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Inhaltsverzeichnis
Signs of War ist die dritte Staffel meines Yu-Gi-Oh!...
-Aska- - 15. Nov, 16:53
Turn 138: The separation
Ein stechender Schmerz durchfuhr seine Glieder. Er...
-Aska- - 15. Nov, 16:52
Ab ins Krankenhaus
Teil 5 meiner lustigen Reihe heißt heute mal...
-Aska- - 12. Nov, 13:44
Ares
Alter: 27 Ares war vor dem Untergangs Invaliance’...
-Aska- - 10. Nov, 15:08

Turn 101: The examiner

Laute Schritte.
Das Monster kam auf ihn zu, doch er war unfähig sich zu bewegen.
Er musste sich wohl in einer Großstadt befinden, sicher war er sich aber nicht.
Der Himmel leuchtete so gelb, so ekelhaft krank.
Neben ihm standen parkende Autos an den Bürgersteigen, kleine Geschäfte waren auf beiden Seiten zu finden.
Matt jedoch hatte seinen Blick geradeaus auf die Straße gerichtet, auf der er sich vor Grauen nicht bewegen konnte.
Dort schritt etwas Großes auf ihn zu.
Jeder Schritt, den das Biest näher kam, verursachte eine leichte Erschütterung.
Was Matt jedoch solche Angst machte, war die Zerstörung, die folgte.
Der Boden brach hinter dem Monster einfach ein, hinterließ einen unendlichen Abgrund. Gebäude stürzten in das kranke Gelb hinab.
Langsam konnte Matt die Umrisse des Monsters besser erkennen.



Seine Beine wollten sich einfach nicht in Bewegung setzen, so sehr er es auch wollte.
Es waren noch etwa 15 Meter, die Matt und das Ungeheuer voneinander trennten, die Welle der Zerstörung rückte näher.
Die teils hohen Gebäude stürzten einfach ein, bröckelten wie Bauklötze in die Tiefe.
Doch das Wesen blieb plötzlich stehen…
„Geh weg!“ Gab Matt einen stummen Schrei von sich.
Das Biest erhob seine gewaltige Pranke und streckte sie nach ihm aus. Es wollte, dass Matt seine Hand nahm.
((Ich will nicht!)) Dachte dieser verzweifelt, doch war unfähig auch nur einen Ton zu sagen.
Eine Weile wartete das Monster, bis es seinen zerstörerischen Gang schnaufend fortsetzte.
Dann wurde alles schwarz…


Yu-Gi-Oh! Signs of War


„NEIN!“ Schreckte Matt aus seinem Bett auf.
Schweiß lief über seine Stirn, dunkle Haare klebten in seinem Gesicht. Die braunen Augen waren weit aufgerissen.
Sein Brustkorb bewegte sich hastig auf und ab.
Erst jetzt bemerkte er den Wecker auf seinem kleinen, dunkelroten Nachttisch klingeln. Es war 7 Uhr in der Früh, der erste Schultag nach den Sommerferien.
Etwas benommen beruhigte er sich schnell von seinem Albtraum, und schob seine blaue Bettdecke zur Seite. Müde stand er nur in weißen Boxershorts bekleidet auf und lief mit schlaftrunkenen Augen über seine am Boden liegenden Klamotten hinweg.
Plötzlich klopfte es an der Tür, die geradeaus vom Bett des geräumigen Zimmers entfernt war.
„Schatz, es gibt Frühstück…“ Sprach eine fröhliche Frauenstimme hinter der weißen Tür.
„Ja doch…“ Brummte Matt, und sah nach links aus seinem, über die ganze Wand erstreckenden Fenster.
Dort unten parkte das silberne Auto seines Vaters vor der Garage, mehr nahm er erstmal nicht wahr.
((Ist er also da?)) Wunderte sich Matt, während er nach rechts zu seinem Kleiderschrank stolperte, und ihn öffnete.
An der Innenseite befand sich rechts ein Spiegel.
Matt schnappte sich aus dem Oberfach ein Hemd, und bückte sich dann nach einer Hose und Socken, warf danach anschließend alle Klamotten aufs Bett, er wollte erst noch ins Bad.
Müde gähnend reckte er sich und verließ das Zimmer.


- eine Weile später -
Zufrieden starrte er in den Spiegel seines Kleiderschranks.
So konnte er zur Schule gehen, auch wenn ihm Äußeres egal war.

Etwas vor sich hin murmelnd, ging er zu seinem Bett und hob aus einer Ecke seinen Rucksack hervor, den er sich umlegte.
Dann verließ er sein Zimmer, denn er hatte es eilig.

