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Professor Sangon
Achtung! Enthält erhebliche Spoiler aus den ersten...
-Aska- - 30. Nov, 21:34
Kleiner Einschub
Von mir als Person gibt es im Moment noch nichts Neues,...
-Aska- - 30. Nov, 21:32
Matts Deckliste
Gladiator Beasts Monster: • Elite Gladiator...
-Aska- - 30. Nov, 21:23
Decklisten
Unter diesem Punkt findet ihr die umfangreichen Decklisten...
-Aska- - 30. Nov, 21:13

Turn 121: The beginning

„Also dann...“ Sprach der Professor abschließend und sah die drei hoffnungsvoll an. „Ich wünsche euch allen im Namen der Bewohner dieses Planeten viel Glück.“
„Hmpf... ich tu das nur für Sophie.“ Schnaubte Matt und wandte sich um.
„Heh... Nero, geleite sie zum Wagen.“ Bat Sangon den Hünen, der schützen vor ihm verharrte.
„Sehr wohl, folgt mir.“
Nero ging am Professor vorbei und lief direkt zu einer mechanischen Tür, die sich öffnete, als er näher kam.
„Der Wagen gehört euch, sozusagen als kleines Dankeschön.“ Lachte der Professor freundlich, als er die etwas irritierten Gesichter der Jungs sah.
„Öh, meinen Sie das ernst?“ Wunderte sich Ryan und auch Matt drehte sich etwas perplex um.
„Aber natürlich... seid so frei und gebraucht ihn, wie es euch beliebt.“ Sangon sah die drei abwartend an und zwinkerte.
„Ich werde jetzt erstmal dafür sorgen, dass der Strom hier wieder läuft.“
„Okay... dann...“ Nuschelte Ryan gequält. „Bis in einem Monat.“
Damit gingen die drei am Professor vorbei und gesellten sich zu Nero.
Bei ihm angekommen, musterte er die drei und kramte in einer Tasche seines Mantels.
„Wer von euch besitzt einen Führerschein?“
„Ich!“ Meldeten sich Ryan und Andrew sofort, sodass sich Matt als Außenseiter unwohl fühlte. Böse guckte er weg, als Nero Andrew die Schlüssel überließ.
Neidisch stierte Ryan auf die offene Handfläche des Jungen, wo nun die Schlüssel lagen. Er sagte jedoch keinen Ton.
„Kommt mit mir, bitte.“ Forderte Nero die drei dann auf und ging durch die Tür in einen kleinen Tunnel, der nur durch die rötliche Notbeleuchtung erhellt wurde.

