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Professor Sangon
Achtung! Enthält erhebliche Spoiler aus den ersten...
-Aska- - 30. Nov, 21:34
Kleiner Einschub
Von mir als Person gibt es im Moment noch nichts Neues,...
-Aska- - 30. Nov, 21:32
Matts Deckliste
Gladiator Beasts Monster: • Elite Gladiator...
-Aska- - 30. Nov, 21:23
Decklisten
Unter diesem Punkt findet ihr die umfangreichen Decklisten...
-Aska- - 30. Nov, 21:13

Turn 122: The discussion

Matt und seine Familie saßen am länglichen Küchentisch und aßen Frühstück.
Es war Sonntag, ein Tag nach dem Einbruch von Matt, Ryan und Andrew in die Militärbasis von Professor Kyon Sangon.
Seinen Eltern hatte Matt von der Geschichte nichts erzählt, da sie ihm ohnehin nicht glauben würden und wenn sie es täten, würde er nie wieder das Sonnenlicht sehen.
Aber auch so lag eine düstere, bedrückende Stimmung über dem Hause Summers.
Niemand sprach.
Matt aß nichts, da er keinen Appetit hatte.
Er sah stattdessen rüber zu seinem Vater, der Zeitung las wie jeden Morgen und ab und zu nach seiner Tasse Kaffee griff.
Seine Mutter saß auf der Bank, welche an die Wand gelehnt war und seufzte bitter, bevor sie aufstand und zur Spüle ging, wo sie ihr Geschirr einsortierte.
Plötzlich fing sie an, ein Schluchzen zu unterdrücken, doch als sie mit dem Einräumen fertig war, hielt sie sich die Hände vors Gesicht und fing an zu weinen.
Ihr Mann eilte sofort zu ihr und legte seine Hände auf ihre Schultern.
„Wo ist sie nur? Wo ist Sophie?“ Fragte Mrs. Summers gebrochen.
„Sie wird schon wieder auftauchen.“ Redete ihr Mann auf sie ein und küsste sie auf den Hinterkopf. Ihr Haar war nach wie vor sehr kurz und schwarz, doch erste graue Haare ließen sie älter erscheinen als sie war. Ihrem Mann ging es ähnlich, die beiden passten gut zusammen.
Matt jedoch stand auf und warf seinem Vater einen vernichtenden Blick zu, bevor er die Küche verließ. Dies blieb Mr. Summers nicht verborgen, doch er fürchtete Matt regelrecht.
Er wusste genau, dass sein Sohn ihn hasste, weil er seiner Mutter fremdging.
Der Schüler wanderte über den kleinen Flur aus zum geräumigen Wohnzimmer und setzte sich auf die blaue Couch, welche wie ein rechter Winkel gebogen war.
Genau in jener Mitte saß er, mit dem besten Blick auf den gewaltigen Plasma-Bildschirm in der Ecke des weißen Raumes, aber Lust auf fernsehen hatte er nicht.
Stattdessen sah er aus dem Fenster der Terrassentür zum Swimmingpool. Draußen regnete es, genau wie gestern und irgendwie empfand Matt die Welt grau, einfach nur grau.
„Wir fahren in die Stadt, Matt...“ Hörte Matt seine Mutter vom Flur aus rufen.
Er drehte sich um und sah ihr verweintes und verzweifeltes Gesicht.
„Okay...“ Sie drehte sich um und wollte gehen, als er noch etwas hinzufügte.
„Sophie geht’s gut. Das spür ich... mach dir keine Sorgen Mum, sie wird wiederkommen.“
Dankbar drehte sich Mrs. Summers um und lächelte gequält.
„Ja Matt.“
„Liebling?“ Rief sein Vater, welcher bereits draußen sein musste. Die Frau drehte sich um und ging durch die weiße Haustür.
Matt sah ihr hinterher und wandte sich dann ab, als sie weg war.
Er überlegte, was er nun tun sollte.
