen durchbohrt und zersprang.
„Und jetzt Doppelmagieangriff, meine Monster!“ Beide Hexer schwebten in die Luft und kreuzten ihre Stäbe. Dann schossen sie einen weißschwarzen Energieball ab, den Ishizu mit ihrer Dueldisk abwehrte. Dabei wurde ihr Körper weggedrückt und sie stolperte.
[Kyon: 700LP Ishizu: 1900LP]
„Mehr kann ich nicht tun!“ Die Aura um Kyon wurde langsam stärker und deutlicher.
„Nun... bald ist es entschieden. Ich vertraue auf dich, Kyon.“ Meinte Ishizu und zog eine weitere Karte. Dann sah sie ihr Blatt an.
- Keldo (Monster ATK/1200 DEF/1600)
- Tribut-Explosion (Falle/Normal)
- Spiegelkraft (Falle/Normal)
- Ungültigkeit (Falle/Normal)
Schließlich spielte sie wieder ein Monster zum Verteidigen und setzte außerdem alle drei anderen Karten vor sich aufs Feld.
„Es liegt jetzt an dir, den Ausgang dieses Duells zu bestimmen.“ Schloss sie ihren Zug schnell ab.
„Okay... AHHHHHHHHH!“ Kyon spürte wieder diesen grausamen Schmerz, deutlicher als je zuvor und hielt sich den Kopf. Seine Aura verblasste und war fast gänzlich verschwunden.
[Kyon: 200LP Ishizu: 1900LP]
Nachdem er sich erholt hatte, betrachtete er ihr Feld. ((Oh man, gleich drei Fallen... meine einzige Handkarte ist der Mystische Raum-Taifun. Eine kann ich auslöschen, aber die anderen beiden...))
Zeitgleich dachte auch Ishizu nach. ((Wenn er diese Runde meine Lebenspunkte nicht auf 0 bringen kann, wird er so oder so verlieren. Ich weiß, was er gezogen hat. Er muss die Karte rechts von sich aus erwischen, wenn er meine Spiegelkraft vernichten will. Ansonsten greife ich ihn nächste Runde mit Keldo direkt an und lösche seine Lebenspunkte aus.))
((Was mach ich nur? Egal wie ich es drehe und wende... klar ist, dass mein Erfahrener weißer Magier ihr verdecktes Monster schlagen muss... oder ich bin verloren. Aber... ach, spiel einfach drauf los, Kyon!)) Er setzte eine kämpferische Mimik auf und schob seine Schnellzauberkarte in den Slot.
„Mystischer Raum-Taifun... damit vernichte ich eine Ihrer verdeckten Karten!“ Aus seiner Karte tauchte ein Wirbelsturm auf, der heftigen Wind im Ausstellungsraum entfachte. Ishizus weißes Kleid flatterte unbändig durch die Luft, wie auch ihr schwarzes Haar.
„Welche Karte wählst du?“ Fragte sie ihn ruhig.
„Die mittlere!“ Meinte Kyon.
Der Taifun schoss wie ein Pfeil auf die Karte zu. „HALT! Ich will lieber die rechte!“
Entschied sich Kyon um. Ein eiskaltes Gefühl durchströmte ihn, als er sich für die goldene Mitte entschied. Es war falsch, das wusste er.
Zu seinem Glück änderte der Wirbelsturm jedoch seine Richtung und riss Ishizus Spiegelkraft in tausend Stücke. Kyon atmete erleichtert auf.
„Eine gute Wahl...“ Lächelte die Frau ihn zufrieden an.
„Ja... man, das war knapp!“ Pfiff Kyon aufgeregt. „Los, Erfahrener weißer Magier, Angriff auf das Monster!“ Befahl er und atmete schneller.
Ein Lichtstrahl vom Zepter aus zerstörte das Monster.
„Du hast Keldo zerstört, damit wähle ich zwei Karten von deinem Friedhof und schicke sie in dein Deck zurück... nun ist es Zeit, dich von den Lakidos zu erlösen.“ Meinte sie. Aus Kyons Friedhof schossen zwei Lichtblitze direkt in Ishizus Deck.
„Okay... beende es, Schwarzer Magier! Schwarze Magie-Attacke!“ Brüllte Kyon durch den Raum und leuchtete unscheinbar hell in seiner violetten Aura auf.
Diese ging auf den Magier über, der einen mächtigen Angriff auf Ishizu richtete. Sie sah der Feuerkugel lächelnd entgegen und breitete ihre Arme aus.
((Es ist vollbracht!)) Dachte sie froh und wurde von der Attacke getroffen.
[Kyon: 200LP Ishizu: 0LP]
Kyon sackte zusammen und stützte sich mit seinen Händen erschöpft vom Fließboden ab. Keuchend sah er zu der ägyptischen Frau auf, die zu ihm schritt.
„Ich bin beeindruckt… deine Seele ist bereit… ich danke dir…“ Die Hologramme der beiden Magier und verdeckten Karten verschwanden.
„Bereit?“ Kyon sah auf.
„Für eine lange und gefährliche Reise…“ Murmelte Ishizu. „Lass mich dir erklären...“
- mittlerweile Frank zu Hause -
Als die beiden den Film zu Ende geschaut hatten, überredete Frank Anja, noch mit zu ihm zu kommen. Dabei war es erstaunlich, wie einfach Anja es ihm machte.
Im kleinen Zimmer angekommen, sah sich das Mädchen erstmal kurz um. Es gab Schränke, einen Schreibtisch aber ohne Computer, ein Bett neben einem Fenster und ziemlich viele Poster von halbnackten Frauen.
((Was für ein Idiot.)) Dachte sie grimmig, lächelte aber falsch vor sich hin.
„Wir haben bis morgen sturmfreie Bude… sag mal… kannst du mir bei den Biologie-Hausaufgaben helfen?“ Sagte Frank übertrieben gut gelaunt und ging an ihr vorbei.
„Hä? Du bist doch gar nicht in derselben Klasse wie ich…“ ((Würde mich auch schwer wundern, wenn der weiter wäre als ich... aber Nick schafft’s ja auch, jedes Jahr in die nächste Klasse zu kommen.)) Bei diesen Überlegungen musste sich unwillkürlich schmunzeln.
Frank grinste derweil vor sich hin und warf sich aufs Bett.
„Naja… das mit den Bienchen und den Blümchen kapiere ich nicht so ganz… würdest du mir da helfen?“ Dabei sah er sie abwartend an und zwinkerte schließlich.
Anjas Gesicht verformte sich zu einer Grimasse, doch kein Ton verließ ihre Lippen. ((Meint er das ernst oder will er nur vögeln? Alle die wollen, dürfen Wetten abschließen...))
„Bienchen und Blümchen? Ist doch einfach. Bienen bestäuben die Blumen bei-“
„Komm her, Anja.“ Winkte er sie genervt zu sich hinüber.
((Kannst es wohl kaum abwarten, was? Na den Spaß gönn ich dir...)) Sie kicherte verschwörerisch und krabbelte zu ihm aufs Bett.
Er glotzte in ihr Dekollete, griff sie am Nacken und versuchte, sie zu küssen, doch sie wehrte ihn sanft ab.
„Ich hol schnell was…“ Sie zwinkerte genauso wie er und ging zu ihrer Handtasche, welche sie an der Tür abgelegt hatte. Mit einem Schal und vier Gürteln in den Händen kehrte sie dann zu ihm zurück.