Später fand sich die Gruppe in dem geräumigen Lager wieder.
Matt sah zu seiner Linken von weitem die Tür, durch die er in das Gebäude vorgedrungen war und erkannte auch die Trennwand, hinter welcher die Büros lagen. Er musste etwas schmunzeln.
Mit lauten Schritten gingen die drei in der düsteren Atmosphäre über den Asphaltboden.
Um sie herum standen verschiedene Wagen.
Links war eine Reihe von armeegrünen Lastern zu finden, etwas weiter rechts ein Land Rover und ganz weit hinten vermutete Andrew sogar einen Panzer, doch da es sehr dunkel war, erkannte er das Fahrzeug nicht genau.
Die Gruppe bog dann nach rechts ab, und der schwarzhaarige Junge mit den Schlüsseln in seiner Hand wusste nun, dass ihnen der ebenso schwarze Land Rover gehörte.
Während sie sich ihm näherten, holte Nero aus seiner Manteltasche eine Fernbedienung hervor und drückte auf einen der Knöpfe.
Sofort wurden die drei geblendet, denn ein Tor nicht weit von ihnen öffnete sich und ließ das Sonnenlicht herein.
„Wenn ihr hier durch seid, müsst ihr nur um das Gebäude fahren und durch das Haupttor nach draußen.“ Meinte Nero und zeigte auf die Öffnung.
Die Jungs hatten sich mittlerweile an das Licht gewöhnt und atmeten die frische Luft ein, die für sie fast schon fremd wirkte.
Nun sahen sie auch den Elektrozaun vor sich und die dahinter liegende, kahle Landschaft. Matt erinnerte sich, dass der Wald auf der gegenüberliegenden Seite lag.
„Ich werde jetzt gehen und nach Sophie sehen.“ Sagte Nero und entfernte sich von den dreien.
„Passen Sie gut auf sie auf!“ Rief Matt ihm etwas hilflos hinterher, gewann aber schnell an Mut. „Wenn ihr etwas geschieht, bring ich Sie eigenhändig um!“
Nero blieb kurz stehen, antwortete aber nicht und ging stattdessen dahin zurück, woher die Gruppe gekommen war.
„Mach dir keine Sorgen... wir schaffen das schon irgendwie.“ Zur Aufmunterung legte Ryan seine Hand auf Matts Schulter, welcher Nero unsicher nachblickte.
„Also dann...“ Begann Andrew und musterte den Land Rover. Die zwei anderen taten es ihm dann gleich.
Es gab keine hintere Sitzreihe, da der Platz dafür von einer großen Ladefläche eingenommen wurde. Dafür aber hatten drei Personen in dem hoch angesiedelten Wagen Platz.
„...los geht die wilde Fahrt.“ Gerade, als er mit dem Schlüssel die Autotür aufschließen wollte, landete etwas auf der Ladefläche, sodass sich der Wagen unter einem Knarren leicht auf und ab bewegte.
„Das lasse ich nicht zu!“ Hallte eine kalte Frauenstimme durch die weitflächige Garage. Ryan schrie sofort auf, Matt schluckte den Schrecken herunter. Andrew blieb wie üblich gelassen, rührte sich aber nicht.
„Wer ist das jetzt schon wieder?“ Fragte Matt dann genervt und überrascht zugleich.
Die Parteien analysierten einander mit missmutigen Blicken, der erste Schock war schnell überwunden.
Die blonde Frau mit dem schulterlangen Haar kam Matt bekannt vor, auch wenn er sie nie gesehen hatte. Sie sprang die Ladefläche hinab und näherte sich ihm und Ryan.
Als Matt ihren braunen Ledermantel musterte, wusste er wieder, warum sie ihm bekannt vorkam. Tara hatte sie beschrieben, das war die Frau, gegen die sie beim Hafen gespielt und welche sie entführt hatte.
„Reika?“ Verließ der Name der Frau langsam seine Lippen.
Sie schien etwas überrascht, dass Matt ihren Namen kannte, doch aktivierte im Gehen ihre Dueldisk.
„Ich werde dich zu einem Duell herausfordern, Matt Summers, damit du keinen weiteren Schaden anrichten kannst!“ Nebenbei rückte sie ihre braun getönte Sonnenbrille zurecht. „Alternativ kannst du kampflos mit mir kommen!“