((Wo fang ich überhaupt an? Wie soll ich diese verdammte Stadt finden?))
Aber die Zeit verging, und er fand keine befriedigende Antwort. Er beugte sich nach vorne und vergrub sein Gesicht in die Hände. Dabei stöhnte er laut auf und richtete seinen Blick dann an die weiße Decke.
((Was soll ich nur tun?)) Seufzte er in dem Wissen, schon seit einer Stunde auf keine gute Idee gekommen zu sein.
Selbst wenn er einen Weg dahin finden würde, wären da noch etliche weitere Probleme.
Als er weiter nachdenken wollte, klingelte es an der Tür.
Etwas erstaunt sah Matt zum Flur und setzte sich dorthin in Bewegung.

An der Haustür angekommen, öffnete er diese und machte einen sichtlich überraschten Eindruck.
„Hi Matt.“ Grinste Tara ihn fröhlich an.
Doch sie war nicht alleine, hinter ihr standen Ryan, Andrew, Harris und weiter weg sogar Edna, die jedoch keinen sonderlich glücklichen Gesichtsausdruck hatte.
„Wa-wa-was macht ihr denn hier?“
„Ich habe ihnen alles erzählt.“ Antwortete ihm Andrew und zwängte sich an Tara vorbei.
„Bevor ihr alle reingeht, möchte ich alleine mit Matt sprechen.“ Wandte er sich an die anderen, welche daraufhin überrascht waren.
„Hey, wieso das?“ Fragte der dunkelrothaarige, große Harris etwas säuerlich.
„Es gibt da ein paar Dinge, die ich klären muss. Private Dinge.“ Sagte Andrew schroff und ging an Matt vorbei ins Haus. Dieser sah Andrew nicht minder irritiert als seine Freunde hinterher.
„Ist das okay für euch?“ Brummte Matt dann.
„Mach du nur.“ Spielte Harris den Beleidigten und ging zu Edna, die sich an die graue Wand der Garage lehnte.
„Okay, wartet kurz hier.“
Matt schloss die Tür und folgte Andrew ins Wohnzimmer, wo dieser bereits vor der Terrassentür stand und in die Ferne starrte.
„Woher kennst du Tara und die anderen überhaupt?“
Matt stand beim Sofa und ärgerte sich darüber, dass Andrew sich nicht mal umdrehte, als er anfing zu reden.
„Hab’s von Amarou... er hat euch zusammen beim Abhängen beobachtet und meinte, sie wären die einzigen, denen du vertraust.“
„Pffff...“ Reagierte Matt verächtlich, da ihm die Leute vor der Tür - außer Tara - relativ egal waren. Zumindest glaubte er das.
„Hast du ihnen alles erzählt?“
„Ja. Ist das schlimm?“ Fragte Andrew tonlos.
„Sag mal spinnst du?!“ Fuhr ihn Matt nun an und wanderte um das Sofa herum, bis er hinter ihm stand. „Was soll das? Hättest du mich nicht vorher fragen können?!“
Nun drehte sich Andrew endlich um und sah seinem Freund kalt in die Augen.
„Dir ist schon klar, dass du jede Hilfe brauchen wirst?“
„Aber doch nicht von denen!“
„Gut, dann schick sie wieder nach Hause.“ Andrew verschränkte die Arme. „Und erkläre ihnen, wieso du sie nicht dabei haben willst.“
„Also warte mal, das-“ Matt wich zurück.
„Dann beschwer dich nicht. Das Mädchen, diese Tara, hat mir erzählt, was ihr widerfahren ist.“ Andrew wandte sich von Matt ab. „Der Feind hat sie entführt, aber wieder freigelassen. Weil sie nutzlos für sie ist, deswegen wollen sie dich.“
„Warum wurde gerade Tara entführt? Wenn die doch mich wollten?“
„Ich weiß es nicht genau. Aber muss sich um eine Art Verwechslung gehandelt haben.“ Andrew schloss die Augen und dachte kurz nach, bevor er sich wieder zu Matt umdrehte.