„Was wird denn das?“ Fragte er amüsiert. „Stehst du auf Fesselspielchen?“
„Jaaaah.“ Grinste sie verführerisch.
„Ich habe Handschellen da, du brauchst das nicht...“
((Oh doch, und wie ich das brauch...)) „Lass mich nur machen...“
Sie verband ihm mit dem Schaal die Augen. Danach schnallte sie ihn mit den Gürteln am Bett fest. Dann hockte sie sich auf seine Lendengegend und knöpfte sein blaues Hemd erstmal auf.
Als sie fertig war, fragte sie: „Habt ihr hier Schlagsahne…? hihihi…“
Frank freute sich wie ein Honigkuchenpferd und grinste in sich hinein. „Klar, in der Küche.“
Kurz darauf kam Anja mit der Dose wieder und setzte wieder auf ihn drauf.
„Kann’s losgehen?“ Fragte er und drehte etwas den Kopf, konnte nicht dieses bösartiges Grinsen auf ihrem Gesicht sehen. Dieses verdüsterte sich immer mehr.
„Klar doch…“ Murmelte sie mit Schadensfreude.
Kurz darauf spürte Frank einen harten Schmerz in seiner Magengegend. Dort hatte Anja die Dose draufgehauen.
„AU… Was soll das denn? Warum schlägst du mich?!“ Keifte er erzürnt und verwirrt zugleich.
„Es heißt doch Schlagsahne, oder nicht?“ Tat sie unschuldig. „SM-Spielzeug kann lecker sein, was?“ Dabei sprühte sie sich etwas des süßen Schaums auf den Finger und steckte ihn in Franks Mund.
„Da hast du was falsch verstanden…“ Murmelte er genervt.
Anja warf die Dose schließlich weg.
„Naja… dann kommen wir jetzt eben zum Hauptteil…“ Meinte sie gleichgültig und ging einmal mehr von ihm runter um etwas aus ihrer Handtasche zu holen.
„Was machst du jetzt?“ Wollte er wissen.
„Ich hole die Gummi…“ Dabei gab Frank einen stillen Jauchzer von sich. „…handschuhe.“
Sein Gesicht fiel praktisch in sich zusammen. „Gummihandschuhe? Wofür das denn?“
„Hehehehehehe… Rache…“
„Was meinst du damit?“
„Du hast mich blamiert! Der erste Kerl mit dem ich ausgehe muss ausgerechnet eine Wette abschließen! Wegen dir denkt jetzt die ganze Schule, dass ich ... DU!“
„Was laberst du für einen Unsinn...“ Frank fühlte sich verarscht.
„Und schlimmer noch! Wegen dir hab ich Basti für immer verloren... was soll er von mir denken, wenn ich als Wetteinsatz gelte?“ Jammerte sie und kreischte dann wütend. „Mal abgesehen davon, dass du Nick ebenso blamiert hast und ihm sogar Prügel angedroht hast, wenn ich nicht mit dir ausgehe! Arschlöcher wie dich hasse ich! Blute!“ Ihre Augen verdrehten sich langsam. Er schluckte nur noch.
- von draußen -
„AH… NICHT… NEIN… AUAU…“ Hörte man ihn gequält schreien.
„MUAHAHAHAHAHAHAHAHA…“ Lachte Anja. „Das tut gut! Jaaaaaa... (Anja-Gollum)!“
„HIL…HILF…“
Ein noch lauter Schmerzenschrei ertönte und Anja befahl: „RUHE! Das musst du jetzt ausbaden, dummer Macho!“
Und wenn er nicht gestorben ist, vermisst er jetzt eine Niere...
Turn 11 - Intuition
Anja war noch immer misstrauisch, was Mark anging. Als sie ihn mit Nick zusammen auf dem Schulhof traf, fühlte sie wieder dieses eigenartige Gefühl. Schließlich konfrontierte sie ihn mit Fragen, denen er auswich. Um die Wahrheit aus ihm rauszulocken, duellierten sich die beiden sogar...
Kyons Deckliste
Ishizus Deckliste
Doch es lag ein Schatten über der Stadt Livington, denn nach wie vor verschwanden dort und in der näheren Umgebung Duellanten, deren Identität jedoch niemand kannte.
Dies blieb natürlich auch nicht Anja und Nick verborgen, die sich gerade in der Schulkantine befanden und Spagetti aßen. Obwohl die Bezeichnung ‚fressen’ bei Nick eher zutraf.
„Sasch Anjasch, hascht du nosch mal mit Mark geschpochen?“ Im ganzen Gesicht mit Tomatensoße bekleckert, sah Nick zu Anja auf, die gerade fertig gegessen hatte, ohne auch nur einen Fleck verschuldet zu haben.
Etwas peinlich berührt sah sie weg, denn die Schüler an den anderen Tischen sahen lachend und tuschelnd hinüber. ((Gott, was hab ich nur verbrochen, um so bestraft zu werden?)) Dachte sie niedergeschlagen, aber antwortete ihrem Freund.
„Nein. Aber ich sag dir, der ist komisch.“ Das letzte Wort bekam besonderen Nachdruck.
Anja und Nick saßen alleine an dem langen Tisch. Sie drehte sich nach links und rechts um und bemerkte Frank, der gerade mit ein paar Kumpels auf sie zuging.
Als er und seine zwei mit Muskeln bepackten Freunde ankamen, schickte er sie vor und stützte sich an ihrem Stuhl ab.
„Wir sehen uns heute nach der Schule, ja?“ Fragte er etwas verlegen und wurde von Anja misstrauisch gemustert.
Sie sah eine Weile seine blonden Haare an, die neuerdings mit Gel zugekleistert waren und schwieg. Ein knappes Nicken reichte Frank jedoch, er klopfte ihr kumpelhaft auf die Schulter und rannte zu seinen Freunden, die an der Tür zu einem Gang warteten.
„Heusche isch alscho dein Date mit ihm?“ Sprach Nick sie freudig an und schluckte die Nudeln hinunter.
„Ja, er hat mich angelabert.“
„Ihr werdet bestimmt ein tolles Paar sein.“ Doch als Nick sich die beiden nebeneinander vorstellte, musste er den Kopf schütteln. Anja war ein normales Mädchen, nicht mager oder dick, aber neben Frank sah sie aus wie ein Strich in der Landschaft.
„Nein, werden wir nicht... ich habe aber schon einen Grund, mit ihm auszugehen.“
„Der wäre?“ Fragte Nick und wischte sich seinen Mund am Ärmel seines weißen Hemdes ab. Doch Anja grinste nur geheimnisvoll und erhob sich. „Komm, der Unterricht fängt bald an. Hast du zufällig Klamotten zum Wechseln dabei?“ Dabei sah sie ihren Freund noch mal peinlich berührt an.
„Nein, wieso?“
Anja stöhnte genervt.
Ihr hoch gewachsener Freund stand ebenfalls auf und nahm sein Tablett, so wie Anja ihres vom Tisch nahm.
„Wann ist das Date?“ Wollte er wissen, während beide auf einen Schrank zugingen, der an die Wand lehnte und wo man seine Tabletts abstellen konnte samt Geschirr.
„Um 4 Uhr, wir gehen ins Kino.“ Anja bückte sich und schob ihr Zeugs in eines der wenigen freien Fächer.
„Und was ist mit deinem Hausarrest?“ Langsam ging ihr seine Fragerei auf den Keks.
„Das regele ich schon!“ Motzte sie ihn an und zischte an Nick vorbei.
Er sah ihr erstaunt hinterher, aber sagte nichts mehr. Ihm war klar, dass sie genug Probleme hatte...
