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Inhaltsverzeichnis
Signs of War ist die dritte Staffel meines Yu-Gi-Oh!...
-Aska- - 15. Nov, 16:53
Turn 138: The separation
Ein stechender Schmerz durchfuhr seine Glieder. Er...
-Aska- - 15. Nov, 16:52
Ab ins Krankenhaus
Teil 5 meiner lustigen Reihe heißt heute mal...
-Aska- - 12. Nov, 13:44
Ares
Alter: 27 Ares war vor dem Untergangs Invaliance’...
-Aska- - 10. Nov, 15:08

Turn 110: The strength

„Liegt er immer noch auf der Intensivstation?“ Fragte Matt eher uninteressiert.
Edna blieb mitten auf dem weißen Gang des belebten Krankenhauses stehen und drehte sich zu ihm um, einen Arm in der Hüfte versenkt. In der Hand der anderen Hand hielt sie einen Strauß bunter Blumen.
„Natürlich tut er das!“
„Du brauchst mich nicht anzuschreien.“
Widerwillig ließ sie von ihm ab und stolzierte an einer Krankschwester vorbei, die einen älteren Mann im Rollstuhl schob. „Kommt ihr bald?“
„Man, die ist ja heute geladen…“ Murmelte Harris und rieb sich den rothaarigen, stachelig frisierten Kopf. Mit schweren Schritten ging er an Matt vorbei. Dieser blieb jedoch trotzig wie ein Kleinkind stehen.
((Was bildet die sich eigentlich ein? Um Tom wird ein Theater gemacht, als würde die Welt untergehen, und Tara…))
„Matt, nun mach schon…“ Rief Harris, worauf der Jugendliche ihm schließlich folgte.

Schließlich warteten die drei in einem recht düsteren Zimmer. Die Wände hier waren dunkelblau gefärbt. Eine Trennwand mit Glasscheibe und Tür teilte den Raum in zwei Hälften.
Der Hauptteil des Krankenzimmers wurde von einem Bett in Beschlag benommen, das von einer Reihe medizinischer Geräte nahezu umzingelt schien, der andere Teil, in dem sich die Gruppe befand, diente zur Überwachung des Patienten. Doch genau dieser fehlte.
„Wo ist er? Wo ist Tom?“ Unruhe lag in Ednas Stimme, während sie baff das leere Bett vom Überwachungsraum aus betrachtete. Die Schwester, die an einem Schreibtisch vor jener Abgrenzung saß, stand auf und sprach beruhigend auf sie ein.
„Macht euch keine Sorgen, euer Freund…“
Matt und Harris warteten stumm vor der Tür, die zum Krankenhauskorridor zurückführte.
„Wurde er verlegt?“ Hakte das Mädchen besorgt nach. „Ist etwas passiert!?“
Die Schwester setzte eine mitleidige Miene auf.
„Tut mir Leid, ich darf euch keine Auskunft darüber geben.“
„Wie-wie meinen Sie das? Wo ist er?!“ Brauste Edna in ihrer Angst um den Freund auf. Die Dame wollte ihre Hand auf die Schulter des Mädchens legen, welche diese jedoch erzürnt weg schlug.
„Er ist mein Freund, ich will wissen, wo er ist!“
„Das fällt unter die ärztliche Schweigepflicht, ich kann es dir nicht sagen.“ Reagierte die Krankenschwester nun ebenso angespannt.
„Das ist mir egal! Hören Sie zu, das ist verdammt noch mal unser Recht, zu erfahren…“
Doch bevor die Schwester, nun ebenfalls deutlich aus der Fassung gebracht, reagieren konnte, ging hinter Matt und Harris die Tür auf. Beide schreckten zur Seite und ließen den Arzt hinein, mit dem Tara, Edna und Harris in der Nacht, kurz vor Taras Verschwinden, gesprochen hatten.
Der kleine, grauhaarige Mann räusperte sich und begab sich zu der aufgebrachten Edna.
„Was wird denn hier für ein Radau gemacht?“ Wollte er säuerlich wissen, fügte jedoch sanftmütig hinzu, als er Ednas betroffenes Gesicht sah: „Dies ist ein Krankenhaus, junges Fräulein.“
„Unser Freund, Tom, er ist nicht mehr hier. Und diese…“ Sie zeigte nicht gerade zimperlich mit dem Finger auf das Krankenhauspersonal. „Diese Person will uns nicht sagen, wo er jetzt ist!“
Missgünstig tauschte die Schwester einen Blick mit dem etwas hilflos wirkenden Arzt aus. Dann widmete der wieder Edna seine Aufmerksamkeit.
„Der Patient hier wurde ebenfalls in ein anderes Krankenhaus verlegt. Sein Zustand hat sich erheblich verschlechtert…“ Musste er traurigerweise mitteilen.
Der sprachlosen Edna fiel der Strauß Blumen aus der Hand. Sofort bückte sich die Schwester, und hob ihn auf. Sie betrachtete ihn in ihren Händen und legte ihn erst einmal auf den Schreibtisch.
((Ebenfalls? Gibt es etwa noch mehr, die diese ‚Krankheit’ haben…?)) Wunderte sich Matt als einziger, doch fragte nicht nach, da es ihm egal war. Man konnte schließlich eh nichts daran ändern.
„Wo ist er hin…?“ Harris hatte als erster den Mut gefasst, danach zu fragen.
Dr. Winkel, der Arzt, seufzte. „Das darf ich euch nicht sagen.“ Worauf der schwarzhaarige Junge ruppig reagierte: „Ach und warum nicht?“
„Nun, also-“ Der Arzt wusste selber nicht so genau, wie er darauf antworten sollte.
„Ich höre...“ Matt wollte ihn halbherzig drängen, doch der Arzt schüttelte den Kopf.
„Bitte, geht jetzt wieder. Uns sind die Hände gebunden.“ Sprach die Krankenschwester leise, auch wenn sie die drei bedauerte.
„Ich gehe nicht, ehe ich nicht erfahren habe, wo er ist!“ Trotzig blickte Edna durch das Glas hinüber zu dem leer stehenden Bett. Harris bewegte sich zaghaft auf sie zu.
„Komm, du siehst doch, dass es nichts bringt.“ Er berührte ihren Arm von hinten, doch wie bei der Schwester wehrte sich Edna. Der Rotschopf nahm mit bitterer Miene seine Hand zurück.
„Mein Gott, der wird schon wieder gesund… macht mal alle nicht so’n Drama daraus. Die Ärzte dort werden sich schon um ihn kümmern.“ Stöhnte Matt entnervt, da er nach Hause wollte.
Edna reagierte jedoch verbittert, mit einem Schuss Boshaftigkeit. „Würdest du das auch sagen, wenn es um ‚Tara’ ginge… Matt?“
Ein kurzer Augenblick der Stille verweilte im Zimmer, die Stimmung war geladen, gefährlich und finster, genau wie die Blicke, die das dunkelhäutige Mädchen mit ihrem Klassenkameraden austauschte.
„Das reicht, ich gehe!“ Schnaubte der Junge dann vollkommen erzürnt im Hinausgehen und knallte die Tür kräftig zu.
((Bin ich hier der Einzige, der hier einen kühlen Kopf bewahrt?)) Musste sich Harris unweigerlich fragen, während er - wie alle anderen, die Tür betrachtete, aus der sein Freund so abrupt geflohen war.
Doch auch dem Großen machte ein Gedanke das Herz schwer. ((Edna ist so fürsorglich, was Tom angeht...)) Er drehte sich um zu ihr, wie sie hilflos durch die Glasfront das Bett anstarrte, in welchem Tom bis vor kurzem noch gelegen haben musste.