Dieser sah ihn etwas hilflos an.
„Aber über sie wollte ich mit dir reden.“
„Über Tara? Warum denn?“ Matt wurde etwas rot.
„Wir wissen nicht, warum der Feind sie wollte. Deswegen müssen wir um jeden Preis beschützen, verstehst du? Ihr darf nichts geschehen.“
„Das sehe ich genauso!“ Pflichtete Matt ihm nickend bei.
„Und was die anderen angeht... nimm’s mir nicht übel...“ Jedoch sprach Andrew dann nicht weiter. Matt wollte wissen was er meinte und sah ihn unsicher an.
Andrew lief etwas Schweiß übers Gesicht, anscheinend rang er mit sich selbst.
„...du wirst Kanonenfutter brauchen...“
„Wa-hö?“ Doch langsam verstand Matt. „Kanonenfutter? Heißt das, die anderen...?“
„Ja. Sie sollen für dich kämpfen. Deswegen habe ich sie mitgebracht, damit sie dich beschützen.“
„Aber-aber...“
Andrew sah Matt an und legte seine Hände auf dessen Schultern. Dann zog er ihn ganz nah zu sich.
„Sie wissen, worauf sie sich da einlassen. Sie tun es freiwillig. Niemand, wirklich niemand darf dich in die Hände kriegen.“
„Aber wieso?“ Wimmerte Matt, der seine Probleme damit hatte, das Opfer seiner Freunde zu verstehen. Jener Freunde, die ihm eben noch so gleichgültig waren.
„Du bist besonders, etwas dass die wollen. Mit dir können sie ungeahnte Dinge tun, und das darf nicht passieren.“
„Warum ich?“ Wollte Matt nun wie erstarrt wissen.
„Das weiß ich leider nicht, aber unsere Spione konnten eben herausfinden, dass sie dich wollen.“ Andrew nahm Matt in den Arm und streichelte seinen Kopf. Dem schien das nicht unangenehm zu sein, im Gegenteil er drückte sich enger an seinen Freund.
„Ich kann nicht mit dir gehen. Du musst dich auf deine Freunde verlassen, verstehst du?“
„Warum?“
„Meine Dienste werden für etwas anderes benötigt, etwas, das ebenso wichtig ist wie dein Leben. Es tut mir leid, dich wieder alleine lassen zu müssen...“ Beide Jungs fühlten in ihrem Inneren eine große Traurigkeit, doch keiner wollte es dem anderen zeigen.
Schließlich lösten sich die beiden voneinander und sahen sich an.
„Kannst du das tun? Kannst du alleine die drei Säulen finden und den Menschen eine bessere Zukunft ermöglichen?“
Matt nickte und unterdrückte Tränen, die in seinen Augen brannten.
Es war so schwer für ihn, seine Gefühle noch länger zu unterdrücken. Die ganze Zeit über, ja wenn nicht sogar sein ganzes Leben, hatte er Angst gehabt. Angst vor allen Problemen. Und auch jetzt war dies nicht anders, doch wollte er kein Feigling sein.
„Gut. Ich danke dir... holen wir die anderen und besprechen die weiteren Details?“ Erneut nickte Matt knapp.
Er entfernte sich langsam von Andrew, ohne ihn dabei aber aus den Augen zu lassen und ging wieder um das blaue Sofa herum zum Flur und öffnete die Tür.
Draußen warteten Edna, Harris, Tara und Ryan bereits ungeduldig.
„Matt, du siehst ja ganz blass aus.“ Sagte Ryan besorgt.
Harris gesellte sich neben ihn und machte ein angestrengtes Gesicht.
„Gab’s Streit?“
„Nein...“ Wich Matt aus und bemerkte dabei einen wütenden Blick von Edna, den er jedoch trotzig ignorierte.