Im hellen Gang, wo die Wände weiß gestrichen waren und der Teppich dunkelblau schimmerte, ging er zur Treppe links und sah von dort noch mal aus einem Fenster. Er konnte von dort zwar kaum etwas erkennen, doch das Auto von seinem Vater schien noch da zu stehen.
Dann ging er mit leicht wütendem Gesichtsausdruck die Wendeltreppe mit dem silbernen Geländer runter.

Er befand ich nun im geräumigen Wohnzimmer des Hauses, von dort fiel sein Blick sofort auf die breite Terrasse gegenüber mit Blick auf den großen Pool.
Er ging links an dem blauen Sofa vorbei, hin zu einer kleinen Ecke von sieben Paar Schuhe standen.
Es war der Flur vor der Haustür.
Dann hörte er die Stimme seiner Mutter aus der Küche nebenan.
„Matt, kommst du frühstücken?“
„Nein, ich muss los…“ Murrte er leise.
Er sah nach links in den Raum neben ihm, wo sich eine recht große Küche mit Essecke befand.
Sofort erkannte er ein dunkelhaariges Mädchen, das genüsslich in ihr Brötchen biss. Dabei fielen ihr ein paar lange Strähnen ins Gesicht.
Das war seine 13-jährige Schwester Sophie, die sofort aufsah.
„Oh, Matt will so schnell wie möglich in die Schule, um seine geliebte Tara zu sehen.“ Kicherte sie bösartig. Sofort regte Matt sich auf.
„Halt deine Klappe, du Ziege!“
Matts Mutter saß neben Sophie, sie hatte eine schwarze Kurzhaarfrisur und trug ein graues Kostüm, immerhin war sie Börsenmaklerin.
„Willst du wirklich nichts essen?“ Fragte sie besorgt. „Nimm dir wenigstens etwas mit.“
„Von mir aus…“ Stöhnte Matt und betrat die Küche.
Er lief über die weißen Fliesen am Herd vorbei zu einer Schrankwand, die sich über ihn fast zwei Meter erstreckte, und öffnete eine der Türen.
Daraus holte er sich eine Brotbüchse und ging dann zum Esstisch.
Eine Sitzbank, auf der seine Mutter und seine Schwester saßen, war an die weiße Wand gelehnt, während die andere leer war. Auf den anderen beiden Seiten gab es jeweils einen Stuhl.
Und auf dem neben seiner Schwester saß jemand, der gerade Zeitung las: sein Vater.
Matt nahm sich ein Brötchen aus dem Korb und griff nach einem Messer auf dem Tisch, um sich das Brötchen zurrecht zu schneiden.
Dabei ging ihm durch den Kopf, wie selten sein Vater da war.
((Ob er wohl daran gedacht hat?)) Wunderte sich Matt im Gedanken.
Heute war immerhin der Hochzeitstag seiner Eltern, doch seine Mutter sah nicht gerade glücklich aus.
Doch es war ihm eh egal, er hasste seine Familie.
Schon war er fertig mit dem Brötchen, und legte es zusammen mit einem Apfel aus einem anderen Korb in die Brotbüchse, die er dann in seinen Rucksack zwängte.
„Hi Dad.“ Sprach er dann tonlos den Mann hinter der Zeitung an.
„Hallo Matt.“ Kam die ebenso knappe, leicht angespannte Antwort.
„Bis später…“ Rief er dann allen zu und verließ die Küche wieder. Doch niemand antwortete, alle hatten sich wieder dem Frühstück zugewandt.


- kurz darauf -
Nachdenklich überquerte Matt eine Straße.
Er sah während des Laufens die verschiedenen Autos an, die vor der Ampel Halt machten. Es waren sehr viele Leute unterwegs, die meisten gingen wohl zur Arbeit.
Es roch hier nicht besonders gut, und die Stadt war laut.
Auf der anderen Seite angekommen, ging Matt an einem Baum vorbei über die Fußgängerzone und sah sich die Leute an.
Sie alle hatten so genervte, enttäuschte oder gelangweilte Gesichter.
((Das Leben ist eben beschissen…)) Dachte er überzeugt.
Kurz darauf kam er bei einer Bushaltestelle an, wo einige kleine Kinder und auch Jugendliche in seinem Alter warteten.
Keiner aus seiner Klasse dabei, bemerke er erleichtert.
Schon fuhr ein gelber, geräumiger Schulbus vor und machte Halt.
Die Kleinen gingen zuerst laut jubelnd hinein, dann folgten die weniger begeisterten Älteren.
Matt betrat als Letzter den Bus, und setzte sich auf einen freien Platz direkt hinter dem Busfahrer. Dann begann auch schon die Fahrt…