- später bei Matt zuhause -
Wütend knallte Matt seinen Rucksack in die Ecke des Flurs und zog sich die Schuhe aus. Er warf einen Blick in die pikobello geputzte Küche nebenan, doch niemand war da.
Schnaubend lief er über die weißen Fliesen in die hinterste Ecke des langen Raums, der auch als Esszimmer diente, und holte sich aus dem Kühlschrank eine Limoflasche hervor, die er einfach aufschraubte und daraus trank.
Als er die Flasche zurückstellte und die schmale Tür zupfefferte, hatte er sich etwas beruhigt. Dennoch schwirrte ihm dieses Thema im Kopf herum.
((Seit gestern ist Edna völlig abgedreht. Kann ich etwa was dafür, dass Tom…)) Nun regte er sich doch wieder auf, obwohl er es gar nicht wollte. ((…zu dumm ist, ein Duel Monsters-Spiel zu gewinnen? Nein! Ich bin Schuld, dass Tara verschwunden ist, und das ist viel schlimmer!))
Gemächlich schlenderte er durch den Raum, während seine Gedanken immer weiter angeheizt wurden. ((Aber offenbar ist der guten Edna ihre ach-so-beste Freundin ganz plötzlich egal. Als wenn nicht jeder wüsste, dass sie auf Tom steht.))
„Tara wird schon wieder auftauchten...“ Äffte er seine Klassenkameradin leise vor sich hin und sehr spöttisch nach. „Dumme Ziege...“
Die Geräusche aus dem Wohnzimmer bemerkte Matt nicht, während er die Küche verließ.
Er hatte den Kopf gesenkt und ging über den kleinen Flur direkt zu diesem großen Raum, von wo aus er nur auf sein Zimmer wollte.
((Alles, was ich in letzter Zeit anpacke ist für die Katz. Hat diese Gardenia mich verflucht, oder was?!))
Doch in de Moment, als er am blauen, geräumigen Sofa vorbei strich, hörte er die Geräusche ganz genau. Und leise war das Gestöhne wirklich nicht gerade.
((Was ist das denn?)) Fragte er sich verwundert und sah zuerst auf die Terrasse, hinüber zum Pool draußen. Dann schritt er näher heran, sein Blick fiel langsam auf den Rand der Couch und näherte sich immer weiter dem, was dort drauf lag. ((Wa-?))
Zwei Paar nackter Beine, ein dünnes, zierliches, und ein stark behaartes lieferten sich einen seltsam anmutenden Kampf.
Obwohl Matt gar nicht näher wissen wollte, was sich da abspielte, trieb ihn allein der Anblick weiter fort.
((Großer Gott…)) Dachte er nur, als er über die Lehne des Sofas starrte und mit ansah, wie eine fremde Frau auf seinem Vater lag.
Beide knutschten miteinander und wälzten sich über das Sofa. Sie bekamen gar nicht mit, dass Matt die beiden beobachtete.
((Mum ist das aber nicht, die hat keine langen Haare… und schon gar nicht so blonde.)) Gluckste er innerlich erstaunt, hingerissen von Neugier und Ekel.
„Matt-?!“ Donner sein Vater plötzlich ertappt und riss ihn aus seinen Gedanken. Die Frau schrie auf und rutscht vom Sofa, gab Sicht auf den nackten Körper seines Vaters preis, der nur mit einer Unterhose bedeckt war.
Sofort wandte sich dessen Sohn angewidert ab.
Derweil stand die gut proportionierte Frau, gerade mal Anfang 20, auf und hielt ihren BH und den Slip verdeckt.
„Ich war nie hier, ich hab nichts gesehen…“ Sprach Matt mehr zu sich, als zu seinem Vater und hielt sich dabei die Hände flach vor die Augen, wie Scheuklappen. Sofort hastete er weiter zur Wendeltreppe nach oben und verschwand.
„Matt, warte…!“ Rief der Vater ihm in Erklärungsnot hinterher.