„Vergiss es, ihr bekommt Matt nicht!“ Andrew stellte sich schützend vor Matt und wollte gerade seine Dueldisk aktivieren, als von dem geöffneten Tor eine fröhliche Lache erklang.
Andrew, Matt, Ryan und Reika drehten ihre Köpfe verwirrt in die Richtung, aus der der Lärm kam.
An die linke Seite des Tores gelehnt stand ein blonder Junge und warf den vieren amüsierte Blicke hinüber.
Er trug einen weißen Mantel, der zu seiner Hose und Hemd passte.
„Amarou?“ Sprudelte es aus Matt sofort heraus, und Andrew wiederholte den Namen, jedoch etwas gefasster.
„Stör ich etwa?“ Wollte der wissen und grinse verlegen.
„Überhaupt nicht...“ Murmelt Andrew und nickte symbolisch zu Reika hinüber.
„Oh versteh schon, Gardenia gibt wohl nie auf. Soll ich sie übernehmen?“ Fragte der junge Mann etwas gelangweilt und setzte sich langsam in Bewegung.
Reika warf ihm einen feindlichen Blick rüber. „Haltet euch da raus!“
„Och bitte, als wenn wir Befehle von dir annehmen würden.“ Spottete Amarou und unterdrücke ein Lachen. „Wir sind zwei gegen eine.“
Wütend knurrte Reika und warf Matt einen gefassten Blick rüber. „Komm mit mir, bitte! Du kannst den beiden nicht vertrauen, sie wollen...“
„Ich versteh nicht...“ Murmelte Matt jedoch und stolperte einen Schritt zurück.
„Lass dir nichts von ihr einreden Matt, sie ist der Feind!“ Flehte Andrew aus der Fassung gebracht. „Sie will dich zu ihrer Anführerin Gardenia bringen, damit diese ein unheimliches Ritual mit deinem Körper durchführt!!!“
„Äh was?“ Beide, Ryan und Matt, machten lange Gesichter.
„Wir haben keine Zeit, ich erkläre es dir später! Steig jetzt ein!“ Rief Andrew und öffnete die Autotür.
„Nein, schenk ihm keinen Glau-“ Doch bevor Reika ihren Satz beendete, war Amarou wie aus dem Nichts zwischen sie und Matt gesprungen.
„Los Junge, du darfst dich nicht von ihr erwischen lassen!“
„O-okay...“ Stammelte Matt.
Er und Ryan rannten an den beiden vorbei und stiegen auf der anderen Seite des Land Rovers ein, erst Ryan, dann Matt. Dieser schloss hastig die Autotür.
„Schnallt euch an!“ Befahl Andrew und drehte den Schüssel unterhalb des Lenkrads um.
Sofort sprang der Wagen an und schnurrte laut.
Mit quietschenden Reifen schoss er dann davon, durch das Tor hinweg und bog links ab.
Die beiden Verliebenden sahen dem hinterher, bis der aufgewirbelte Staub von draußen sich gelegt hatte.
„Na, wie fühlt es sich an, sein Objekt der Begierde wieder verloren zu haben?“ Stichelte Amarou nun wenig galant und warf ihr einen fiesen Blick zu.
„Wir kriegen Matt. Das Mädchen hatten wir bereits, doch Gardenia ließ sie gehen...“ Murmelte Reika unzufrieden.
„Weil die Blondine nicht vollständig erwacht ist.“ Schnitt Amarou ihr das Wort ab. „Ihr denkt, ihr könnt euch ewig in eurer Illusion verstecken, aber Fakt ist, dass die Kleine nie ihren Zweck erfüllen wird, anders als Matt!“
Reika schnaubte nur und sah weg.
„Das hat die kluge Gardenia gesehen, und deswegen muss sie das Problem jetzt direkt an der Wurzel bekämpfen, nicht wahr? Aber täusch dich da mal nicht, wir werden verhindern, dass Matt in eure Hände gelangt!“ Keifte er und aktivierte die Dueldisk an seinem Arm.
„Du wirst die erste sein, die fällt!“
Dann nahm Reika jedoch Haltung an. „Ich werde nicht fallen. Wenn du einen Kampf willst, kannst du ihn haben!“ Sie sah ihre bereits aktivierte Dueldisk an.
„DUELL!“ Schrieen beide und sprangen voneinander weg, um mehr Platz zu haben.