„Kommt rein, es gibt Pläne zu schmieden...“
Nach und nach trotteten die Wartenden an ihm vorbei ins Haus. Nachdem alle drinnen waren, schloss Matt die Tür und folgte ihnen ins Wohnzimmer.
Dort sah er, dass Andrew es sich auf der Flügelseite des Sofas allein bequem gemacht hatte, während Ryan, Harris, Tara und Edna sich nebeneinander gesetzt hatte.
Er entschied, sich zu Andrew zu setzen und sah danach die vier abwechselnd an.
„Also... ihr wisst alles?“
„Ja.“ Gab Tara fröhlich von sich. „Mach dir keine Sorgen, wir werden dich nicht im Stich lassen.“
„Danke.“ Sagte Matt etwas schwermütig. „Hat jemand ne Idee, wie wir nach Camalar kommen?“
Harris sah abwartend Edna an, doch die machte einen auf Ignorant. Ryan tuschelte mit Tara etwas über Flugzeuge und Helikopter, aber die beiden verstummten schnell, als sie Matts angepisstes Gesicht sahen.
„Niemand hat einen handfesten Plan?“ Beschwerte er sich und knallte seine Hände auf die Oberschenkel.
„Nicht mal du, Andrew?“ Fragte er dann seinen Freund neben sich.
„Ich muss dich enttäuschen.“ Andrew sah zur Seite, auf die Terrasse. Daraufhin stöhnte Matt und vergrub sein Gesicht in die Hände. „Na prima...“
„Matt, wir wissen doch nicht einmal, wo sich diese fliegende Stadt befindet.“ Sprach Tara und kräuselte die Stirn. „Vielleicht wissen die großen Fluggesellschaften ja was?“
Angespanntes Schweigen trat ein. Alle sahen Tara an, die langsam nervös wurde und sich hin und her wendete. „Hab ich was Falsches gesagt?“
Harris legte seine Hand auf ihre Schulter. „Tara - eine fliegende Himmelstadt aus einer anderen Welt wird bestimmt nicht in einem Reisekatalog zu finden sein...“
„Oh richtig...“ Das blonde Mädchen ließ peinlich berührt ihren Kopf hängen.
„Wir haben sowieso keine Chance sie zu finden.“ Meldete sich Ryan. „Die Stadt wechselt sicher ständig ihre Position. Als Schutz sozusagen... würde ich jedenfalls an deren Stelle machen, wenn ich nicht gefunden werden will.“
„Außerdem muss sie über andere Schutzmechanismen verfügen.“ Harris sah Ryan an, welcher nickte. „Denn sonst hätte man sie schon lange entdeckt.“
„Und was machen wir jetzt?“ Tara wandte sich an Ryan und Harris, doch beide schüttelten unwissend den Kopf
„Lasst uns alle mal genau nachdenken!“ Matts Worte hörten sich fast schon wie ein Befehl an.
Mehrere Minuten vergingen, in welchen sich die Jungs und Mädchen Gedanken machten, Tara zupfte hibbelig an ihren Haaren, Harris hatte die Arme verschränkt und sein Bein über das andere gelegt, Ryan saß mit geschlossenen Augen da und Edna machte den Eindruck, als wenn sie schnell weg wollte.
Matt sah zu Andrew, der abwesend wirkte.
„Man, denkt mal etwas schärfer nach, es geht hier um Sophies Leben!“ Raunte Matt dann verärgert und ließ die anderen mit seinem Ton aufschrecken. Dabei war er aufgesprungen.
Andrew sah nun hoch zu ihm und dachte, dass Matt seine Freunde nicht so behandeln sollte, blieb aber still und sah sich die getroffenen Gesichter der anderen an.
„...und wenn wir versuchen, Sophie auf eigene Faust zu retten?“ Schlug Harris plötzlich kleinlaut vor.
„Wie stellst du dir das vor?!“ Fuhr Edna, die bisher nicht ein Wort gesagt hatte, ihn furchtbar laut an. Sie sprang wütend auf und fuchtelte wild mit den Händen rum, ließ dabei endlich ihre Gedanken zum Thema freien Lauf.