Einige Stunden später, es klopfte an der Tür.
„Matt, lass mich dir erklär…“
Von weitem lag sein Sohn auf seinem Bett und sah zur Quelle des Lärms. Er hatte sich in seinem Zimmer eingeschlossen, um nicht weiter belästigt zu werden, doch sein Vater stand mittlerweile eine Viertelstunde vor der Tür und machte keine Anstalten zu gehen.
„Verschwinde!“ Brüllte Matt geladen, denn mittlerweile war seine Belustigung verflogen. „Ich werde Mum nichts davon erzählen, aber lass mich in Ruhe!“
„Hör zu, Junge.“ Der Vater lief derweil wieder bekleidet - er trug ein hellblaues Hemd welches schlampig aus der schwarzen Hose schaute - im dunklen Flur unruhig hin und her, auf der Suche nach den richtigen Worten.
Sich sein bereits grau werdendes Haar zerwühlend, fing er möglichst zurückhaltend an. „Weißt du Matt, manchmal ist man unglückli-“
„Willst du mir jetzt etwa erklären, wie fremdgehen funktioniert?! Das weiß ich selbst, ich bin kein Kleinkind mehr!“
„Das weiß ich doch, nur-“ Doch wieder wurde er von Matt abgewürgt, was ihn dazu brachte, sich erschöpft mit den Händen übers Gesicht zu fahren.
„Tu nicht so, als ob du dich schuldig fühlst! Es ist ja nicht unbedingt das erste Mal. Ich hab schon öfters mitbekommen, was du getrieben hast, wenn Mum nicht da war.“ Der Junge wurde regelrecht zornig. „Du dachtest, ihr wärt allein, aber pah!“
„Bitte, sag deiner Mutter nichts davon. Es würde ihr das Herz brechen…“ Flehte Mr. Summers an der Tür.
„Pffff… machst du einen auf reuigen Ehemann? Heuchler! Euren Hochzeitstag hast du vergessen, lieber treibst du es mit deinen Angestellten. Hast du’s schon mal mit Kerlen getrieben? Mir war einmal so…“ Provozierte Matt den Übeltäter weiter mit unbarmherzigem Spott. „Ist das nicht ein Kollege von dir gewesen, den ich am nächsten Morgen aus dem Haus gehen gesehen hab, während Mum im Ausland war?“
„Matt, reiß dich zusammen!“ Schrie sein Vater und klopfte mit beiden Fäusten gegen die Tür, sodass sie erbebte.
„Ach leck mich!“ Scherzhaft fügte er noch hinzu: „Ach vergiss was ich gesagt habe, nachher denkst du noch, das Angebot war ernst gemeint.“ Er brach in höhnischem Gelächter aus.
Zornesrot wandte sich der Gebeutelte um, da er sich entschied, Matt nicht zu bestrafen. Vielleicht würde er wirklich schweigen, was sein Vater auf keinen Fall aufs Spiel setzten wollte. Doch kurz vor der Wendeltreppe nach unten wandte er sich noch mal um und brüllte in die Richtung des Zimmers.
„Hast du Sophie heute schon gesehen?“
Es folgte eine recht unbeteiligte Antwort, welche jedoch irgendwie komisch klang, leise und tonlos, aber doch irgendwie angespannt. „Glaube, sie wollte gestern ins Kino mit ner Freundin und anschließend bei ihr übernachten. Aber ihr seid ja nie da, also kein Wunder, dass ihr das nicht wisst…“
Nichts weiter erwidernd, ging sein Vater die Stufen hinab.
Gleichzeitig blickte Matt vom Bett aus zum Fenster, der Himmel tauchte bereits in abendliches Rot ein. ((Selbst wenn ich’s wüsste, würde ich’s dir nicht sagen, Mistkerl! Was für ein Scheißtag…))