- später -
Matt stieg aus dem Bus aus.
Zu dieser Zeit kamen wenige Schüler zur Schule, da die meisten erst mit dem größeren Bus fuhren, der erst in einer halben Stunde kam.
Doch Matt hatte einen Grund, so früh hierher zu kommen.
Denn er wollte wirklich Tara sehen.
((Ob sie wohl schon hier ist?)) Fragte er sich aufgeregt.
Sie war die Einzige, für die er etwas empfand. Alle anderen Menschen in seinem Umfeld waren ihm völlig gleichgültig. Leider wusste sie nichts von seinen Gefühlen, und er hatte auch nicht den Mut, es ihr zu sagen.
Doch heute wollte er das ändern.
Zielstrebig ging er von der Bushaltestelle aus nach vorne über die Straße und sah schon die hohen, grauen Mauern und das Eingangstor der Schule.
Auf dem breiten, mit grauen Steinen ausgelegten Schulhof warteten schon einige kleine Grüppchen.
Matt durchschritt das breite Tor, und sah das gewaltige Backsteingebäude an, das sich über den Hof erstreckte. Es hatte vier Stockwerke, davon war das Letzte in einer Art Dachkammer eingefasst.
Langsam lief er über den Schulhof und sah nach rechts zu den Fahrradständern, wo einige Fahrräder standen. Weiter hinten gab es eine grüne Wiese mit ein paar Tischen und Bänken.
„Hey Matt, alles fit im Schritt?“ Hörte er eine Stimme links von sich raunen.
Sofort kicherte ein Mädchen los.
Matt sah sich um, zu einer Gruppe von drei Personen.
Der erste war der Verursacher des Aufruhrs, Harris.
„Na, schon so früh hier?“ Fragte der rothaarige, muskulöse Typ im ärmellosen, gelben T-Shirt ihn nun freundschaftlich.
„Ja…“
„Was’n los, Bammel?“ Stichelte sein Klassenkamerad ihn. Matt fiel dabei das große, schwarze Tattoo an Harris’ Arm auf, ein echter Hingucker bei den Mädels.
„Vor was?“ Fragte Matt dann erzürnt.
„Na vor George, der wollte doch nach den Ferien seine Revanche mit dir.“ Mischte sich das Mädchen, das gekichert hatte, ein.
„Hi Edna.“ Begrüßte Matt die dunkelhäutige, in rosa und braun gekleidete Mitschülerin. Sie trug einen Minirock, was für Edna typisch war.
Kichernd warf sie ihr schwarzes Haar in den Nacken.
„Und wie sieht’s aus, wann steht das Revanche-Duell zwischen den beiden Meisterduellanten der Schule?“ Fragte sie neugierig und beugte sich etwas vor.
„Werdet ihr dann sehen.“ Antwortete Matt genervt und wollte schon umkehren, als ihm ja noch auffiel, dass dort noch Tom, ein weiterer Klassenkamerad stand.
Er trug eine braune Hose und einen für diese Jahreszeit unpassenden, hellbraunen Pullover.
((Tom kriegt wohl nie die Zähne auseinander?)) Matt musterte den schwarzhaarigen Kerl, dessen Haare nach oben gegelt waren.
„Hallo Matt.“ Gab dieser dann doch von sich.
„Was ist, wieso so früh hier?“ Sprach Harris Matt dann von der Seite an.
„Hat seine Gründe…“ Antwortete der knapp, und ging zielstrebig in Richtung des großen Schuleingangs weiter.
„Heißen die Gründe sexy Tara?“ Prustete Harris los und brach in Gelächter aus.
„Idiot!“ Schrie Edna neben ihm, und schlug ihm auf den Hinterkopf. Da Harris ziemlich groß war, der Größte hier von den Anwesenden, musste die recht kleine Edna sich nach oben strecken.
„…“ Böse stöhnend verschränkte Harris die Arme.
„Wir sehen uns später, Matt.“ Rief Edna ihm dann fröhlich hinterher.
Während Matt weiterging, hörte er noch ein paar Gesprächsfetzen von Edna und Harris.
„…er braucht echt Sex… AUA!“
„Dummer Macho, kannst du nicht mal an was anderes denken?“ Klang sie empört. Matt lachte noch kurz auf.