„Stellt euch vor was passiert, wenn eine solche Aktion schief geht?! Und überhaupt, wie konntet ihr nur so dumm sein, in so eine Situation rein zu geraten?!? Habt ihr vorher überhaupt über die Konsequenzen nachgedacht?!“ Dabei sah sie besonders Matt scharf an, der ihrem Blick böse trotzte.
„Sind denn hier alle von guten Geistern verlassen?! Tara, erst lässt du dich auf so eine Dummheit mit dem Treffen ein und wirst dabei fast entführt, und jetzt willst du denen helfen?!“ Hilflos sah Edna ihre Freundin an, die mucksmäuschenstill mit den Augen klimperte.
„Beruhig dich...“ Bat Harris, der neben ihr gesessen hatte und stand auch auf, aber als er sie berühren wollte, schlug sie seine Hand weg.
„Ich beruhige mich nicht!!! Diese ganze Geschichte ist so verdammt bescheuert, bin ich denn die einzige, die sich Gedanken macht?!“ Sie wanderte um den Glastisch herum und stellte sich vor Matt.
„Du hast Tom gesehen, oder? Hast du doch! Wie kannst du so einer Person wie diesem Professor helfen wollen?!? Schalt gefälligst die Polizei, das FBI oder sonst was ein! Das ist ein Verbrecher!!!“ Befahl sie und zeigte mit dem Finger auf ihn.
„Jetzt hör mal zu! Ich kann Sophie nicht unnötig in Gefahr bringen...“
„Aber uns?!“
„Edna wir sind freiwillig hier, hast du das vergessen?“ Sie drehte sich um und sah Harris eingeschüchtert an. Langsam erkannte sie, dass sie hier keine Verbündeten finden würde. Doch etwas in ihr zwang sie, weiter zu reden. Edna setzte einen entschlossenen Blick auf und sah sich in der Runde um.
„Habt ihr daran gedacht, dass ihr vielleicht reingelegt werden könntet?“ Fuhr sie mit normaler Stimme fort. „Wisst ihr, ob dieser alte Sack die Wahrheit gesagt hat? Und ob er sein Versprechen halten wird?“
Keiner sagte etwas dazu, weshalb Edna die Lautstärke ihrer Stimme etwas anhob. Zumindest das sahen sie also ein, dachte sie beruhigter, dennoch war sie stinksauer.
„Schön, selbst wenn wir also das tun, was der Professor verlangt und er sein Wort hält... Matt können wir nicht mitnehmen!“
„Warum das denn nicht?“ Die genannte Person klang darüber gar nicht erfreut. Das schwarze Mädchen wandte sich an ihn und kam mit ihrem Zeigefinger seinem Kinn sehr nah.
„Schon vergessen, dass man hinter dir her ist?“
„Genau!“ Pflichtete Tara ihr nun endlich bei. „Matt, vielleicht wäre es das Beste...“
„Vergiss es!“ Maulte der und ließ sich ins Sofa fallen.
„Ich vergesse hier gar nichts!“ Kreischte Edna nun so laut, dass ihre Stimme nicht ganz mithalten konnte. Wütend stampfte sie auf den Boden und sah sich ziellos um.
„Das geht mir langsam auf die Nerven...“ Murmelte Andrew zu Matt, welcher nickte.
„ACH!“ Das hatte die Ruhestörerin gehört. „Du bist doch hier der, der alles weiß und nichts sagt! DAS geht mir auch auf die Nerven! Ich will hier lediglich die anderen vor Gefahr schützen, Mister-ach-so-cool!“
„Edna beruhig dich doch endlich...“ Bat Harris nervös, doch fing sich einen vernichtenden Blick ein.
„Ich werde zur Polizei gehen, damit ihr’s wisst! Ich hab die Schnauze voll...“ Zischte sie und stürmte um das Sofa herum, mit dem Ziel, das Haus der Summers zu verlassen.