- irgendwo -
Ihre Sinne kehrten langsam zu ihr zurück. Tara lag auf einem harten Boden, soviel spürte sie bereits wieder. Behutsam öffnete sie einen kurzen Augenblick die Augen, um sie schmerzhaft geblendet wieder zusammenzukneifen.
„Ahhh…“ Stöhnte sie und versuchte es erneut.
Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das strahlend weiße Licht.
Mit einem Ruck schreckte sie auf und sah sich im Sitzen um, hielt sich dabei den Kopf, da dieser schmerzte und der Blondine schwindelig war.
Überall nur das gleiche, helle Licht.
Dieser Ort ähnelte sehr einem weißen Raum, jedoch fehlten feste Wände, wobei dieses Strahlen fast wie eine Begrenzung wirkte. Nur der Boden, auf dem sie saß, war sichtbar und genauso weiß, bestehend aus recht großen Fliesen, genau wie die etwa fünf Meter hohe Decke über ihrem Kopf. Auf diesen Steinplatten fanden sich durchsichtige Linen wieder, die ganz verschieden verliefen und Kurven nahmen, mal geradeaus verliefen - fast wie Straßen.
„Oh, was ist passiert?“ Säuselte Tara benommen vor sich hin und schüttelte den Kopf, damit der dumpfe Nebel, der ihre Sinne zu betäuben schien, schwand.
Kurz darauf richtete sie sich nach und nach auf und als sie stand, torkelte das Mädchen noch mal kurz nach hinten. In diesem Moment erinnerte sie sich, wie sie hierher gelangt sein musste.
((Diese Reika…)) Ging es der verwirrten Blondine durch den Kopf. ((Hat sie mich hierher gebracht?))
Dann lief Tara planlos vorwärts.
Doch die Umgebung veränderte sich selbst nach einigen Minuten nicht. Sie könnte genauso gut noch am selben Fleck stehen, wie auf einem unsichtbaren Laufband.
Schließlich entschloss sie sich, nach jemandem zu rufen.
„Hallo?“ Dabei hielt sie ihre Hände vor den Mund, um möglichst lautstark zu sein. „Reika? Sind Sie hier?“
Kurze Zeit später hörte sie hallende Schritte auf dem Boden, sie kamen auf Tara zu.
Einen Moment zögernd, entschied sie sich den Schritten entgegen zu laufen.
Im Licht erkannte sie, während sie lief, eine Silhouette die immer klarer wurde. Das erste, was ihr auffiel war ein gräulicher Umhang, der nicht ganz bis zum Boden reichte.
„Ha-hallo?“ Rief Tara erneut in der Hoffung, dass dies nicht nur Einbildung war, denn die schemenhafte Gestalt flackerte nahezu mit dem gleißenden Licht im Hintergrund.
Doch die Konturen wurden klarer. Es war eine Frau, braunes Haar zu einem Zopf geflochten, strahlend blaue Augen, dunkle Kleidung. Ihr Umhang verbarg ihren gesamten Oberkörper, reichte aber nur bis zu den Stiefeln.
„Oh Gott sei Dank, ich dachte schon…“ Überglücklich kam Tara ihr entgegen.
Gardenia lächelte sie freundlich an und blieb stehen, als sich beide Frauen gegenüberstanden. „Macht dir keine Sorgen.“
Tara konnte es nicht begreifen, doch sie vertraute dieser Fremden.
Ihre gütigen Augen, die eine wohltuende Wärme ausstrahlten, ihr lächelndes Antlitz, sie fühlte sich, als stünde ihr eine gute Freundin gegenüber.
„Wo bin ich hier? Wer sind Sie?“
„In der Lichterhalle.“ Antwortete die Dame ihr aufrichtig. „Mein Name ist Gardenia.“
„Mich hat jemand hierher gebracht, eine Reika.“ Sprudelte es aus Tara vorschnell heraus. „Ich hab sie im Duell besiegt, aber sie hat mich KO geschlagen. Ich-“
„Nun, verzeih meiner Schülerin. Sie ist etwas übereifrig gewesen, ich wollte nicht, dass dir Leid zugefügt wird. Doch wärst du ihr auf der anderen Seite kaum gefolgt, nicht wahr?“
„Eigentlich nicht…“ Verdutzt blickte sie Gardenia an.
„Wer würde einer Fremden auch auf eine Bitte hinaus folgen?“ Deren Stimme wurde nun bedrückter. „Aber ich musste dich oder Matt sehen. Es ist wichtig.“
„Das heißt, Sie kennen ihn? Aber wieso dann mich…?“
„Es ist noch zu früh, dir die ganze Wahrheit zu verraten. Allerdings solltest du wissen, warum ihr euch nie wieder sehen dürft…“
Taras eben noch beruhigtes Gesicht verwandelte sich in eine starre Maske. Das musste sie falsch verstanden haben. „Was haben… Sie da gesagt?“
„Du darfst Matt nicht wieder sehen. Es wird dich töten… er wird dich töten, weil er dich hasst.“
Tara schüttelte wütend den Kopf, denn mit einem Schlag war ihr Vertrauen weg. „Warum sollte er so etwas tun?! Matt ist doch kein Mörder und hassen tut er mich auch nicht! Wer sind Sie überhaupt, so was zu behaupten? Ich will hier weg, und zwar sofort!“
Gardenia seufzte enttäuscht, das hatte sie erwartet.
Der direkte Weg würde fehlschlagen, doch sie hatte noch Zeit, um Tara die Augen zu öffnen. Aber sie musste sich jetzt erst einmal um etwas anderes kümmern, schließlich hatte sie das Mädchen nicht umsonst hierher bringen lassen.
„Ich bitte dich darum, mir zuzuhören, Tara.“
Noch völlig perplex blieb das blonde Mädchen still, auch wenn ihre blauen Augen zornig verengt die Frau ihr gegenüber anstierten.
„Ich verstehe deine Reaktion, aber es ist die Wahrheit. Ob du sie glaubst, liegt an dir. Jedoch muss ich eine Bitte an dich stellen.“
Völlig misstrauisch fragte Tara leise: „Welche Bitte?“
„Ein Duell. Danach lasse ich dich gehen, unhabhängig vom Ausgang unseres Kampfes. Ich muss nur etwas prüfen. Zwar kenne ich-“
„Sie lassen mich frei? Einfach so? Nur ein Duell, nichts weiter?“ Hakte Tara skeptisch und ungläubig nach. „Woher soll ich wissen, dass Sie mich nicht anlügen?“
„Weil du nicht weißt, wie man die Lichterhalle verlassen kann.“ Antwortete ihr Gardenia überlegen.
((Mist, da hat sie Recht…)) Kleine Zornesfältchen bildeten sich auf Taras Gesicht. „Warum das Ganze überhaupt?“
„Ich will die Stärke deines Herzens sehen...“ Erklärte Gardenia sanft und lächelte kurz.
((Was ist das denn für eine?)) Musste Tara unweigerlich denken und runzelte die Stirn. ((Will sie mich reinlegen? Ist das ein Streich oder so, den Harris mir spielt? Nein... so gemein ist er nicht.))
Die brünette Frau derweil wartete geduldig, während Tara weiter überlegte. ((Fakt ist, ich will hier weg. Was hab ich dann für eine andere Wahl? Also schön... vielleicht klärt sich die Sache hinterher auf.)) „Na fein, schlimmer kann’s eh nicht mehr werden.“ Entschied sich die Blondine schließlich grimmig und klemmte sich eine schulterlange Strähne, die ihr im Gesicht hing, hinters Ohr.
„In deiner Annahme liegst du falsch. Doch ich bete dafür, dass es nicht so weit kommt.“
((Die ist doch total durchgedreht. Matt würde nie, nie jemanden töten. Und schon gar nicht mich!)) Kratzbürstig beschwerte Tara sich dann. „Fangen wir bald mal an? Ich will heim!“
Dabei erinnerte sich Gardenia an etwas, das sie ihr noch sagen wollte, damit das Mädchen nachher keinen Schreck bekam.
„Du solltest wissen, dass die Lichterhalle ein besonderer Ort ist. Hier vergeht die Zeit anders, als gewöhnlich. Eine Stunde hier bedeutet einen Tag in der Außenwelt. Doch du warst nicht sehr lange bewusstlos. Wundere dich nicht über verlorene Tage…“
„Was reden Sie da?!“ Empörte sich Tara entsetzt. ((Ist die geisteskrank?! Langsam macht mir das hier alles Angst…))
„Du wirst mir glauben, wenn du zurück bist.“ Seufzte Gardenia resignierend und ließ ihre Arme unter dem Mantel hervor scheinen. An einem war eine Dueldisk befestigt.
Tara zückte sogleich die ihre und nahm genügend Abstand von Gardenia.
„Bringen wir das schnell hinter uns! Duell!“
Ihre ruhig wirkende Gegnerin nickte jedoch nur.