- nach der Schule in Anja’s Zimmer -
Es war dreiviertel Vier und Anja machte sich gerade fertig.
Bereits fertig angezogen, stand sie vor dem Spiegel der in der Innentür ihres Schranks angebracht war und sah sich zufrieden an.
((Ja, so kann ich gehen...)) Dachte Anja, welche bewusst zu spät kommen würde. Jede Minute an Zeit, die sie weniger mit Frank verbringen musste, war ein Geschenk. Und dieses würde sie sich notfalls selbst kaufen...
Sie musste sich außerdem überlegen, wie das Haus verlassen konnte ohne, dass ihre Mutter etwas bemerkte. Sie lief zum Schreibtisch, auf dem ihre Handtasche lag. Daraus holte sie etwas hervor.
„Nur noch der rote Lippenstift…“ Sie umrandete mit einem kleinen Spiegel in der Hand ihre Lippen mit einem Edellippenstift. Danach ließ sie ihre Schminkutensilien in ihre Handtasche verschwinden.
„Fertig!“ Rief sie leise giggelnd.
Anja, die ein rotes Top mit Jeansrock und schwarzen Stiefeln trug, ging hinüber zu ihrem Bett, auf der ihre Schultasche lag.
„Was brauch ich noch? Gürtel, Schal… und...“ Sie kramte wahllos das Zeug aus ihren Schubladen hervor und stopfte es in die viel zu kleine Tasche.
Dennoch sah man kurze Zeit später nicht, was sie so alles mit sich rumschleppte.
((Ich werde mal versuchen, mich raus zu schleichen...)) Plante sie und verließ dann das Zimmer.
- im Wohnzimmer -
Anja versuchte ganz schnell auf Zehenspitzen zu verschwinden.
((Bloß keinen Lärm machen, wenn sie mich hört, bin ich tot...)) Während sie am Sofa vorbei tapste, ließ sie die Stimme ihrer Mutter auffahren.
„Anja, wo willst du hin?“ Hörte sie sie schneidend fragen. Ihre erste Reaktion war es, die Tasche unbemerkt wegzuschmeißen und sich dann umzudrehen.
Ihre Mutter stand im Türrahmen der Küche, in einer Schürze, und musterte Anja ausgiebig.
„Was machst du da? Warum bist du so aufgedonnert?“ Wollte sie wissen.
„Also… naja… ich wollte… fragen, wie dir mein Outfit gefällt…............................und?“ Sie drehte sich etwas wackelig einmal um die eigene Achse.
„Ah ja…“ Ihre Mutter klang weniger überzeugt. „Hübsch siehst du aus… nur die Taschentücher passen nicht…“
„Welche Taschentücher denn?“ Wunderte sich Anja und blinzelte verdutzt.
„Die, die aus deinem Ausschnitt rausgucken…“ Kicherte ihre Mutter
Das Mädchen fasste sich entsetzt an die Brüste und zog die Taschentücher raus, um sie wieder ordentlich rein zu stopfen.
„Die sind doch groß genug…“ Staunte ihre Mutter und verschränkte mit einem Elternblick die Arme. „Anja, wenn du was anstellst…“
„Ehehehe… wie kommst du nur darauf… ich probiere doch nur meine Outfits durch… vielleicht will ich mir in ein paar Jahren ja mal die Brüste vergrößern lassen?“
„W-W-WAS!?“ Die Frau stöhnte argwöhnisch. „Lass das, so was ist unattraktiv und teuer! Willst du so enden wie Pamela Anderson? Die kann heute nicht mal mehr ihre Füße sehen!“
„Das war ein Witz, Mum! Hast du früher nie deinen Ausschnitt etwas aufgepeppt?“ Auf diese Frage hin schüttelte ihre Mutter mit einem unlesbaren Blick den Kopf.
„...okay...“ Anja stöhnte genervt.
„Ich gehe jetzt in die Küche und backe einen Kuchen für den Geburtstag von unserer Nachbarin. Wehe, du stellst derweil was an…“ Meinte ihre Mutter dann mahnend und erwartete von Anja eine passende Antwort.
„Nicht doch…“ Sie winkte mit beiden Armen vor sich hin. „Ich doch nicht.“
Ihre Mum nickte und verschwand schließlich in der Küche. Eine Weile wartete das Mädchen ab, ehe sie nach ihrer Tasche suchte und lautlos das Haus verließ.
((Dumme Kuh, Eltern sind ja so naiv.)) Dachte Anja mit einem bösartigen Lächeln, als sie die Haustür schloss.
- halb 5 vor dem Kino -
„Du hast mich mit Absicht warten lassen, stimmt’s?“ Frank hatte leichte Zornesfalten auf der Stirn. Beide trafen sich vor dem Ticketschalter, an dem eine rothaarige Frau saß und eben Karten verkaufte. Dabei blies sie immer wieder eine rote Kaugummiblase vor sich auf.
„Tut mir leid...“ Entschuldigte sich Anja halbherzig. „Sei froh, dass ich überhaupt komme!“
Etwas angesäuert wandte sich Frank um und ging zum Ticketschalter.
„Ich nehme an, du willst so einen Liebesfilm ala Pretty Woman sehen?“
„Nee… House of the Dead 2 würde mir viel mehr gefallen…“ Säuselte Anja vor sich hin und folgte ihm. Etwas überrascht starrten Frank und die Verkäuferin das Mädchen an.
„Was denn?“ Motzte die.
„Das gefällt mir…“ Lachte Frank und musterte Anja von Kopf bis Fuß.
((Du wirst dich noch wundern, Freundchen.)) Gespielt fröhlich bestellte sie dann Tickets, wobei Frank sogar für Anja zahlte...
- zeitgleich in Japan, nachts vor einem Museum -
Die Dueldisk am Arm, lief der braunhaarige Kyon einen Steinweg entlang auf ein Gebäude zu, welches sich wie ein Kreis ausbreitete. Dabei nahm er ein paar Stufen und sah von weitem bereits gläserne Schiebetüren. Es war in jenem Gebäude dunkel, doch er erblickte den Schatten einer Person hinter jenen Türen. Dieser verschwand kurz daraufhin.
((Sie ist tatsächlich hier...)) Überlegte er und blieb erstmal auf halbem Wege stehen.
„Wach auf.“ Flüsterte eine weibliche Stimme Kyon zu.
Wie durch ein Wunder, stöhnte Kyon und öffnete seine Augen. Und das, obwohl ihn jemand gerade erst ins Reich der Schatten, einem grausamen Ort, verbannt hatte. Er drehte sich zu der schwarzhaarigen Dame in Weiß um und sah sie verwirrt an.
„Ich habe dich bereits erwartet…“ Sprach sie dann.
„Wie... was, wo ist denn...“ Kyon deutete zum Duellfeld.
„Lass mich dir erklären.“
Kyon jedoch sprang auf und stolperte zurück. „Wo war ich? Dieser kalte Ort... Dämonen und Schmerzen...“ Seine Panik war nahezu greifbar.
Auch die Frau erhob sich und stellte sich erstmal vor. „Ich bin Ishizu Ishtar und habe dich bereits erwartet.“
„Huh? Der Name Ishtar kommt mir bekannt vor...“ Aber Kyon fiel nicht ein, wo er ihn schon einmal gehört hatte. Sein ganzer Körper zitterte.