Harris eilte ihr hinterher und hielt vor der Haustür ihren Arm fest.
„Lass mich!!!“ Mit ihrer freien Hand, versuchte sie nach ihm zu schlagen.
„So hab ich sie noch nie erlebt...“ Sagte Tara besorgt zu Ryan, welche das Drama auf dem Flur beobachteten. Beide standen vom Sofa auf und gingen zu den Kämpfenden.
Harris hatte alle Mühe, nicht von ihren Schlägen getroffen zu werden.
„Ist bald... mal gut...?“ Presste er dabei hervor.
„NICHTS ist gut, GAR NICHTS!“
Auch Matt und Andrew hatten sich hinter Tara und Ryan aufgestellt.
„Ihre Nerven kommen mit dem Druck nicht klar...“ Sagte Andrew eher gefühlskalt zu den anderen. „Wir müssen sie beruhigen, ehe sie etwas Dummes tut. Wenn sie etwas der Polizei verrät, kann das schlimme Folgen haben.“
„Wie sollen wir sie denn beruhigen?“ Ryan drehte sich fragend zu Andrew um.
„Ein Duell...“
„Ein Duell?“ Wiederholten die anderen drei völlig perplex.
„Wenn wir ihr eine faire Chance geben, ihre Ideen durchzusetzen, kühlt sie das vielleicht etwas ab. Wenn sie gewinnt, setzten wir ihren Plan um, andernfalls machen wir wie geplant weiter...“ Sprach er im Gedanken versunken. „Denn eine richtige Lösung gibt es nicht.“
((Das ist doch lächerlich! Andererseits... wenn wir wirklich nichts tun können, vielleicht hat Edna ja Recht... aber...)) Matt verzog das Gesicht. Dann atmete er tief durch. „Okay, machen wir es so! Ich werde...“
„Nein.“ Widersprach Andrew und packte ihn an der Schulter. „Lassen wir es ihn tun.“
Der schwarzhaarige Junge zeigte auf Harris, der Ednas Arme nun von hinten festhielt. Sie ging in die Knie und schrie und schrie.
„Wird sie sich überhaupt darauf einlassen?“ Überlegte Ryan.
„Wenn wir ihr gut zureden...“ Tara war sich dessen sicher.
Sie ging zu ihrer Freundin und bückte sich hinab.
„Hey Edna, hör mal zu...“ Sagte sie sehr leise, sodass es erst schien, als hätte Edna sie nicht gehört. Allerdings war sie jetzt still.
Langsam hob sie ihren Kopf und sah Taras mütterliches Gesicht, wobei ihr einige blonde Strähnen über die Augen lagen.
„Was du sagst, deine Sorge und all das... ist keinesfalls verkehrt. Lass ein Duell entscheiden, welchen Weg wir gehen werden. Bist du damit einverstanden?“
„Wieso?“ Krächzte ihre Freundin, deren Stimme sehr gelitten hatte. „Ihr seid euch doch eh alle einig!“
„Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht irren. Keiner von uns weiß, mit welchem Weg wir mehr Erfolg haben werden. So eine Art 50-50 Chance, weißt du? Dein Einwand ist korrekt, deswegen hilft und das, die Sache zu entscheiden.“ Tara kam sich etwas komisch vor, so zu reden. Denn sie glaubte eigentlich nicht wirklich an Ednas Idee und auch nicht an den Sinn des Duells, aber aus Sorge machte sie das mit.
„Tzzzzz... wie dumm, das Schicksal von einem Duell abhängig zu machen.“ Pfiff Edna verächtlich und sah grinsend weg. Tara musste schmunzeln.
((Find ich auch, was kümmern sich denn alle um die Wutanfälle dieser dummen Schnalle?)) Dachte Matt sich seinen Teil und schnaubte.
„Machst du mit?“ Fragte Tara Edna und reichte ihr die Hand.