[Tara: 4000LP Gardenia: 4000LP]

Tara entschied, „Ich werde beginnen!“, und startete mit einem Blatt von sechs Karten.
„Zeit, Ihnen etwas einzuheizen, Ruf des Urgeschöpfs.“ Sie hielt einen Ritualzauber hoch in die Luft.
„Ich muss nur Monster mit zusammen acht oder mehr Stufensternen ablegen um diesen Brocken zu rufen, Antiker Baum der Weisheit - Lifarse (ATK/2600)!“ Erklärte sie schroff und schickte zwei ihrer Handkarten auf den Friedhof.
Ein kreisrundes Heckenlabyrinth formte sich in der Halle. Das Spielfeld bildete das Zentrum, und genau dort wuchs ein mächtiger Baum, dessen Blätter sowohl herbstlich rot, als auch saftig grün schimmerten.
„Ich setzte noch zwei Karten und beende den Zug.“
Nun völlig ohne Handkarten, grinste sie böse, was Gardenia jedoch aufgrund von des gewaltigen Lifarse nicht sehen konnte, der Blickkontakt der beiden war unterbrochen.
„Urgh!“ Presste die Herausforderin plötzlich hervor, als sie eine bronzene Speerspitze aus ihrer Schulter hervorkommen sah. Etwas aus der Hecke hinter ihr hatte sie damit angegriffen. Es war ein Baum mit Holzbrüsten, recht schmal und mit einer knorrigen Fratze versehen, der nach dem Angriff ins Gebüsch flüchtete.

[Tara: 4000LP Gardenia: 2300LP]