[Reika: 4000LP Amarou: 4000LP]

„Auch wenn du der Herausforderer bist, werde ich dieses Duell beginnen!“ Entschied Reika schnurstracks und ließ ein Seitenfach ihrer Dueldisk ausfahren.
„Den Anfang macht Paper World!“
Ein düsteres Flimmern schoss von Reika aus und verzerrte kurzzeitig die Umgebung. Danach schien alles wieder normal.
Doch das täuschte, denn die Fahrzeuge im Hintergrund, die Außenwelt, alles schien wie eine Fassade aus Pappe. Auch die Farben waren nun etwas heller und erinnerten an einen Cartoon, lediglich die beiden Spieler blieben normal.
„Außerdem setze ich eine Karte verdeckt und beschwöre Paper Wall (ATK/0)!“
Eine Weile wartete Amarou auf eine Monsteranimation, doch diese blieb aus.
„Wo ist das Monster?“ Fragte er dann gelassen.
„Es ist hier... Zug beendet!“
„Wenn du meinst...“ Amüsiert zuckte er mit den Schultern und zog die nächste Karte.
„Am besten wäre es, ich rufe meinen Blue Firestorm Magician (ATK/1100)!“
Aus einer hellblauen Flamme, die vor Amarou aus dem Boden zischte, entstand ein Magier in roter Robe, der mit marineblauen Feuerkugeln jonglierte. An der Spitze seines Hutes flackerte ebenfalls eine blaue Flamme.
„Nun, 0 Angriffspunkte sind nichts. Ich bin mir sicher, das ist eine Falle... deswegen aktiviere ich den Effekt meines Monsters.“ Amarou fächerte seine Handkarten zusammen und legte sie alle in den Schacht seines Friedhofs.
Zeitgleich ließ der Magier weitere Feuerkugeln um sich herum entstehen und schoss fünf davon auf Reika, die sich mit ihrem Dueldiskarm schützte. Es knallte laut, und eine kurzweilige Rauchwolke versperrte die Sicht.

[Reika: 3000LP Amarou: 4000LP]

„Jede abgelegte Handkarte kostet dich 200 Lebenspunkte.“ Erklärte der blonde Junge dann mit einem Grinsen.
„Das war Verschwendung!“ Protestierte Reika und rückte ihre Brille zurecht. „Was ist für mich der Haken?“
„Oh?“ Amarou war erstaunt. „Es gibt keinen. Das ist der einzige Effekt meines Magiers.“
((Was hat er dann vor?)) Reika verzog das Gesicht.
„Dann wollen wir mal. Attacke auf Paper Wall!“
Der Magier warf diesmal die Feuerkugeln, mit denen er jonglierte, direkt auf Reika, da noch immer kein Monster in Sicht war.
Doch dies änderte sich schlagartig, denn auf einmal kam von der rechten Seite mit einer Art Drehbewegung eine Mauer aus roten Ziegelsteinen zum Vorschein, an welcher die Feuerbälle abprallten.
„Effekt aktivieren!“ Schrie Reika. „Paper Wall wechselt bei einem Angriff in den Verteidigungsmodus, wenn Paper World auf dem Spielfeld liegt, da deren Name als 2D/3D behandelt wird!“
Paper Wall (DEF/0)
„Sehr effektiv.“ Scherzte Amarou, doch wirkte dann überrascht.
Paper Wall (DEF/0 zu 3000)
„Das war noch nicht alles, denn für jedes Paper-Monster in meiner Hand erhält Paper Wall noch 1000 Verteidigungspunkte!“
Reika zeigte drei Monster hervor:
- Paper Dragon
- Paper Core
- Paper Buster
Die Mauer begann zu beben und löste plötzlich eine nach vorne gerichtete Schockwelle aus, die Amarous Mantel kräftig durchwehte. Der Junge hielt seine Arme vors Gesicht. Nebenbei riss an seinem rechten Bein und linken Arm die Kleidung auf, und tiefe Schnittwunden an seinem Körper entstanden. Blut wirbelte durch die Luft und landete hinter ihm auf den Boden, lief ebenso die Wunden hinab.

[Reika: 3000LP Amarou: 2100LP]

„Das war wohl keine gute Idee.“ Lachte er und verzog sein Gesicht unter dem brennenden Schmerz.
„Ich bin am Zug!“ Ignorierte Reika ihn jedoch.
Paper Wall (DEF/3000 zu 0)
„Als erstes wechsle ich Paper Wall zurück in den Angriffsmodus (ATK/0)...“ Die Wand drehte sich und war somit verschwunden. „...und rufe Paper Dragon (ATK/0)“
Wie schon zuvor erschien kein Monster, was daran lag, das es zweidimensional war.
Von der Seite jedoch sah man, dass der weiße, aus Papier gefaltete Drache höher als die Mauer war.
„Nun vernichte Blue Firestorm Magician!“ Schrie Reika und zeigte auf das Opfer des Drachen.
Dieser wechselte die Dimension und war nun auch für Amarou gut sichtbar. Aus seinen Nüstern schnaubte er weiße Flammen, welche der Magier ersuchte abzuwehren, indem er seine Handflächen aufeinander legte und aus diesen eine blaue Gegenflamme erzeugte.
„Ein ungleicher Kampf.“ Lachte Amarou fröhlich.
„In der Tat, denn dank Paper World wird die Angriffsstärke meines Monsters während eines Kampfes zu 3000!“
Der Hexer konnte den weißen Flammen nicht mehr standhalten und wurde samt seinem blauen Feuer immer weiter zurückgedrängt, bis er schließlich in dem Inferno verbrannte.