„Battle City.“ Sagte die Frau. „Mein Bruder Marik Ishtar wurde dort zweiter, geschlagen vom König der Spiele Yugi Muto.“
„Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas?“ Einen Moment vorher hätte vermutlich niemand gedacht, dass Kyon verängstigt war. Er sah Ishizu ungläubig an und schüttelte den Kopf.
„Kennen Sie Yugi Muto? Er ist mein Idol!“
Die Frau lächelte stolz. „Das hab ich gesehen, du spielst die gleichen Karten wie er. Aber darüber können wir uns später unterhalten.“
„Ach kommen Sie! Können Sie mir ein Autogramm besorgen?“ Kyon packte ihre Hand und setzte eine bittende Mimik auf. Sie nickte knapp und ertrug seinen lauten Jubel.
„Möglicherweise triffst du ihn jedoch schon bald selbst...“ Dann drehte sie sich um.
Kyon glaubte, seinen Ohren nicht trauen zu können. „Wie meinen?“
„Hör zu, Kyon Sangon. Du bist vom Schicksal auserwählt worden, auf eine Reise zu gehen. Obwohl ich die Millenniumskette nicht mehr besitze, hatte ich in letzter Zeit einige Visionen. Es ist bestimmt, dass wir uns heute hier treffen...“
„Höh?“ Kyon sah ihr hinterher, wie sie über das Duellfeld langsam zu den Stufen schritt.
„Du warst im Reich der Schatten gefangen, einem Ort, an dem Seelen festgehalten und gequält werden. Doch dein eigenes Herz... das Herz eines Auserwählten kann nicht von Personen wie deinem letzten Duellgegner gefangen werden. Sie sind zu schwach...“
„Ich stehe grad auf dem Schlauch... können Sie sich nicht etwas deutlicher ausdrücken?“ Kyon folgte ihr die Stufen hinauf zu einem der Ausgänge.
„Du wirst es selbst verstehen.“ Sie drehte sich auf der letzten Stufe um und schloss die Augen. Kyon fand ihren ägyptischen Style ziemlich abgefahren, irgendwie wurde ihm mulmig zumute.
„Wir treffen uns schon bald wieder, am Eingang des Museums für okkulte Künste. Dort werde ich dich in einem Duell prüfen und dir erklären, was vor dir liegt. Du selbst bestimmst, wann es soweit ist - ich werde da sein.“ Nun öffnete sie die Augen wieder und sah ihn eindringlich an. „Es ist sehr wichtig!“
„Verstehe...“ Der braunhaarige Junge schluckte einen dicken Kloß im Hals hinunter.
„Nun denn, Kyon Sangon... du hast viele Fragen, aber in deinem Herzen kennst du die Antworten. Du hast dich nicht umsonst hierher bemüht, um die Machenschaften jener Duellanten, die Seelen rauben, aufzudecken.“
„Ja-ja...“ Kyon bekam es langsam richtig mit der Angst zu tun. Woher wusste sie das und was meinte sie mit „Seelen rauben“ überhaupt? Er hatte gesehen, wie ein Duellant, der mit dieser Kathea spielte, umgekippt war nachdem er verlor. Daraufhin wurde er ja erst aufmerksam auf diese Bande. ((Wurde ihm wirklich die Seele gestohlen? Oh...))
„Wir werden uns wieder sehen...“ Kyon sah Ishizu hinterher, wie sie langsam gehend in einen dunklen Gang verschwand, welcher etwas abseits der Tribüne wegführte.
((Kann das wirklich sein? Ist das nur ein... ein Traum?)) Fragte er sich unwohl.
Doch es war kein Traum, das wusste er jetzt, wo er vor den geöffneten Türen des Museums stand und hinein schritt.
Er wunderte sich, was für eine Reise das sein sollte. Würde er Kathea und Greg bekämpfen? Würde Yugi Muto ihm dabei helfen? Fragen über Fragen und die Antworten wollte er jetzt hier finden.
„Ha-hallo?“ Rief er eingeschüchtert in die Dunkelheit.
„Du bist also gekommen, um mir deine Hilfe zu gewähren.“
Die schwarzhaarige Ishizu trat zufrieden aussehend aus der Dunkelheit vor Kyon und schnippte mit dem Finger. Schwaches Licht von der Decke glimmerte nun in dem leeren Eingangssaal, wo nur links eine Eintrittstheke stand und rings herum im Saal ein paar Bänke
mit verschiedenen Gängen abgehend in jede Richtung.
„Me-meine Hilfe? Wofür denn?“ Überrascht starrte er auf den gelben Fließboden.
„Dazu später mehr… folge mir!“ Die beiden gingen den linken Gang entlang in einen Ausstellungssaal. Überall hangen Dolche und andere abstrakte Instrumente.
In der Mitte standen einige Podeste und Vitrinen, die Steine und Derartiges enthielten.
„Schon bald wird uns großes Unheil widerfahren, wenn wir nichts dagegen tun…“ Erklärte Ishizu langsam, während sie sich in die Mitte des Saals hinbewegte.
„Und was genau soll passieren?“ Fragte der Junge zögerlich.
„Das weiß ich selbst nicht genau… nun, früher hatte ich starke Visionen dank meiner Millenniumskette… doch jetzt ist nur noch ein Fünkchen dieser Gabe übrig. Aber was ich gesehen habe, ist eine Person… die unserer Welt schaden will…“
„Aha… und jetzt?“ Für solchen Aberglauben hatte Kyon nichts übrig. „Sind Sie sicher, dass Sie nicht schlecht geträumt haben?“
„Es ist wahr!“ Beteuerte die Frau und drehte sich flehend zu ihm um. „Es wird geschehen. Du weißt es, tief in deinem Herzen. Spürst du denn nicht die Dunkelheit, die sich mit den Seelendieben ausbreitet?“
„Nein.“ Entgegnete er knapp.
„Bitte! Ich möchte dich damit beauftragen, Nachforschungen anzustellen… doch vorher muss ich deine Stärke als Duellant testen. Beim nächsten Schattenspiel...“ Sie brach ab, aber man konnte ihre Sorge genau sehen.
„Ein Duell, hmm?“
„Ja...“ Kyon sah sich um und dachte nach. „Okay.“ Lächelte er dann. Ishizu war davon etwas überrascht, machte Kyon doch vorher noch einen so skeptischen Eindruck. Er erklärte es aber sogleich.
„Was Sie sagen klingt... unreal. Aber... ich habe diese Leute selbst gesehen.“ Ihm tat der Duellant leid, welcher vor seinen Augen angeblich die Seele verloren hatte. Nicht einmal seinen Namen kannte er. „Kann ich ihn retten?“
„Vielleicht. Ich weiß es nicht, aber möglich ist es.“
„Okay! Ich will... ein Abenteuer erleben.“ Kyon atmete tief durch. ((Fern von hier... alleine, nur für mich... das wäre schön. Wenn Yugi mitkommt ist es mir egal, wie unsinnig das klingt. Oh man... ich bin vielleicht naiv. Sicher wird er nicht kommen und sie verarscht mich nur. Aber warum sollte sie das tun? Egal... tu es einfach, Kyon!))
Entschlossen blickte er auf und aktivierte seine Dueldisk. „Von mir aus kann es losgehen!“
„Danke, Kyon. Ich wusste, du würdest die Welt nicht im Stich lassen! Aber um zu sehen, ob du bereit bist, muss dieses Duell stattfinden!“ Erklärte sie ernst und aktivierte daraufhin ihre eigene Dueldisk am Arm.