Gardenia lobte Tara, „Ein guter Zug.“, und hielt sich ihre nicht existierende Wunde.
„Tja! Lifarse kann in meiner End Phase ein Pflanzen-Fusionsmonster rufen, wenn ich die Bestandteile vom Friedhof entferne. Blutroter Lotus und Beschützer Edens, die ich beide für die Ritualbeschwörung abgelegt habe.“ Dem Mädchen gefiel es, Gardenia schon im ersten Zug erheblich in Rückstand gebracht zu haben.
„Außerdem wird Lifarse mit jeder entfernten Pflanze 200 Punkte stärker und fügt bei so einer Fusionsbeschwörung die Hälfte der Angriffspunkte meiner Natura (ATK/3400) als Effektschaden zu!“
Antiker Baum der Weisheit - Lifarse (ATK/2600 zu 3000)
Würdevoll nahm Taras Gegnerin Haltung an und zog, wobei sie lobende Worte für das Mädchen fand. „Zwei derart mächtige Monster in einem Zug zu beschwören, dein Talent ist nicht von der Hand zu weisen.“
Gleich darauf aktivierte Tara unbeeindruckt eine dauerhafte Falle.
„Saat des Barricus!“ Dann erklärte sie grimmig weiter: „Wenn Sie ein Monster normal oder spezial beschwören, erhält meine Karte eine Zauberzählmarke. Was passiert, wenn ich genug davon habe, werden Sie dann schon sehen!“
„Wohlan, das werde ich. Nun komm hervor, Arcana Force IV - The Emperor (ATK/1400).“
Saat des Barricus [1]
„Bitte was?“ Tara ging ein Stück zur Seite, um an Lifarse vorbeizuschauen, damit sie sehen konnte, was Gardenia dort rief.
„Es wird dein Schicksal bestimmen.“
Vor Gardenia erschien ein düsteres, geflügeltes Wesen ohne Beine aus dem Nichts. Es erinnerte an eine Mischung aus Dämon, Maschine und Außerirdischer. Kurze Tentakel mit Greifarmen peitschten an verschiedenen Teilen seines Körpers umher.
„Sieh her.“ Über dem Kopf jenes Monsters begann sich eine kleine Abbildung der Karte um ihre eigene Achse zu drehen. Schneller und schneller wurde sie, bis Tara nicht mehr erkennen konnte, ob das Kartenbild gerade oben oder unten lag.
(Anmerkung des Autors: Vielleicht gibt es einige, die die Arcanas in GX nicht gesehen haben. Eigentlich wird der positive/negative Effekt durch einen Münzwurf entschieden. Jedoch wurde es im Anime so gehandhabt, dass sich die Karte dreht, bis der Gegner „Stopp“ sagt. Richtig herum stehen geblieben bedeutet es Kopf, auf dem Kopf dann Zahl. Ich fand es lustig, deswegen hab ich’s übernommen.)
„Bestimme dein Schicksal, sag mir, wann sich die Karte aufhören soll zu drehen. Dies wird entweder den natürlichen oder den umgekehrten Effekt meines Monsters aktivieren.“
„Was sind das denn für Karten? Äh, also schön, stopp!“ Rief Tara leicht irritiert.
Die Karte verlangsamte sich kontinuierlich und blieb in jener aufrechten Position stehen, in welcher sie anfing sich zu drehen.
„Das bedeutet, es ist der normale Effekt! Arcana Force IV - The Emperor steigert nun die Angriffskraft aller Arcana Force-Karten auf meiner Spielfeldseite um 500.“
Arcana Force IV - The Emperor (ATK/1400 zu 1900)
„Ein Winzling im Vergleich zu meinen Monstern!“
„Jeder Winzling trägt dazu bei, ein größeres Schicksal zu erfüllen. Doch kein Schicksal steht von Natur aus wirklich fest. Seelen, die stark genug sind, können ihr Schicksal ändern. Sehen wir, in welche Richtung du dein Schicksal lenkst. Mit der Zauberkarte Choice of Fate!“
Vor Gardenia erschienen in der Luft ihre vier Handkarten mit dem Kartenrücken zu Tara in vergrößerter Form.
„Wähle eine aus. Ist es ein Monster, wird es auf meine Spielfeldseite beschworen.“
„Dieses Schicksalsgelaber geht mir mächtig auf den Zeiger! Ich wähle die links außen!“
Gespannt, ob sie richtig entschieden hatte, blieb Tara erstmal auf ihrer abseitigen Position des Duellfeldes stehen. Gardenia zog die Karte hervor und präsentierte ein Stufe 7-Monster. „Arcana Force XVIII - The Moon!“
Saat des Barricus [2]
Arcana Force XVIII - The Moon (ATK/2800 zu 3300)
Das neue Monster ähnelte im Wesentlichen einem grauen Alien. Der Oberkörper war kugelrund, zu beiden Seiten gingen lange Tentakelarme ab. Der etwas dickere und kurze Hals ging in einen recht schmalen Kopf über, der verträumt nach oben starrte.
„Grässlich...“ Machte Tara deutlich zu erkennen, was sie von dieser Kreatur hielt.
Diese betrachtete ihre Karte, wie sie sich über dem Kopf des Monsters zu drehen begann, wie es auch bei Arcana Force IV - The Emperor der Fall gewesen war.
„Muss ich wieder stopp sagen?“ Reagierte die Blondine im Nachhinein frech.
„Der Mond ist ein Sinnbild der aktuellen Ereignisse. Es war kein Zufall, dass du diese Karte gewählt hast. Mit ihm begann alles-“
„Stopp!“ Brüllte Tara genervt dazwischen. Die Miniaturkarte blieb abermals aufrecht stehen.
„Ein positiver Effekt, den du bald kennen lernen sollst. Doch erstmal hat die Vernichtung von Lifarse Priorität. Los Arcana Force XVIII - The Moon!“
Aus der Brust schoss jenes Wesen einen Lichtstrahl ab, der den Baum in Brand setzte. Als wenn sie es aus Loyalität taten, fingen auch die Hecken Feuer, welche das Spielfeld umrandeten.
Entsetzt ging Tara auf ihre alte Duellposition zurück und traf dort Natura an, welche aus dem Labyrinth geflüchtet war.

[Tara: 3700LP Gardenia: 2300LP]