[Reika: 3000LP Amarou: 200LP]

„Nicht schlecht.“ Lobte Amarou.
„Ich bin noch nicht fertig, denn wenn ein Monster zerstört wird, während Paper World auf dem Spielfeld liegt, kann ich Paper Core (ATK/1000) aufrufen!“ Reika schien nichts anderes mehr zu kennen außer dem Drang, Amarou zu vernichten, nachgeben zu müssen. Irgendwie fand dieser das sehr lustig und grinste.
Eine gelbe, aus durchsichtigem Papier geformte Sphäre fiel durch die Decke und schwebte langsam über Reikas Kopf hinweg. In der Mitte leuchtete ein heller Kern in der Kugel auf.
„Damit ist das Spiel für dich gelaufen!“ Kreischte die Frau dann schrill und befahl Paper Core den Angriff.
„Nanana, nicht so voreilig.“ Amarou schnalzte mit der Zunge.
„Deine Spielfeldseite ist völlig leer und Handkarten hast du auch keine!“ Stellte Reika fest. „Wie gedenkst du, mich aufzuhalten?“
„Mit einer Karte aus meinem Friedhof natürlich, dem Blue Firestorm Guardna (DEF/2500)!“
Tosende, blaue Flammen bildeten ein magisches Pentagramm auf dem Boden. Aus dessen Mitte kam ein breiter Mann, ganz in blauem Feuer gehüllt hervor und hielt einen silbernen Schild vor sich zum Schutz.
„Wenn ich direkt angegriffen werde und keinerlei Zauber- oder Fallenkarten besitze, darf ich unseren Freund aus dem Friedhof rufen. Danach zerstört er meine Deckkarten, und zwar für jede Karte auf meinem Friedhof eine.“ Während er redete, musste Amarou schmunzeln.
Er zeigte die fünf Karten auf seinem Friedhof hervor und legte fünf weitere von seinem Deck dazu.
„Das ist egal!“ Schnauzte Reika ihn an. „Das bedeutet nur ein Replay und das spielt keine Rolle, da Paper Core direkt angreifen kann.“
Die Sphäre schoss einen blauen Blitzschlag an Amarous Monster vorbei. Jener erstarrte jedoch vor dem lächelnden, jungen Mann, machte eine Kehrtwende und schlug stattdessen in den Schild des Blue Firestorm Guardnas ein.
Blue Firestorm Guardna (DEF/2500 zu 1500)
„Was, aber-?“ Mit weit geöffneten Augen drückte Reika ihre Handkarten zusammen und starrte baff ihren Gegner an.
„Aber, aber... mein Guardna wehrt den Schaden ab, indem er seine Verteidigung verringert. So leicht wollen wir’s dir doch nicht machen, oder?“ Spottete Amarou.
„Halt mich nicht zum Narren!“ Fauchte die blonde Frau und spielte einen dauerhaften Zauber aus.
„Deep Cut! In meiner End Phase verringert er deine Lebenspunkte für jedes Paper-Monster um 300. Und das passiert genau jetzt!“
Blue Firestorm Guardna (DEF/1500 zu 600)
Reika erschrak laut.
„Jeder Schaden...“ Flüsterte ihr Gegner mit einem falschen Lächeln.
Schließlich sah er sein Deck herausfordernd an, als würde er eine ganz bestimmte Karte ziehen wollen.
Er nahm sie auf und sah sie sich an, wobei sein junges Gesicht fast schon kindlich wirkte, als er vor sich hin strahlte.
„Ich biete meinen Blue Firestorm Guardna als Tribut an... leider wird er aus dem Spiel entfernt.“
Der Mann löste sich in eine blaue Feuerbrunst auf. Doch diese wirbelte erst wild umher und bildete langsam einen Körper mit langem Schweif und anmutigen Schwingen. Auch ein Kopf mit zwei spitzen Hörnern entstand langsam. Das Maul des Drachen öffnete sich, um einen markerschütternden Schrei loszulassen.
Doch mit einem Windstoß löste sich die Bestie jaulend auf, und die Monsterkarte, die Amarou auf die Dueldisk gelegt hatte, wurde nicht anerkannt.
Reika kicherte leise, und machte ein mildes Gesicht. „Meine permanente Falle Dog-Ear. Hast du vergessen, dass ich sie in der ersten Runde gesetzt habe?“
„Oh...?“ Tat Amarou überrascht. Doch genau das hatte er kommen sehen.
Während Reika den Effekt ihrer Karte erklärte, hellte sich seine Mimik immer weiter auf.
„Dog-Ear lässt sich aktivieren, wenn du eine Tributbeschwörung durchführst und ich ein Paper-Monster kontrolliere. Dein Monster wird auf die Hand zurückgegeben und du darfst keinerlei Tribute mehr anbieten!“