Gedankenverloren zog er an dem Griff der Glastür vom Eingang, und betrat einen langen, orange gestrichenen Gang, der nach links und rechts führte. Es war ein wenig dunkel hier, da die Beleuchtung noch nicht angeschaltet war und es keine Fenster in der Nähe gab, mal von der Eingangstür abgesehen.
Zu beiden Seiten gingen regelmäßig Türen zu Klassenräumen ab, und genau vor Matt gab es eine Treppe die in die oberen Stockwerke führte.
Matt zog es nach rechts, wo sich der Klassenraum seiner Stufe befand.
Gedankenverloren und aufgeregt bewegte er sich vorwärts.
Der Gang war leer…
((Dad ist so selten zuhause, ob Mum sich bald scheiden lässt?)) Er erinnerte sich, wie die beiden sich einmal so heftig stritten, dass seine Mutter die Scheidung in Erwägung zog.
Da sein Vater ein ranghoher Politiker war, musste er oft auf Auslandsreisen und war selten zuhause. Auch war es ein offenes Geheimnis, dass er seiner Mutter offenbar fremdging.
Dennoch berührte Matt das Ganze nicht. Er war seit vielen Jahren gefühlskalt, behauptete er.
Nur eine Person war ihm wirklich wichtig, eben Tara.
Und nun hoffte er, auf sie zu treffen.
((Nanu?)) Er sah von weitem des langen Ganges eine Person auf sich zukommen.
Sie war so undeutlich, regelrecht verschwommen.
„Tara?“ Rief er unbeeindruckt durch den Gang.
Die Gestalt wurde sichtbarer, und stand nun in etwa zehn Metern Entfernung vor ihm. Und es war nicht Tara.
„Wa-was?“ Wunderte sich Matt leise, denn diese Frau durchbohrte ihn regelrecht mit ihren strahlend blauen Augen.

„Es ist Zeit, sich zu entscheiden.“ Sprach sie äußerst streng zu Matt.
„Entscheiden? Wer sind Sie denn?“
„Wer glaubst du, könnte ich denn sein?“ Fragte sie dann äußerst misstrauisch.
„Eine Lehrerin sicher nicht, ich kenne Sie nicht.“ Gab er völlig überrumpelt von sich.
„In deiner Annahme liegst du richtig.“ Bestätigte sie ihn nachdenklich. „Und dennoch bin ich hier, um dich zu testen.“
„Ein Test? Am allerersten Tag?!“ Rief Matt empört und stolperte zurück.
„Ist dies denn der erste Tag? Und von was?“ Dabei musterte sie ihn gründlich.
„Hören Sie, Miss…“
„Nenn mich Gardenia.“ Unterbrach sie ihn freundlich, aber bestimmend.
„Miss Gardenia… ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen…“
„Das sagte ich bereits, ich möchte dich gerne testen.“ Matt machte einen leicht gequälten Eindruck. Er wollte schleunigst hier weg, diese Frau war ihm nicht geheuer. Dennoch stellte er eine Frage, die er sofort bereute…
„Und in was wollen Sie mich testen?“
„Was wäre deiner Meinung nach einen Test wert?“ Langsam ging sie ihm auf die Nerven.
„Ich bin kein sonderlich guter Schüler, mir wäre es ehrlich gesagt lieber, Sie würden jemand anderes testen.“
„Ich hab aber dich ausgesucht.“ Beharrte sie engstirnig.
„Sagen sie einfach, was Sie wollen und ich tu es…“ Resignierte er gestresst. Er wollte nur noch ins Klassenzimmer und nachsehen, ob Tara schon dort war, aber diese Frau würde ihn eh nicht weglassen.
„Du bist hier ein angesehener Duellant, würdest du mir die Ehre geben?“ Fragte sie dann untypisch freundlich und lächelte dabei.
„Ein Duell?“ Er war sichtlich verblüfft, und nahm dabei seinen Rucksack von den Schultern.
„Nun, dies ist der Test, den ich für dich vorgesehen habe.“
Matt legte seinen schwarzen Rucksack ab, und öffnete den Reißverschluss. Dabei ließ er Gardenia jedoch nicht eine Sekunde aus den Augen.
„Also schön…“ Entschied er sich zögerlich und holte eine Battle City-Dueldisk aus seiner Tasche hervor, steckte sie sich an den Arm.
„Aber wenn ich keine S-Note kriege, werden Sie die Hölle auf Erden erleben…“ Sprach er engstirnig und kickte seinen Rucksack einfach beiseite.
„Mutig, mutig, hab keine Scheu. Dir wird nichts passieren...“ Versuchte sie, seine innere Anspannung zu lindern.
Doch dort war keine mehr, denn Matt war vollends von sich überzeugt.
Nun huschten Gardenias Arme unter ihrem Umhang hervor, auch an ihrem Arm hing eine Battle City-Dueldisk.
„Fangen wir also an.“ Verkündete sie ruhig.
„DUELL!“ Schrie Matt entschlossen.