Nachdem Lifarse und die Hecken verendet waren, krümmte sich der knorrige Baumgeist vor Schmerz.
Natura (ATK/3400 zu 2600)
Vor ihr erschien der Spross eines Baumes, welcher noch recht hilflos aussah.
Spross-Token (DEF/2000)
„Ich sehe, dein Monster hat Angriffspunkte eingebüßt, um dieses Monster zu erschaffen?“
Tara nickte mit finsterem Gesichtsausdruck. „Ganz recht, das passiert immer dann, wenn eine Pflanze stirbt!“
Gardenia schloss die Augen. Sie wollte das Mädchen besänftigen, da sie bereits ein unangenehmes Kribbeln in ihrem Körper verursachte. ((Es besteht kein Zweifel.)) Überlegte die brünette Frau dabei.
„Ich spiele zwei verdeckte Karten aus, um dir den Weg zu weisen. Rohe Kraft allein vermag keinen Sieg zu erringen. Jemand wie du sollte nicht so zornig sein.“
„Ich bin so zornig, wie ich will!“
((Dabei ist es nicht einmal nur dein eigener Zorn.)) Musste Gardenia nachdenklich feststellen.
„Mein Zug beginnt. Machen Sie sich auf eine fette Abreibung gefasst!“ Die Schülerin knallte die Zauberkarte, die sie soeben gezogen hatte, mit voller Wucht auf die Dueldisk.
Wie wild fing Natura an, sich zu schütteln. Aus ihrer Krone huschte plötzlich ein gelber Staub hervor, der direkt in Richtung Gardenia geweht wurde.
„Toxischer Pollensturm! Für jede meiner Pflanzen wird jetzt ein offenes Monster zerstört, das selber keine Pflanze ist. Sieht schlecht für Sie aus, Gardenia!“ Denn da Tara zwei Pflanzen-Monster besaß und Gardenia zwei offene Monster kontrollierte, schien der Weg für einen direkten Angriff frei.
Doch die junge Duellantin sollte sich täuschen, ihre Gegnerin aktivierte eine Falle.
„Hierophant’s Wand!“ Sprach sie sanft und ließ die Karte mit einer Handbewegung hochfahren. „Du ziehst eine Karte. Jedoch werden deine Karten keine Effektivität zeigen, solltest du eine meiner Karten außerhalb eines Kampfes vernichten wollen.“
In einem von The Emperors Greifarmen erschien ein langer Stab, an dessen Ende ein blauer Kristall befestigt war, welcher die Pollen durch Zauberei einsaugte.
((So ein Mist, ich hätte es beinahe geschafft.)) Wütend sah sie ihre neu gewonnene Karte an, und erkannte, dass sie ihr noch nichts brachte.
„Ich kann immer noch angreifen, und das wird Natura jetzt auch schön tun! Vernichte Arcana Force IV - The Emperor!“
„Dies kann ich nicht zulassen! Falle Doubt or Trust aktivieren!“
„Nicht schon wieder…“ Stöhnte Tara und erwartete eine Predigt. Und sie sollte sie auch bekommen.
„In jedem Menschen stecken Zweifel und Vertrauen. Beides kann zerstörerisch enden, sowohl für dich, als auch für jene, die du anzweifelst. Sage mir, von welchem Gefühl wirst du stärker geleitet. Stoppe die Karte und zeig es mir.“ Die Falle begann sich, wie die Arcana Force-Monster, um die eigene Achse zu drehen.
„Stopp!“ Aufgebracht rannte Tara blindlings in ihr Verderben, die Karte blieb diesmal verkehrt herum stehen.
Mit einem Schlag explodierte Natura und riss Tara durch die entstandene Druckwelle von den Beinen. Sie kam einige Schritte entfernt hart auf dem Rücken auf.

[Tara: 2000LP Gardenia: 2300LP]

„Es sieht aus, als wären die Zweifel in dir stärker als das Vertrauen. Doch wem misstraust du? Niemand anderem, als dir selbst.“
Wieder eine Weisheit mehr, die Tara nicht hören wollte. Ihre Wut wuchs, auch wenn sie sich langsam nicht mehr erklären konnte, warum diese Gardenia sie so in Rage brachte.
„Pah, interessiert mich das? Erklären Sie mir lieber, was mit meiner Natura und meinen Lebenspunkten passiert ist.“
„Dein Monster wurde vernichtet, zusammen mit einem Anteil deiner Lebenspunkte, der der halben Angriffskraft des Monsters entspricht.“
Tara sprang auf die Beine und sah erschrocken ihre einzige Handkarte an. Das Duell hatte sich unerwartet gewendet, es sah gar nicht gut für sie aus. Sie konnte nichts tun.
„Ich bin fertig…“ Schnaufend sah sie mit Trotz zur Seite.
„Gut. Der nächste Schritt wartet.“ Sprach Gardenia entschlossen.
Plötzlich brach der Brust von The Moon, in welcher ein Glasbehälter eingebettet war, ein kleines, hässliches, graues Alienwesen und krabbelte über den Boden.
„Das ist der Effekt meines Monsters. Es produziert in jeder meiner Standby Phasen ein Mond-Token.“
Mond-Token (DEF/0)
Saat des Barricus [3]
„Wie absolut widerwärtig! Haben Sie keine ansehnlicheren Karten?“ Angeekelt blickte Tara die drei Monster auf Gardenias Spielfeldseite an.
„Die Oberfläche zu betrachten macht nur einen geringen Teil des Lebens aus, man muss hinter das Sichtbare schauen. Dort wo Schönheit und Eitelkeit keinen Einfluss haben.“
„Sie sind dann wohl das beste Beispiel dafür?!“ Spottete Tara und lachte, was Gardenia jedoch unbeeindruckt hinnahm. Sie hatte andere Sorgen.
((Sie verändert sich zunehmend, wird stärker. Es ist viel intensiver als bei Matt, während unserem ersten Treffen. Ich sollte das schnell beenden.)) Ihr lief etwas Schweiß über die Stirn.
„Ich opfere das Mond-Token und beschwöre Arcana Force VIII - Strength (ATK/1800)!“
Saat des Barricus [4]
Das neue Monster besaß keine Beine, sondern stattdessen eine Schwebekugel. Die silbermetallische Haut jenes Wesens leuchtete regelrecht, blendete Tara. Sie hielt sich die Hand über die Stirn, um genauer zu erkennen, was das war.
Arcana Force VIII - Strength (ATK/1800 zu 2300)
Schon sah sie, wie eine Miniaturkarte sich über dem Kopf des Wesens mit den kugelförmigen, schwarzen Händen drehte.
„Stopp…“ Sprach das Mädchen gelangweilt, die Karte hielt schließlich kopfüber an - der umgekehrte Effekt, wie Gardenia ihn nennen würde.
„Du besitzt die Stärke, dein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.“ Merkte die Frau an. „So übernimm nun die Kontrolle über alle anderen meiner Monster.“
„Wa-was? Ich… bekomme Ihre Monster?“
Tara wurde stutzig, allerdings tauchten The Moon und The Emperor tatsächlich kurz darauf hinter ihr auf.
((Ich hab wirklich ihre Monster bekommen. Perfekt!)) Ein überhebliches Lächeln huschte über die Lippen der Blondine. „Tja, dumm gelaufen, was?“
„Nein, im Gegenteil. Ich bin höchst zufrieden. Ich spiele jetzt meine letzte Karte, Cup of Ace, aus!“
Vor Gardenia tauchte ein goldener Kelch auf, aus dem Wasser austrat. Über ihm erschien ein Abbild seiner Karte und begann sich zu bewegen. Noch bevor die Karte richtig in Fahrt war, brüllte Tara schon „Stopp!“.
Cup of Ace blieb in seiner Ausgangsposition stehen. „Du stehst dir selbst im Weg. Da du die ursprüngliche Position meiner Karte angehalten hast, ziehe ich zwei neue Karten. Andernfalls wärest du es gewesen, der hätte nachziehen dürfen.“ Die brünette, geheimnisvolle Frau griff nach ihrem Deck und aktivierte anschließend geschwind eine der Karten, die sie gezogen hatte. „Noch hast du dein Schicksal nicht vollständig unter Kontrolle. Sieh her, Siegel des Besitzers!“
Ein Bannkreis formte sich kurz um das Feld. Dessen Rand war mit Runen besetzt, die aufleuchteten. Einen Moment später verschwand er wieder und mit ihm Taras neu gewonnene Monster, die nun wieder unter Gardenias Kontrolle standen.
„Alle Monster werden an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben.“ Erklärte diese der geschockten Tara, was geschehen war. „Los Arcana Force VIII - Strength, vernichte ihr Token!“
Die an Ketten angebrachten Kugelarme schnellten in Richtung des Sprosses und schlugen ihn in den Boden, sodass die weißen, verzierten Fliesen zersplitterten. Geschwind zog Arcana Force VIII - Strength seine Waffen zurück, hinterließ eine erstarrte Tara.
((Dieses Miststück... wie kann sie...?))
„Es ist vorbei! Los Arcana Force XVIII - The Moon, beende das Spiel!“
The Moon bereitete aus seiner kaputten Brustkugel einen Laserstrahl vor, der gerade dabei war, abgefeuert zu werden, als eine dünne Ranke vor ihm aus dem Boden schoss, und ihn fest umschlang. Aus einer wurden mehrere, die auch Gardenias übrige Monster fesselten.
„Das war die Rettende Ranke! Mit ihr muss ich nur eine Pflanze, Natura zum Beispiel, aus meinem Friedhof entfernen und bin für diesen Zug vor allen Schäden gefeit.“
„Dieser Schutz zögert es nur hinaus. Doch wollen wir sehen, ob dein Kampfgeist dich zum Sieg führt. Zug beendet.“
„Ich bin noch lange nicht am Ende!“ Schrie Tara und starrte ihr Blatt an. ((Die wird nicht wissen, wie ihr geschieht.))
Beide Duellantinnen sahen sich entschlossen in diesem endlosen, strahlenden Raum an, der die Lichterhalle genannt wurde.