„Nichts weiter? Ich bin enttäuscht.“ Das ständige Gelächter ihres Feindes ging Reika auf die Nerven, auch wenn es eine herzliche Lache war.
Obwohl Gardenia ihr beigebracht hatte, dass man den Hass unterdrücken muss, so konnte sie nicht anders, als diese Person zu verabscheuen. Ihre Seite würde Matt bekommen das schwor sie sich, und dann...
„Ich denke, dass rufe ich mein Monster als Spezialbeschwörung!“ Geschockt sah die Frau auf.
Wieder bildete sich ein wirbelnder Feuersturm, der langsam die Form eines Drachen annahm.
Genau wie das Feuer, so war auch er blau und hatte breite Schwingen, welche er mit Gebrüll anspannte.
„Mein ganzer Stolz, der Blue Firestorm Dragon (ATK/2200)!“ Erklärte Amarou erfreut. „Zehn Karten in meinem Friedhof reichen aus, damit ich ihn aus meiner Hand oder dem Friedhof aufs Feld geleiten darf.“
„Deshalb hast du deine Karten verschwendet?!“
„Natürlich, alles hat seine Gründe. Zu schade, dass du nur einen kleinen Teil meines wundervollen Decks kennen gelernt hast. Für dich ist das Spiel vorbei.“
Ignorant zischte Reika: „Was bedeutet das!?“
„Warum findest du es nicht selbst heraus? Aber zuerst bin ich so freundlich und übertrage die Angriffspunkte meines Monsters auf deinen Paper Core!“
Der Drache spie eine blaue Flamme in die Sphäre über Reikas Kopf und brachte sie so zum Wachsen. Völlig verstört sah die Frau nach oben und stolperte zurück.
Paper Core (ATK/1000 zu 3200)
Blue Firestorm Dragon (ATK/2200 zu 0)
„So... da ich jetzt meinen Zug beende, zwingt dich mein Drache, sofort nach der Standby Phase in die Battle Phase überzugehen und meinen Drachen mit Paper Core anzugreifen.“
„Huch!“
Die Sphäre entlud einen heftigen Stromschlag, der das ganze Spielfeld erleuchtete. Die funkende Energiewelle kam dem Drachen immer näher, doch dieser wehrte sich mit einem blauen Flammenodem, der den feindlichen Angriff zurück zwang.
„Ohhhhhhhhhhh...“ Reika zitterte am ganzen Leibe und wich weiter zurück, da die blauen Flammen ihr Monster nun erreicht hatten. Dieses nahm das Feuer in sich auf und verfärbte sich blau, wuchs dabei stetig an.
„Warum so panisch?“ Wunderte sich Amarou.
„Was passiert hier?!?“
„Das ist sehr einfach. Mein Drache hat zwar seine Punkte eingebüßt, aber im Gegenzug darf ich eine Falle vom Friedhof aus aktivieren. Und das ist meine Keycard, Blaues Fegefeuer!“
Hinter Amarou erschien eine vergrößerte, holografische Version der Karte.
„Diese Karte-“ Der Frau stockte der Atem.
Amarou rollte mit den Augen. „Wo bleibt der dramatische Hilfeschrei?“
Reika stolperte über eine Kerbe im Boden und landete auf ihrem Hinterteil. Panisch drehte sie sich um und krabbelte vom Schauplatz des Geschehens weg.
((Diese Karte wird mich vernichten.)) Dachte sie voller Angst. ((Wenn ich mit einem Monster mit mehr als 3000 Angriffspunkten angreife, werden wir beide Schaden erleiden, der den Angriffspunkten meines Monsters entspricht. Er wird den Schaden abwehren können, wenn er 10 Karten seines Friedhofs in sein Deck mischt, aber ich-“
Weiter kam sie nicht.
Sie sah ein Paar Beine in einer weißen Hose hoch und starrte schließlich in Amarous lächelndes Gesicht, welcher sich ihr in den Weg gestellt hatte.
„Wir sind hier noch nicht fertig.“ Sprach er plötzlich finster und trat ihr mit seinem Fuß ins Gesicht. Reika fiel auf den Rücken und blieb liegen.
Plötzlich hörte sie ein knisterndes Geräusch und rollte sich auf den Bauch, wobei sie zum Spielfeld hinüber blickte. Die Sphäre nahm jenes nun fast gänzlich ein.
„Adios, meine Liebe.“ Hörte sie Amarou reden.
Dann zerbarst die blaue Kugel in einer heftigen Explosion und löste eine Druckwelle aus, die die umstehenden Fahrzeuge wegschleuderte. Ein pfeifender Wind peitschte den beiden um die Ohren.