[Kyon: 4000LP Ishizu: 4000LP]
„Ich werde beginnen.“ Entschied Ishizu und Kyon zeigte sich mit einem knappen Nicken einverstanden. Beide zogen ihre Starthände.
Ohne sich ihre sechste Karte anzuschauen, spielte Ishizu sie aus. „Erscheine, Agido (ATK/1500)!“
Eine kreisrunde Fee mit goldener Verzierung, welche ein Auge auf dem Körper darstellte, schwebte über dem Boden. Zusätzlich besaß es zwei scharfe Klauen an jeder Seite.
„Damit beende ich diesen Zug.“
((Ihr Monster ist ganz ungeschützt... was hat sie vor?)) Wundere sich Kyon.
Dennoch zog er und rief seinerseits auch ein Monster auf.
„Los, Walküre des Magiers (ATK/1600)!“ Eine schöne, rotblonde Magierin mit einem langen Zepter in der erhob sich vor ihm. „Attacke auf Agido!“ Befahl Kyon.
Mit einer pinken Lichtkugel, welche sie aus ihrem Zepter abschoss, ließ sie Agido beim Aufprall in Flammen aufgehen.
[Kyon: 4000LP Ishizu: 3900LP]
Ishizu blieb aber gelassen. Plötzlich rollte ein Würfel über den Boden in Kyons Richtung.
„Wenn Agido im Kampf zerstört wird...“ Begann die schwarzhaarige Frau zu erklären. „So wird ein Würfel gerollt und entsprechend dem Ergebnis kann ich eine Fee mit selber Stufe spezial beschwören.“
„Oh...“ Der Würfel hielt an und Kyon erblickte eine 5 darauf.
„Wie ich es erwartet habe. Los, erscheine! Diaga (ATK/1900)!“ Rief Ishizu. In einer Lichtsäule tauchte ein Wesen ohne Arme und Beine auf, stattdessen hatte es nur auf dem Rücken vier dreieckige Schwingen. Der ganze Körper bestand aus Bronze und der Kopf war klein und besaß nur ein Auge.
„Effekt!“ Aus Ishizus Deck schossen aus verschiedenen Sektionen drei Karten hervor. „Wenn Diaga als Spezialbeschwörung gerufen wird, darf ich jedes Monster, das Lakido heißt, von meinem Deck auf deinen Friedhof legen.“
„Huh?“ Kyon fing die Karten auf, die Ishizu ihm zuwarf. Es waren Lakido #1, Lakido #2 und Lakido #3. Etwas verwirrt legte der Junge mit den verwuschelten Haaren sie in seinen Friedhofsschacht.
Dann konzentrierte er sich wieder auf seinen Zug. „Ich setze noch eine Karte und beende danach.“ Kündigte er an. Ishizu lächelte zufrieden.
„Dann bin ich dran.“ Mit geschlossenen Augen nahm sie eine Karte von ihrem Blatt und legte
diese Monsterkarte in Angriffsposition auf die Battle City-Dueldisk. „Kelbek (ATK/1500)!“
Einmal mehr beschwor sie ein abstraktes Monster. Dieses hatte ein seltsames Rad mit orangefarbenen Stacheln an seinem Rücken hängen, ebenfalls keine Beine und sein Kopf war, wie der ganze Körper, eckig und zudem mit nur einem Auge versehen.
„Was sind das nur für merkwürdige Karten?“ Fragte Kyon sie neugierig.
„Schon gegen Seto Kaiba habe ich dieses Deck gespielt.“ Erklärte Ishizu mit einem gutmütigen Lächeln. „Damals war ich trotz meiner Millenniumskette nicht in der Lage, ihn zu besiegen. Ich kannte die Zukunft... und doch...“
„Seto Kaiba... man, Sie kennen aber viele Prominente...“ Kyon war ganz baff.
„Nun, noch immer befinden wir uns in einem Duell.“ Ishizu wurde ernster. „Los Diaga, vernichte Walküre des Magiers!“
Doch mit einer sanften Handbewegung öffnete Kyon seine verdeckte Karte. „Nicht so schnell! Angriff Annullieren! Damit beende ich Ihre Battle Phase.“
Die ägyptische Frau nickte und beendete unverrichteter Dinge damit ihren Zug.
Mit einer ausholenden Handbewegung zog Kyon die nächste Karte. Doch als er sie in der Hand hielt, fühlte er plötzlich einen leicht stechenden Schmerz im Kopf.
[Kyon: 3500LP Ishizu: 3900LP]
„Hey, wieso habe ich Lebenspunkte verloren?“ Wunderte er sich und hielt sich die Stirn.
„Jeder Lakido hat einen besonderen Effekt, solange er auf dem Friedhof liegt. Und da sie alle drei bei dir zu finden sind, ist es auch an dir, den Schaden von Lakido #2 zu nehmen.“ Erklärte Ishizu gelassen.
((Was!?)) Kyon konnte darauf nichts erwidern. ((Das also hat sie vor. Vom Friedhof aus Schaden zuzufügen. Und dort sind diese Karten auch noch fast sicher... ganz schön gerissen!))
„Das war nicht alles.“ Riss Ishizu ihn aus seinen Gedanken. „Denn zu Beginn eines jeden Zuges musst du dank Lakido #1 eine Handkarte ablegen.“
„Hmm...“ Widerwillig entschied sich Kyon für Riryoku und legte sie ab.
„Das wird trotzdem Ärger geben!“ Raunte er und nahm eine weitere Zauberkarte seines Blattes hervor. „Gehirnkontrolle! Im Austausch von 800 Lebenspunkten gehört eines Ihrer Monster für eine Runde mir.“
[Kyon: 2700LP Ishizu: 3900LP]
Diaga wechselte prompt die Seiten und stellte sich gegen Ishizu. Die blieb ruhig und verschränkte die Arme.
„Und jetzt sehen Sie her! Ich opfere meine beiden Monster...“ Kyon hielt ein Monster hoch in die Luft. Dummerweise verschwanden seine alten nicht. Ziemlich irritiert legte Kyon erstmal sein Tributmonster auf die Dueldisk, doch es tauchte nicht auf.
„Was ist denn hier los!? Ist die kaputt!?“ Wütend schlug Kyon mit der Faust auf die Dueldisk.
„Nein...“ Lachte Ishizu herzlich. „Lakido #3 verhindert, dass du Tributbeschwörungen durchführen kannst. Somit ist dein Schwarzer Magier machtlos.“
Kyon sah sie geschockt an. Doch dann verzog er grimmig das Gesicht.
„Ich rufe ihn auf, dann eben hiermit. Magische Dimension!“ Er hielt einen Schnellzauber in die Hand und steckte ihn in die Dueldisk.
Diaga wurde in einem goldenen Sarkophag eingeschlossen, welcher durch Ketten an Stahlstangen gebunden war. Dieser verschwand und plötzlich tauchte an dieser Stelle ein Mann in violetter Robe auf, welcher seinen spitz zulaufenden Hut zurechtrückte und sein langes Zepter schwang.
„Schwarzer Magier (ATK/2500)!“ Kyon strahlte nur so vor Freude. „Und durch Magische Dimension kann ich auch noch eines Ihrer Monster vernichten!“
Kelbek zersprang in tausend kleine Teile.
„Und jetzt Schwarze Magie-Attacke!“ Befahl er seinem Lieblingsmonster.
Dieses schleuderte eine Energiekugel auf Ishizu, welche ihre Arme über Kreuz hielt und eine Explosion erdulden musste. Als der Rauch sich verzog, stand sie zufrieden dar.