- in einem Apartment -
Die Sonne ging bereits unter und Nero sah ihr von einem kleinen Zimmer im sechsten Stock eines Hotels durch die gläserne Terrassentür entgegen.
Hinter ihm befand sich ein rechteckiger Tisch, daneben an der Wand ein kleines, grünes Sofa. Auf diesem lag die bewusstlose Sophie, ihres Zeichens Matts Schwester.
Ein Handy klingelte. Nero holte es aus einer Innentasche seines schwarzen Mantels hervor und nahm den Anruf entgegen.
„Nero?“ Die Stimme des Anrufers war männlich und deutete darauf hin, dass jene Person schon das Erwachsenenalter erreicht hatte.
„Ich habe das Mädchen, wie du es wolltest. In ihr steckt ein gewisses Potential.“ Erklärte der Hüne dem Mann.
„Gut gemacht.“
„Jedoch verspüre ich keine übernatürlichen Kräfte.“ Fügte der vermummte Kerl ernst hinzu.
„Was? Das…“ Ein Seufzer erklang. „Verstehe. Anscheinend ein Fehlgriff. Dennoch, behalte sie bei dir.“
„Warum? Sie ist vollkommen nutzlos für uns.“ Nero blickte zu Sophie. „Für einen Professor benimmst du dich recht abergläubisch...“
Als dieser am anderen Ende der Leitung das hörte, musste er amüsiert auflachen. „Vielleicht, bei dir kein Wunder.“ Dann wurde der Mann jedoch schnell wieder ziemlich ernst. Anscheinend war er sehr enttäuscht. „Die Möglichkeit, dass sie uns nicht von Nutzen sein wird, besteht natürlich. Aber du hast sie gesehen. Mit dir zusammen. Also muss sie für die Zukunft eine Bedeutung haben.“
„Wie du meinst.“
„Halte sie solange weiter in künstlichem Schlaf, bis ich dir etwas anderes auftrage. Es ist besser, wenn sie erstmal nichts mitbekommt von dem, was um sie herum vorgeht.“
„Verstanden.“ Schon war der Anruf des Professors beendet. Nero betrachtete noch kurz das Mädchen, bevor er wieder den Sonnenuntergang auf sich wirken ließ.


Turn 111 - The assault
Ryan erzählt Matt von Pegasus’ Besuch und seiner Forderung, doch dieser schenkt dem Ganzen zunächst keine Beachtung und meint, es wäre allein Ryans Sache. Indes hat George sich auf die Suche nach Informationen über den blauen Mond gemacht. Gerade als er fündig wird, greift Nero ihn an. Jedoch stellt sich unerwartet eine dritte Person in den Weg...


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Zuletzt aktualisiert: 15. Nov, 16:53

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