[Reika: 0LP Amarou: 200LP]

Das Ergebnis der Explosion war ein gewaltiger Krater und eine eingedellte Decke. Die verschlossenen Garagentore waren teilweise verbogen, aufgerissen oder verbeult.
Reika lag mit glanzlosen Augen am Boden. Etwas von ihr entfernt lag die getönte Brille, auf die der junge Mann im Vorbeigehen rauf trat.
Amarou sah auf sie hinab und lächelte trügerisch. „Das war lustiger als die Wachen abzulenken.“
Er beugte sich zu ihr hinab und packte sie am Kinn.
„Es tut mir in der Seele weh, eine so schöne Frau wie dich verletzen zu müssen. Aber vielleicht...“ Ihm kam da so ein Gedanke.

- zeitgleich im Land Rover -
„Würdest du mir bitte antworten?!?“ Schrie Matt sodass Ryan, welcher neben ihm saß, zusammenzuckte.
Der schwarze Wagen fuhr über eine Waldstraße, die sehr holperig war.
Die Schönheit Bäume und Büsche der Umgebung wurde durch das Wetter getrübt, denn graue Wolken waren aufgezogen. Bald würde es regnen.
„Nicht jetzt!“ Andrew konzentrierte sich nur auf die Straße.
Und schon rieselten erste Regentropfen auf die Frontscheibe herab. Schon ließ der junge Fahrer die Scheibenwischanlage anspringen.
Zu Recht, denn ein starker Schauer setzte schon kurz darauf ein.
„Wer ist dieser Amarou eigentlich?“ Mischte sich Ryan ein und sah Andrew an.
„Ein Freund...“
„Ich kenn den Kerl. Das war einer von Georges Spießgesellen...“ In Matt kam ein ungutes Gefühl auf, was diesen Typen betraf.
((Vielleicht... hat er Joshua umgebracht? Und es dann vertuscht, aber... vielleicht ist George mitschuldig? Oh f***, wo bin ich hier nur rein geraten?))
„Er soll auf dich aufpassen, damit die Feinde dich nicht kriegen.“ Sagte Andrew schließlich, sein Blick verweilte starr auf dem Waldweg.
„Wer sind die Feinde?“ Ryan wurde neugierig.
„Kann ich nicht sagen...“ Wich Andrew jedoch aus.
„Warum nicht?“
„Weil ich es nicht darf!“
Matt hingegen achtete weniger auf die beiden, hörte dennoch wachsam zu. Jedoch hatte das Wort „Feinde“ ihn verwirrt.
((Reika und Gardenia sind die Feinde? Und Amarou und Andrew sollen mich beschützen... vor diesem Ritual etwa? Aber warum hat diese Gardenia mich nicht einfach bei unserer ersten Begegnung mitgenommen und warum hat sie Tara entführt? Und sie schließlich freigelassen...?)) Es seufzte.
Die anderen beiden waren still geworden.
„Wo fahren wir eigentlich hin?“ Wollte Matt dann wissen.
„Zu dir nachhause.“ Gab sein alter Freund ihm eine knappe Antwort.