[Kyon: 2700LP Ishizu: 6400LP]
„Oh nein!“ Kreischte Kyon voller Entsetzen. „Was ist denn nun wieder passiert? Wie konnten Sie ohne verdeckte Karten ihre Lebenspunkte auffrischen?“
„Diaga kehrt jeden Schaden in dem Zug um, in welchem es auf den Friedhof gelegt wurde. Du hast einen langen Weg vor dir, aber ich weiß, du kannst mich besiegen...“ Murmelte Ishizu hoffnungsvoll.
Kyon jedoch sah ärgerlich seine Walküre des Magiers an. Mit ihr brauchte er gar nicht mehr anzugreifen, wenn Ishizu eh geheilt werden würden. Außerdem war er besorgt wegen der Karten, die sie auf seinem Friedhof platziert hatte. Somit war er ziemlich eingeschränkt.
((Wenn das mal gut geht...)) „Ich beende meinen Zug.“ Sprach er schließlich und hielt nur noch eine Karte in der Hand.
- derweil im Kino -
Der Film hatte gerade begonnen und Frank knabberte an seinen Fingernägeln, während Anja sich totlachte. Beide saßen in einer der hintersten Reihen und waren einige der wenigen Kinogänger, die sich diesen offenbar schlechten Film antaten.
„Ahahaha… man sieht die Unterhose des Zombiedarstellers, welcher gerade noch Sex mit der Hauptdarstellerin hatte… Ahahaha… Uwe Boll-Filme sind echt die besten für den Lachmuskel!“ Anja hielt sich den Bauch vor Lachen und zeigte auf die Leinwand.
„A… i-ich… dieser…“ Der halb zerfallene Zombie brüllte genau in die Kamera. Frank klammerte sich vor Schreck an Anja, die sich entsetzt an ihrer Cola verschluckte, von welcher sie gerade trank. Frank musst ihr auf den Rücken klopfen.
„*hust* Hau fester zu *hust* du Memme…“ Ächzte die Blondine und schlug nah Frank. Dann schlug er so fest auf ihren Rücken, dass Anja die Coladose aus der Hand rutschte und auf Franks Schoß fiel.
„Warte… ich mach das schon.“ Sie holte immer noch etwas lachend ein Taschentuch aus ihrer Hosentasche hervor und tüpfelte auf dem Missgeschick herum. Dabei kam sie ziemlich nah an Frank’s Schritt vorbei, was der zufrieden zur Kenntnis nahm.
„Ist ein guter Film.“ Murmelte er zu ihr und verschränkte beide Arme hinter dem Rücken.
„Und das ist nur der erste Teil eines langen Abends...“ Sie schaute ihn mit Unschuldsmiene an und blinzelte niedlich.
((Worauf du einen lassen kannst.)) Grinste er in sich hinein.
- zurück im Museum -
„Nun denn...“ Ishizu zog ihre Karte. „Ich rufe Mudora (ATK/1500) und rüste ihn mit Cestus von Dagla aus!“
Ein muskulöser, gebräunter Mann mit einer goldenen Pharaonenmaske auf dem Kopf erschien vor ihr. Sein herkömmliches Schwert wurde durch zwei Griffe mit Klingen ersetzt.
„Mudora erhält einen Kraftschub von 200 Punkten für jede Fee auf meinem Friedhof. Außerdem stärkt seine Waffe ihn um weitere 500 Angriffspunkte.“
„Oh oh...“ Kyon war klar, dass das Monster ziemlich stark werden würde.
Mudora (ATK/1500 zu 2100 zu 2600)
„Damit ist mein Monster sogar mächtiger als dein Schwarzer Magier.“ Stellte Ishizu trocken fest. Doch Kyon widersprach. „Schon, aber zuerst müssen Sie Walküre des Magiers aus dem Weg räumen, die andere Magier beschützt!“
Die Walküre stellte sich schützend vor den Schwarzen Magier und hielt tapfer das Zepter vor sich hin.
„So sei es!“ Mudora sprang nach vorn und teilte die Schönheit mit einem Schlag seiner Waffe in zwei Stücke.
[Kyon: 1700LP Ishizu: 7400LP]
„Wie haben Sie schon wieder Lebenspunkte bekommen!?“ Kyon war entsetzt und stolperte zurück. Dabei stieß er an eine der Vitrinen und sah sofort nach, ob er nichts beschädigt hatte.
„Wenn ein Monster, das den Cestus von Dagla trägt, Kampfschaden zufügt, heilt dieser mich um selbigen Betrag.“
((Während meine Lebenspunkte in den Keller fallen, erhöhen sich ihre immer mehr... ich muss was tun!)) Ihm war klar, dass er heftig in der Klemme steckte.
„Damit beende ich meinen Zug.“ Ishizu blieb ruhig. Letztendlich glaube sie an Kyon, trotz seiner misslichen Lage. ((Er ist einer der Auserwählten, die jedes Dunkel besiegen können. Doch sein Herz ist noch nicht vollkommen erwacht. Kyon, habe Vertrauen in dich!))
Der Junge zog seine nächste Karte und erinnerte sich daran, dass er durch Lakido #1 auf seinem Friedhof sogleich wieder eine abwerfen musste. Dies tat er auch, er legte den Stein der Weisen auf den Friedhof. Außerdem wurde der Schmerz in seinem Kopf etwas stärker, denn Lakido #2 kostete ihn 500 weitere Lebenspunkte.
[Kyon: 1200LP Ishizu: 7400LP]
„Ich aktiviere Magische Hand mithilfe des Schwarzen Magiers. Jetzt ziehe ich sofort drei Karten!“
Der Hexer nahm seinen Hut ab, ließ sein Zepter einen Moment lang neben sich schweben und holte aus jener Kopfbedeckung drei Karten hervor. Zeitgleich zog Kyon selbige Anzahl an Karten und ging sie durch.
((Wiedergeburt... damit kann man ein Monster reanimieren, das auf einem unserer Friedhöfe liegt. Hey, ich hab eine Idee.)) „Ich aktiviere diese Zauberkarte, um jetzt Lakido #1 von meinem Friedhof zu rufen.“
Ein Lichtstrahl von Kyons Friedhof schoss in Ishizus Deck. Kein Monster tauchte auf seiner Spielfeldseite auf.
„Wa-aber?“
„Die besondere Gabe aller Lakidos schickt sie in mein Deck zurück, wenn sie den Friedhof verlassen. Ich muss dich enttäuschen, aber dein Plan ist fehlgeschlagen.“ Kyon stöhnte genervt.
„Immerhin muss ich jetzt keine Karten mehr ablegen. Aber ich bin noch nicht fertig! Magische Formel!“
In der Hand des Schwarzen Magiers tauchte ein altes Buch auf, aus dem er las.
Schwarzer Magier (ATK/2500 zu 3200)
„Das reicht, um Mudora zu besiegen! Attacke!“ Brüllte Kyon.
Mit einem weiteren schwarzen Energieball zerstörte der Magier seinen Gegner und Kyon war froh, endlich die Oberhand gewonnen zu haben, auch wenn Ishizu mehr Lebenspunkte besaß.
[Kyon: 1200LP Ishizu: 6800LP]
„Damit beende ich diesen Zug.“ Kyon überlegte eine Weile, bis er schließlich etwas fragte. „Kennen Sie den Ausgang des Duells?“
Diese Frage hatte sie schon viel früher erwartet und lachte. „Vielleicht...“
„Wenn Sie es wissen, warum spielen wir dann überhaupt?“ Kyon verzog etwas skeptisch das Gesicht. Noch immer fragte er sich, ob sie nicht doch eine Hochstaplerin sei.