[Matt: 4000LP Gardenia: 4000LP]

„Als Dame dürfen Sie entscheiden, wer beginnt.“ Schlug Matt höflich vor.
„Danke.“ Bemerkte sie überrascht. „Dann nehme ich meine Chance wahr, und beginne…“ Beide zogen fünf Karten von ihrer Dueldisk, bis Gardenia ihre sechste nachzog.
„Ich rufe den Beschützer des Schicksals (ATK/1500)!“ Rief sie, und legte eine Karte auf ihre Dueldisk.
Sofort tauchte vor ihn ein in weiß gekleideter, alter Mann auf. Sein weißer Bart hing bis zum grauen Linoleumboden, in seinen Händen hielt er eine blaue Kristallkugel, die er aber sofort vor sich in der Luft schweben ließ.
„Ich beende meinen Zug nun mit einer verdeckten Karte.“ Sie steckte die Karte in die Dueldisk, die augenblicklich mit leichtem Abstand zum Boden mit dem Kartenbild nach unten hinter dem Alten erschien.
„…“ Matt zog wortlos. Gardenia bemerkte, dass er sie offenbar unterschätzte.
„Dein Monster ist kein Problem für ihn: Gladiator Beast Dimacari (ATK/1600)!“ Schreiend donnert er seine Karte auf die Dueldisk.
Mit stampfenden Hufen betrat ein violetter Stierkrieger das Feld. Seine Hände waren durch dicke Silberfäustlinge geschützt, die offenbar auch gleichzeitig seine Waffen waren. Außer silbernen Stiefeln und einem knielangen, ebenso violetten Kilt, bekleidete nichts dieses Wesen.
„Ich aktiviere meine Falle!“ Rief Gardenia dazwischen.
((Was? Jetzt schon eine Falle? Das…)) Matt schien sichtlich überrascht und war am Ende umso verblüffter, als Gardenia ihre Karte erklärte.
„Schicksalstafel. In jeder deiner End Phasen gesellt sich eine Geisternachricht zu meinem Blatt, und wenn alle vier zusammen mit meiner Schicksalstafel auf dem Feld liegen…“
„…verliere ich das Duell.“ Vollendete er ihren Satz perplex.
Aus dem Boden stieg ein Buchstabe, ein F, in weißer Aura gehüllt auf, und schwebte fortan vor Gardenia.
„Was für eine lächerliche Falle, die hab ich im Handumdrehen beseitig!“ Blaffte er sie an.
„Lächerlich ist dein Verhalten.“ Konterte sie streng.
„Ach ja? Passen Sie mal gut auf!“ Schrie er unbeeindruckt und streckte seine Hand aus.
„Gladiator Beast Dimacari, vernichte ihren Greis!“
Wütend stampfte der Stier auf sein Opfer zu, und schlug ihm mit voller Wucht ins Gesicht.

[Matt: 4000LP Gardenia: 3900LP]

Der alte Mann rührte sich keinen Millimeter von der Stelle. Als der Stierkrieger seine Faust aus dem Gesicht des Alten zog, war dieses unverletzt.
Stattdessen sah Matt, wie Gardenia sich leicht zusammenkrümmte.

[Matt: 4000LP Gardenia: 2900LP]