„Warum darfst du uns nicht sagen, was es mit den Feinden auf sich hat... hat es etwas mit deinem Verschwinden zutun...?“ Fragte Matt vorsichtig nach.
Doch Andrew schwieg beharrlich.
„Warum wollen die unbedingt Matt?“ Der schwarzhaarige Junge war Ryan dankbar, dass er in seinem Namen danach fragte. Aber auch hier gab Andrew keine Antwort.
Eine Weile schwiegen die drei, doch dann schnaubte Matt.
„Halt den Wagen an!“
„Huh?“ Wunderten sich Ryan und Andrew.
„Halt-ihn-an!“
„Wieso?“ Andrew klang misstrauisch, fast schon zornig.
„Weil ich es verdächtig finde, dass du uns nichts über unsere ‚Feinde’ oder euch sagst. Du sagst uns gar nichts!“
„Da hat er Recht, Andrew...“ Musste Ryan seinem ehemaligen Kunden beipflichten.
Allerdings fuhr der nun unter Verdacht stehende einfach weiter und gab ein verletztes Lachen von sich.
„Hört zu, ich darf es euch nicht sagen. Ihr müsst mir vertrauen.“
„Das sagt sich so leicht...“ Konterte Matt spöttisch. „Oh ja, vertrauen wir Andrew, den wir die letzten sieben Jahre nicht gesehen haben, der sich ziemlich verändert hat-“
„Ich war damals ein Kind. Menschen werden auch erwachsen, weißt du?“ So hart kannte Matt seinen alten Freund nicht. Aber etwas in seiner Stimme veranlasste Matt, nichts darauf hin zu erwidern.
Es wurden keine Fragen mehr gestellt, die ganze Fahrt über schwiegen die drei nun.
Jedoch wusste Matt nicht, ob er Andrew wirklich vertrauen sollte. Er erinnerte sich an einige Worte, die Andrew bei ihrem ersten Wiedersehen nach jenen sieben Jahren sagte.

„Bald wird sich hier einiges verändern… bis dahin, denke darüber nach, welcher Seite du deine Treue schwörst, Matt.“

((Stimmt. Damals schon habe ich mich gefragt, ob Andrew und Gardenia Feinde sind. Ich soll mich für eine ihrer Seiten entscheiden? Nein... das...)) Er stöhnte und sah durch die Fensterscheibe. Wasserperlen flossen wie Schlangen daran hinunter.
((Ich werde schon noch erfahren, was hier vor sich geht. Ob ich will oder nicht...))


Turn 122 - The discussion
Matt, der langsam seine Freunde zu akzeptieren lernte, erzählte ihnen alles, was ihm bisher widerfuhr. Daraufhin machte Harris den Vorschlag, Sophie auf eigene Faust zu retten. Edna hingegen lehnte dies vehement ab, und war der Meinung, dass Matt sich verstecken sollte, während die anderen alleine nach Camalar suchen. Ein Streit entstand, der durch die Hilfe eins Duells gelöst werden sollte...

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Zuletzt aktualisiert: 30. Nov, 21:46

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