„Vielleicht hat es einen tieferen Sinn.“ Gab sie als Antwort.
„Und welchen?“
„Deine Seele ist besonders. Als einer der Auserwählten stecken verborgene Kräfte in dir, doch du musst erwachen. Dieses Duell soll deine Seele darauf vorbereiten, denn harte Kämpfe warten auf dich... alles hat seinen Sinn im Leben und so auch dieses Duell. Vertraue auf dein Schicksal, denn du kannst ihm nicht entkommen.“ Kyon aber kratzte sich nur am Hinterkopf und brummte ungläubig vor sich hin.
„Was sind die Auserwählten?“
„Ich weiß es leider nicht genau... die Visionen, die ich hatte und habe sind undeutlich. Sie sprechen wie in einer fremden Sprache zu mir, und lassen Teile aus. Es ist an dir, herauszufinden wer du bist. Doch diese Auserwählten... sie sind an das Schicksal der Welt gekettet.“ Ishizu tat es leid, dass sie ihm nicht mehr sagen konnte. Sie selbst konnte kaum glauben, dass ihre Visionen ohne die Millenniumskette zu ihr zurückkehrten. Jede Nacht wenn sie schlief sah sie den Schatten, der die Erde heimsuchen wollte. Aber sieben bunte Lichter verdrängten ihn und kämpften gegen die Dunkelheit an. Doch drohten sie, verschluckt zu werden...
„Ich setze nur ein Monster verdeckt.“ Meinte Ishizu dann, da sie immerhin am Zug war. Vor ihr lag eine horizontale Karte mit dem Kartenbild nach unten. ((Seine Aura verändert sich nicht... ich sah dieses Duell, aber... alles verschwommen. Tu ich das Richtige?)) Überlegte Ishizu besorgt. Aber sie wollte Kyon ihre Unsicherheit nicht zeigen. Auch sie musste an das Schicksal glauben, entschied sie.
„AHHHHHHHHHHHHH...“ Kyon ging in die Knie, als er erneut Lebenspunkte verlor.
[Kyon: 700LP Ishizu: 6800LP]
((Warum tut das so weh? Das sind doch nur Hologramme... oder... nicht?)) Er bemerkte erst jetzt, dass sich eine Wärme in ihm ausgebreitet hatte. Sie war angenehm, aber auch irgendwie unbändig wie das Meer.
Langsam richtete er sich auf, nicht glauben könnend, was mit ihm geschah. Diese Kraft fühlte sich schwach an, aber sie war da. Sie gehörte zu ihm. ((Ist das, was Ishizu meinte?))
Auch sie bemerkte es, denn eine ganz schwache, violette Energieaura flimmerte um Kyon.
((Nicht mehr lange...)) Dachte sie mit einem Lächeln.
„Zeit, dass dieses Duell weitergeht!“ Rief Kyon entschlossen. „Ich beschwöre Erfahrener weißer Magier (ATK/1700)!“
Weißer Stoff verhüllte den Magier, welcher wie sein finsterer Gefährte einen Stab in der Hand hielt.
„Und jetzt, Tausend Messer!“ Brüllte Kyon und sah zum Schwarzen Magier auf. Dieser ließ endlos viele Messer um Kyon herum erscheinen, die mit ihrer Spitze alle auf die verdeckte Monsterkarte zeigten und zu ihr hinab schnellten. Zolga (DEF/1200) wurde von ihnen durchbohrt und zersprang.
„Und jetzt Doppelmagieangriff, meine Monster!“ Beide Hexer schwebten in die Luft und kreuzten ihre Stäbe. Dann schossen sie einen weißschwarzen Energieball ab, den Ishizu mit ihrer Dueldisk abwehrte. Dabei wurde ihr Körper weggedrückt und sie stolperte.
[Kyon: 700LP Ishizu: 1900LP]
„Mehr kann ich nicht tun!“ Die Aura um Kyon wurde langsam stärker und deutlicher.
„Nun... bald ist es entschieden. Ich vertraue auf dich, Kyon.“ Meinte Ishizu und zog eine weitere Karte. Dann sah sie ihr Blatt an.
- Keldo (Monster ATK/1200 DEF/1600)
- Tribut-Explosion (Falle/Normal)
- Spiegelkraft (Falle/Normal)
- Ungültigkeit (Falle/Normal)
Schließlich spielte sie wieder ein Monster zum Verteidigen und setzte außerdem alle drei anderen Karten vor sich aufs Feld.
„Es liegt jetzt an dir, den Ausgang dieses Duells zu bestimmen.“ Schloss sie ihren Zug schnell ab.
„Okay... AHHHHHHHHH!“ Kyon spürte wieder diesen grausamen Schmerz, deutlicher als je zuvor und hielt sich den Kopf. Seine Aura verblasste und war fast gänzlich verschwunden.
[Kyon: 200LP Ishizu: 1900LP]
Nachdem er sich erholt hatte, betrachtete er ihr Feld. ((Oh man, gleich drei Fallen... meine einzige Handkarte ist der Mystische Raum-Taifun. Eine kann ich auslöschen, aber die anderen beiden...))
Zeitgleich dachte auch Ishizu nach. ((Wenn er diese Runde meine Lebenspunkte nicht auf 0 bringen kann, wird er so oder so verlieren. Ich weiß, was er gezogen hat. Er muss die Karte rechts von sich aus erwischen, wenn er meine Spiegelkraft vernichten will. Ansonsten greife ich ihn nächste Runde mit Keldo direkt an und lösche seine Lebenspunkte aus.))
((Was mach ich nur? Egal wie ich es drehe und wende... klar ist, dass mein Erfahrener weißer Magier ihr verdecktes Monster schlagen muss... oder ich bin verloren. Aber... ach, spiel einfach drauf los, Kyon!)) Er setzte eine kämpferische Mimik auf und schob seine Schnellzauberkarte in den Slot.
„Mystischer Raum-Taifun... damit vernichte ich eine Ihrer verdeckten Karten!“ Aus seiner Karte tauchte ein Wirbelsturm auf, der heftigen Wind im Ausstellungsraum entfachte. Ishizus weißes Kleid flatterte unbändig durch die Luft, wie auch ihr schwarzes Haar.
„Welche Karte wählst du?“ Fragte sie ihn ruhig.
„Die mittlere!“ Meinte Kyon.
Der Taifun schoss wie ein Pfeil auf die Karte zu. „HALT! Ich will lieber die rechte!“
Entschied sich Kyon um. Ein eiskaltes Gefühl durchströmte ihn, als er sich für die goldene Mitte entschied. Es war falsch, das wusste er.
Zu seinem Glück änderte der Wirbelsturm jedoch seine Richtung und riss Ishizus Spiegelkraft in tausend Stücke. Kyon atmete erleichtert auf.
„Eine gute Wahl...“ Lächelte die Frau ihn zufrieden an.
„Ja... man, das war knapp!“ Pfiff Kyon aufgeregt. „Los, Erfahrener weißer Magier, Angriff auf das Monster!“ Befahl er und atmete schneller.
Ein Lichtstrahl vom Zepter aus zerstörte das Monster.
„Du hast Keldo zerstört, damit wähle ich zwei Karten von deinem Friedhof und schicke sie in dein Deck zurück... nun ist es Zeit, dich von den Lakidos zu erlösen.“ Meinte sie. Aus Kyons Friedhof schossen zwei Lichtblitze direkt in Ishizus Deck.