„Was ist denn jetzt los, wieso steht der Opa noch?“ Ungeduldig wartete er auf eine Erklärung.
„Was glaubst du?“ Fragte Gardenia ihn leicht spielerisch.
„Keine Ahnung.“
„Verstehe…“ Sie richtete sich wieder vollends auf. „Für 1000 Lebenspunkte umgehe ich die Zerstörung meines Monsters im Kampf, sollte ich Schicksalstafel auf dem Feld haben.“
„So? Na von mir aus!“ Dann nahm er sein Monster von der Dueldisk, der Stier verschwand augenblicklich.
„Wussten Sie, dass Gladiator Beasts nach einem Kampf ins Deck zurückkehren und ein neues aufrufen können?“ Überlegen wartete er auf eine Reaktion, doch es kam keine.
„Ich beschwöre Gladiator Beast Bestiari (ATK/1500)!“
Ein grüner Vogelmensch nahm den Platz des Stierkriegers ein. Sein ganzer Körper samt den Schwingen war durch eine dunkelgrüne, fast schon graue Panzerung bedeckt. An den Armen ragten Kanonen empor.
„Das Geniale an diesen Monstern ist, dass das neue Gladiator Beast nun einen Effekt erhält…“ Bestiari zielte mit seinen Waffen auf die Schicksalstafel.
„Und Bestiari kann bei dieser Beschwörungsart sofort eine Ihrer Zauber- oder Fallenkarten kalt machen!“ Aus den Armkanonen des Monsters schossen zwei starke Druckwellen, die schleunigst auf Gardenia zurasten.
Plötzlich erhob der Alte seine Kristallkugel, und baute ein unsichtbares Kraftfeld auf, an dem die Druckwellen zum Stoppen kamen.
„Niemals wird ein Teil der Schicksalstafel zerstört werden, solange Beschützer des Schicksals über sie wacht!“ Rechtfertigte Gardenia das Geschehen.
((Was? Damit hätte ich rechnen müssen… nun, dann eben auf die harte Tour.)) Dabei sah er sein Blatt genauestens an.
((Sie wird gar nicht genug Zeit haben, ihre verdammte Schicksalstafel zu vollenden!)) Dann setzte er zwei Karten verdeckt in seine Dueldisk ein.
„Mein Zug ist getan!“
Wie auf Kommando entstieg ein I aus dem Boden, und gesellte sich genau so in weißer Aura gehüllt neben das F.
„Und so ziehe ich.“ Sprach sie gedankenverloren und tat es. „Wie du nun sehen wirst, beschleunige ich deine Niederlage. Mit Nachricht aus der Zukunft!“ Verkündete die Frau ruhig und schob eine Zauberkarte in ihre Dueldisk.
„Was bewirkt diese Karte?“
„Sie aktiviert sofort eine Geisternachricht, die der Reihenfolge…“
„Danke, mehr muss ich gar nicht hören!“ Unterbrach Matt Gardenia böse grinsend. Mit einer Handbewegung stellte er seine linke verdeckte Falle zur Schau, welche sich erhob.
„Disarm negiert Ihre Zauberkarte, wenn ich ein Gladiator Beast, hier Murmillo, von meiner Hand zurück ins Deck schicke.“ Er zeigte kurz seine Karte, und mischte sie dann in sein Deck. Gardenias Zauberkarte zersprang.
„Ein Schritt in die richtige Richtung, doch ist der Weg noch lang und beschwerlich.“ Säuselte sie vor sich hin und spielte ein Monster, sowie eine andere Karte verdeckt.
„Was soll das heißen?“ Wunderte sich Matt.
„Interessiert dich das denn?“ Matt schüttelte den Kopf.
„Nein!“ Brummte er.
„Siehst du? Nun denn, ich wechsele noch meinen Beschützer des Schicksals in den Verteidigungsmodus (ATK/0) und gebe an dich ab.“
Sofort zog er akribisch seine Karte, und tat sie zu seinen anderen Handkarten dazu. Gezielt zog er eine andere Karte aus seiner Hand hervor und klatschte sie auf seine Dueldisk.
„Zeit für Rasender Kampfochse (ATK/1700)!“
Ein brauner, auf den Hinterhufen stehender Ochse in roter Rüstung schnaubte zornig neben dem Gladiator Beast Bestiari.
„Sie werden gleich eine böse Überraschung erleben, greif den alten Sack an, Bestiari!“ Befahl er seinem Monster aufgeregt.
Das Vogelwesen stieg in die Luft, und schoss dann im Sturzflug geradewegs auf den alten Mann zu. Dieser erhob bereits seine Kristallkugel, um den Feind abzuwehren.
Doch kurz vor dem durchsichtigen Kraftfeld machte das Gladiator Beast Halt, und schoss stattdessen eine Luftdruckkugel durch das Kraftfeld hindurch auf den Alten.
Diese wurde ein ganzes Stück zurück gedrängt, aber blieb standhaft.
Gardenia hingegen stöhne auf.

[Matt: 4000LP Gardenia: 1400LP]

„Sagen Sie nicht, Sie wussten nichts von der Fähigkeit meines Rasenden Kampfochsen, der allen Ungeheuern und seinen Nebengattungen erlaubt, durch die Verteidigung Ihrer Monster hinweg Schaden anzurichten?“ Vergnügt sah er die mitgenommene Gardenia an, die schon fast auf die Knie fiel.
„Doch…“ Presste sie erschöpft hervor. „…der Grund meiner Schwäche sind die 1000 Lebenspunkte, die ich zum Erhalt meines Beschützers des Schicksals gezahlt habe.“

[Matt: 4000LP Gardenia: 400LP]