„Okay... beende es, Schwarzer Magier! Schwarze Magie-Attacke!“ Brüllte Kyon durch den Raum und leuchtete unscheinbar hell in seiner violetten Aura auf.
Diese ging auf den Magier über, der einen mächtigen Angriff auf Ishizu richtete. Sie sah der Feuerkugel lächelnd entgegen und breitete ihre Arme aus.
((Es ist vollbracht!)) Dachte sie froh und wurde von der Attacke getroffen.
[Kyon: 200LP Ishizu: 0LP]
Kyon sackte zusammen und stützte sich mit seinen Händen erschöpft vom Fließboden ab. Keuchend sah er zu der ägyptischen Frau auf, die zu ihm schritt.
„Ich bin beeindruckt… deine Seele ist bereit… ich danke dir…“ Die Hologramme der beiden Magier und verdeckten Karten verschwanden.
„Bereit?“ Kyon sah auf.
„Für eine lange und gefährliche Reise…“ Murmelte Ishizu. „Lass mich dir erklären...“
- mittlerweile Frank zu Hause -
Als die beiden den Film zu Ende geschaut hatten, überredete Frank Anja, noch mit zu ihm zu kommen. Dabei war es erstaunlich, wie einfach Anja es ihm machte.
Im kleinen Zimmer angekommen, sah sich das Mädchen erstmal kurz um. Es gab Schränke, einen Schreibtisch aber ohne Computer, ein Bett neben einem Fenster und ziemlich viele Poster von halbnackten Frauen.
((Was für ein Idiot.)) Dachte sie grimmig, lächelte aber falsch vor sich hin.
„Wir haben bis morgen sturmfreie Bude… sag mal… kannst du mir bei den Biologie-Hausaufgaben helfen?“ Sagte Frank übertrieben gut gelaunt und ging an ihr vorbei.
„Hä? Du bist doch gar nicht in derselben Klasse wie ich…“ ((Würde mich auch schwer wundern, wenn der weiter wäre als ich... aber Nick schafft’s ja auch, jedes Jahr in die nächste Klasse zu kommen.)) Bei diesen Überlegungen musste sich unwillkürlich schmunzeln.
Frank grinste derweil vor sich hin und warf sich aufs Bett.
„Naja… das mit den Bienchen und den Blümchen kapiere ich nicht so ganz… würdest du mir da helfen?“ Dabei sah er sie abwartend an und zwinkerte schließlich.
Anjas Gesicht verformte sich zu einer Grimasse, doch kein Ton verließ ihre Lippen. ((Meint er das ernst oder will er nur vögeln? Alle die wollen, dürfen Wetten abschließen...))
„Bienchen und Blümchen? Ist doch einfach. Bienen bestäuben die Blumen bei-“
„Komm her, Anja.“ Winkte er sie genervt zu sich hinüber.
((Kannst es wohl kaum abwarten, was? Na den Spaß gönn ich dir...)) Sie kicherte verschwörerisch und krabbelte zu ihm aufs Bett.
Er glotzte in ihr Dekollete, griff sie am Nacken und versuchte, sie zu küssen, doch sie wehrte ihn sanft ab.
„Ich hol schnell was…“ Sie zwinkerte genauso wie er und ging zu ihrer Handtasche, welche sie an der Tür abgelegt hatte. Mit einem Schal und vier Gürteln in den Händen kehrte sie dann zu ihm zurück.
„Was wird denn das?“ Fragte er amüsiert. „Stehst du auf Fesselspielchen?“
„Jaaaah.“ Grinste sie verführerisch.
„Ich habe Handschellen da, du brauchst das nicht...“
((Oh doch, und wie ich das brauch...)) „Lass mich nur machen...“
Sie verband ihm mit dem Schaal die Augen. Danach schnallte sie ihn mit den Gürteln am Bett fest. Dann hockte sie sich auf seine Lendengegend und knöpfte sein blaues Hemd erstmal auf.
Als sie fertig war, fragte sie: „Habt ihr hier Schlagsahne…? hihihi…“
Frank freute sich wie ein Honigkuchenpferd und grinste in sich hinein. „Klar, in der Küche.“
Kurz darauf kam Anja mit der Dose wieder und setzte wieder auf ihn drauf.
„Kann’s losgehen?“ Fragte er und drehte etwas den Kopf, konnte nicht dieses bösartiges Grinsen auf ihrem Gesicht sehen. Dieses verdüsterte sich immer mehr.
„Klar doch…“ Murmelte sie mit Schadensfreude.
Kurz darauf spürte Frank einen harten Schmerz in seiner Magengegend. Dort hatte Anja die Dose draufgehauen.
„AU… Was soll das denn? Warum schlägst du mich?!“ Keifte er erzürnt und verwirrt zugleich.
„Es heißt doch Schlagsahne, oder nicht?“ Tat sie unschuldig. „SM-Spielzeug kann lecker sein, was?“ Dabei sprühte sie sich etwas des süßen Schaums auf den Finger und steckte ihn in Franks Mund.
„Da hast du was falsch verstanden…“ Murmelte er genervt.
Anja warf die Dose schließlich weg.
„Naja… dann kommen wir jetzt eben zum Hauptteil…“ Meinte sie gleichgültig und ging einmal mehr von ihm runter um etwas aus ihrer Handtasche zu holen.
„Was machst du jetzt?“ Wollte er wissen.
„Ich hole die Gummi…“ Dabei gab Frank einen stillen Jauchzer von sich. „…handschuhe.“
Sein Gesicht fiel praktisch in sich zusammen. „Gummihandschuhe? Wofür das denn?“
„Hehehehehehe… Rache…“
„Was meinst du damit?“
„Du hast mich blamiert! Der erste Kerl mit dem ich ausgehe muss ausgerechnet eine Wette abschließen! Wegen dir denkt jetzt die ganze Schule, dass ich ... DU!“
„Was laberst du für einen Unsinn...“ Frank fühlte sich verarscht.
„Und schlimmer noch! Wegen dir hab ich Basti für immer verloren... was soll er von mir denken, wenn ich als Wetteinsatz gelte?“ Jammerte sie und kreischte dann wütend. „Mal abgesehen davon, dass du Nick ebenso blamiert hast und ihm sogar Prügel angedroht hast, wenn ich nicht mit dir ausgehe! Arschlöcher wie dich hasse ich! Blute!“ Ihre Augen verdrehten sich langsam. Er schluckte nur noch.
- von draußen -
„AH… NICHT… NEIN… AUAU…“ Hörte man ihn gequält schreien.
„MUAHAHAHAHAHAHAHAHA…“ Lachte Anja. „Das tut gut! Jaaaaaa... (Anja-Gollum)!“
„HIL…HILF…“
Ein noch lauter Schmerzenschrei ertönte und Anja befahl: „RUHE! Das musst du jetzt ausbaden, dummer Macho!“
Und wenn er nicht gestorben ist, vermisst er jetzt eine Niere...
Turn 11 - Intuition
Anja war noch immer misstrauisch, was Mark anging. Als sie ihn mit Nick zusammen auf dem Schulhof traf, fühlte sie wieder dieses eigenartige Gefühl. Schließlich konfrontierte sie ihn mit Fragen, denen er auswich. Um die Wahrheit aus ihm rauszulocken, duellierten sich die beiden sogar...
Kyons Deckliste
Ishizus Deckliste
-Aska- - 24. Apr, 01:51