((Grund ihrer Schwäche?)) Wunderte sich Matt schließlich.
((Das sind doch nur Hologramme. Wird sie senil?)) Dann sah er verwirrt ihr Monster an.
((Sie hat dort eine Karte liegen, hat aber nichts gegen meinen Angriff unternommen? Und sie lässt ihr Monster am Leben, obwohl ich sie dadurch vernichten könnte?)) Doch dann blickte er entschlossen auf seine Dueldisk.
((Egal, ich habe ja einen guten Konter parat!)) Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf das eigentliche Duell.
„Los Rasender Kampfochse, ramm ihren Hokuspokus-Typen zusammen mit ihren Lebenspunkten in den Boden!“
Der Ochse rannte nach vorne, und erhob seine Axt, damit er den Alten in zwei Hälften teilen konnte.
„Nicht so voreilig, junger Mann, ich aktiviere…“ Ihre Karte Entkräftungsschild klappte hoch.
„Nicht so voreilig, alte Frau, ich kontere mit der Falle Parry! Diesmal schicke ich ein Gladiator Beast zurück ins Deck, um eine Falle zu negieren!“ Er mischte Gladiator Beast Hoplomus zurück in sein Deck und erwartete voller Freude seinen baldigen Sieg.
Der Kopf des alten Mannes rollte über den Boden und der restliche Körper zerplatze.
„So, gewonnen!“ Rief Matt erstaunt und zog seine Faust symbolisch nach unten.
Eine Weile wartete er ab, doch Gardenias geheimnisvolles Lachen ließ auf etwas anderes schließen.
„Nicht gewonnen...?“ Fragte er zögerlich und genervt.
„Nein. Unter 1000 Lebenspunkte wird durch mein Monster jeder Kampfschaden negiert.“ Wütend stampfte Matt mit dem Fuß auf den Boden.
„Ich krieg Sie schon noch!“ Mit seinen Blatt in der Hand, zeigte er mit dem Finger auf Gardenia.
„Erstmal tausche ich jetzt mein Gladiator Beast gegen ein anderes aus!“ Gladiator Beast Bestiari wurde durchsichtig, und verformte sich plötzlich.
Aus ihm wurde ein niederkniender Nashornkrieger in blasser, gewaltiger Goldrüstung. Um das Nashorn herum flogen kleine, sechseckige Plättchen, die anscheinend zum Schutz dienten.
„Hier, das ist Gladiator Beast Hoplomus (DEF/2100). Und da er durch ein Gladiator Beast beschworen wurde, steigt seine Verteidigung um 300 Punkte an.“
Gladiator Beast Hoplomus (DEF/2400).
„Eine hübsche Karte verdeckt, somit war’s das.“ Bald würde er Genugtuung erlangen, wobei ihm seine Karte sehr behilflich sein würde.
Dann sah er, dass nun ein weiterer Buchstabe, das N, aus dem Boden auftauchte.
((FIN…)) Sprach er stumm.
„Deine Überheblichkeit lässt dich die Gefahr nicht erkennen!“
„Sie labern zuviel um den heißen Brei herum. Kümmern Sie sich um ihr eigenes Feld, ich fühle mich gut im Rennen!“ Schnauzte er sie an. Sie zog schnaufend.
„Deine Manieren lassen zu wünschen übrig, kein gutes Zeichen.“
„Zeichen? Für was?“
„Würde meine Antwort einen Einfluss auf dein Benehmen haben?“
„Langsam treiben sie mich zur Weißglut, Lady!“ Knurrte er sichtlich erzürnt und ballte seine Faust.
„Ich werde versuchen, dein Gemüt zu beruhigen… ich flippe meinen Magier des Glaubens (ATK/300) und bringe mir so Nachricht aus der Zukunft von meinem Friedhof auf die Hand zurück.“ Eine rosahaarige Magierin in blauer Robe tauchte aus der verdeckten Karte auf.
„Nun aktiviere ich meine Karte sogleich, um die Geisternachricht ``A´´ aus meinem Deck zu aktivieren!“ Ein weiß umrandetes A tauchte neben den anderen Buchstaben auf.
„Zeit für Grenze zwischen Schicksal und Hoffnung! Ich muss dafür ein Hexer-Monster opfern und kann so Auserwählter des Schicksals (ATK/2300) aus meiner Hand rufen!“ Erklärte sie.
Ein blauhäutiger Mann tauchte vor ihr auf, ganz in einen schwarzen Mantel gehüllt. Er hatte keine Haare, doch sein Kopf wuchs nach hinten weiter und ähnelte einer Bohne, so gebogen war er.
„Pffff…“ Matt fing leise an zu lachen.
„Los mein Monster, zerschlage seinen Rasenden Kampfochsen!“ Befahl sie aufgebracht.
Schlagartig fing es an, mitten in dem düsteren Korridor zu stürmen.
„Was geschieht hier?“ Fragte Gardenia.
„Sie haben mit ihrem Angriff meine Falle Schlimmes Desaster ausgelöst. Sie zerstört alle Zauber- und Fallenkarten auf dem Spielfeld!“ Lachte Matt triumphierend.
All Gardenias Geisternachrichten und ihre Schicksalstafel flogen durch die Gegend, und zerplatzten in der Luft.
Dann machten sich die Monster zum Kampf bereit.
Aus den Augen des Mannes schossen zwei rote Lichtstrahlen, die den Ochsen einfach zerschnitten. Dieser fiel zerteilt zu Boden.
Die Strahlen berührten Matts Schulter, woraufhin dieser aufschrie und seine verbrannte Wunde hielt.

[Matt: 3400LP Gardenia: 400LP]

„Scheiße, was ist denn hier los?“ Stotterte er irritiert und stolperte etwas zurück.
„Ein Spiel der Seele, doch dir ist natürlich nichts darüber bekannt…“
„Labern Sie mich nicht voll, wieso können Hologramme Wunden verursachen?!“ Plötzlich war ihm gar nicht mehr wohl bei der Sache.
Er sah sich um, doch der Korridor war wie ausgestorben, keine Menschenseele war hier.
Langsam dämmerte ihm, dass er sich auf etwas eingelassen hatte, dass ihn weit mehr als eine lange Siegesserie kosten könnte.
„Sind es denn Hologramme?“ Riss Gardenia ihn aus seinen Gedanken.
„Wa-Natürlich!“ Stotterte er.
„Dann sind deine Wunden nur eine Farce.“ Kicherte sie. Matt sah seinen Arm an.
„Was? Aber eben… da…“ Seine Wunde war verschwunden. Sein Hemd hatte keinerlei Risse, alles war beim Alten.
„Sie…“ Knurrte er erzürnt.
„Ich beende meinen Zug.“ Entgegnete sie ruhig.
Matt sah sich die Lage genau an. Außer einer Handkarte und diesem seltsamen Monster hatte sie nichts weiter, was sie schützen könnte.
Auf der anderen Seite hatte er jedoch nur Gladiator Beast Hoplomus (DEF/2400), das auch nicht mehr tun konnte, außer Matt zu schützen.
Dennoch zog er völlig entspannt seine Karte. Dann hellte sich sein Gesicht auf.
„Ich wechsle Gladiator Beast Hoplomus in den Angriffsmodus (ATK/700)!“ Rief er leise.
Das Nashorn richtete sich auf, und war immerhin fast zwei Meter groß.
„Zeit, dieses Spiel zu beenden! Ich aktiviere Schild und Schwert! Jeder gute Gladiator weiß mit seinen Stärken und Schwächen umzugehen, und so tauscht Schild und Schwert jetzt die Angriffs- und Verteidigungspunkte unserer Monster aus!“
Aus den verschiedenen Plättchen bildete sich schlagartig ein langes, seltsam anmutendes Breitschwert.
Gladiator Beast Hoplomus (ATK/2400 DEF/700)
Auserwählter des Schicksals (ATK/1200 DEF/2300)
„Uh…“ Gardenia sah auf.
„Beende es, Hoplomus!“ Rief er laut.
Der Nashornkrieger sprang mit einem Satz vor den blauhäutigen Mann, und schlug mit seiner neuen Waffe zu.
Grünes Blut spritzte an die Wand des Korridors.
„WAS?!“ Schrie Matt entsetzt.
Der Mann drückte seine blutenden, zerschnittenen Handflächen gegen die Waffe des Gladiators.
„Gardenia, erklären Sie mir das!“ Schrie Matt.
„Durch das Ablegen einer Handkarte, kann ich deinen Angriff für null und nichtig erklären…“ Entsetzt blickte Matt zu seinem Gladiator Beast. Da Schild und Schwert nur diese Runde aktiv war, konnte ihr Monster seines bald zerstören…
„Was geht hier vor?“ Er zitterte plötzlich am ganzen Leib. Sein Blickfeld verschwamm langsam, er fühlte sich auf einmal so kraftlos.
Schwer atmend sackte er in die Knie.
Fünf weiß umrandete Buchstaben schossen aus dem Boden und bildeten ein Wort: FINAL.
„Aber…“ Keuchte er schwach und begriff nicht.

[Matt: 0LP Gardenia: 400LP]

„Die Karte, die ich bei deinem Angriff abgelegt habe, war Geisternachricht ``L´´. Und nun sind alle fünf Teile der Schicksalstafel auf meinem Friedhof versammelt, was mich nun dank meinem Auserwählten des Schicksals das Spiel gewinnen lässt.“ Matt zitterte am ganzen Leib.
Er sah nichts mehr, alles war schwarz.
Sein Körper schlug dem Boden auf, doch er war so taub…
„…durchgefallen…“ Hörte er ihre Stimme sehr weit entfernt.
Dann ertönten nur noch laut hallende Schritte…


Turn 102 - The friend
Matt erwachte in den Armen Taras. Es ging ihm gut, dennoch verheimlichte er, was geschah. Als er jedoch nach Hause kam, wartete sein lange verschollener Freund Andrew auf ihn, und verlangte ein Duell. Verwirrt willigte Matt ein…


Matts Deckliste
Gardenias Deckliste

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Zuletzt aktualisiert: 15. Nov, 16:53

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