Diese wurde erst nach einigem Zögern angenommen. „Von mir aus...“ Säuselte Edna und war innerlich froh, doch etwas erreicht zu haben. „Wer soll spielen?“
„Hmm... du und Harris.“ Antwortete Tara auf ihre Frage hin.
„Wie, ich?“ „Er?“ Dass beide gleichzeitig erstaunt reagierten, brachte Tara zum Grinsen.
„Ja, ihr! Los, ab auf die Straße mit euch!“
Das Mädchen zischte fröhlich an den beiden vorbei und öffnete die Tür mit einer einladenden Verbeugung.

Es dauerte nicht lange und schon fanden sich Jungs und Mädchen auf der Straße wieder.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Matts Heim gab es keine Häuser, nur eine hohe Mauer. Darüber konnte man das Meer sehen, weit weg sogar den Hafen mit seinen Booten und Yachten.
Eine angenehme Brise wehte von dort herüber.
Matt, Ryan und Tara hatten sich auf den saftig grünen Grasen vor dem Haus von Matt gesetzt, direkt unter einer rotorange karierten Decke, die Matt ausgelegt hatte, damit keine Grasflecken entstanden.
Andrew zog es vor zu stehen und wartete etwas abseits der anderen mit verschränkten Armen auf den Start des Duells.
Edna und Harris hatten bereits den passenden Abstand zueinander, aber keiner von beiden schien wirklich konzentriert.
Harris mit dem Sichtfeld in Richtung des Meeres, welches er traurig ansah, fummelte nervös an seinen Fingern rum und ließ sie knacken. Edna hatte eher den Blick auf die Häuser, die sich gegen Ende der Straße erhoben. Es ging leicht abwärts, da diese Straße weiter hinter ihr bei einer Anhöhe endete, bei der es um eine Kurve ging.
„Fangen wir an.“ Bat sie dann ziemlich förmlich.
„Ja... tun wir’s...“

[Edna: 4000LP Harris: 4000LP]

„Ist das wirklich eine gute Idee?“ Fragte Ryan, der den beiden beim Aktivieren ihrer Dueldisks zusah. Tara saß zwischen den beiden Jungs und überlegte.
„Nun... es ist eben eine Entscheidungshilfe...“
„Es ist doch schon entschieden! Wir suchen Camalar! Nix mit Polizei!“ Matt machte seinem Ärger Luft.
„Krieg dich ein, wart erstmal ab, was passiert.“ Rief Andrew ihm jedoch zu.
„Pah! Macht doch was ihr wollt!“ Stieß Matt daraufhin gleichgültig hervor und konzentrierte sich auf das Duell, das gerade begann.
„Ich bin mal so frei und fange an!“ Sagte Harris und zog sechs Karten von seinem Deck.
„Hey, Mädchen können sich ja nie zwischen zwei Dingen entscheiden, wie sieht es dann erst aus, wenn sie aus fünf Karten eine wählen müssen? Qual der Wahl!“
Mit einer Zauberkarte zwischen seinen Fingern, erschienen hinter Harris die Abbildungen von fünf Monsterkarten in einer Reihe, vier normale und ein Effektmonster, welches die Mitte darstellte.
„Edna, du musst nur eine der fünf Karten hier von meinem Deck auswählen, die anderen lege ich auf den Friedhof, während ich die Karte deiner Wahl behalte. Komm schon, so schwer ist das nicht.“ Erklärte er danach heiter, als er ihren mürrischen Blick sah.
„Hmpf, du und dein Machogehabe gehen mir auf den Geist. Das sind doch die fünf Exodiakarten... bei dem, was du vorhast, spielt es eh keine Rolle, welche ich auswähle.“ Abwertend zeigte sie mit dem Finger auf die Karte rechts außen.
Harris nahm sich das Rechte Bein der Verbotenen auf die Hand und legte die anderen vier Karten auf den Friedhof.
„Super, ich aktiviere jetzt noch Elegante Wohltäterin und ziehe drei Karten, wobei ich anschließend wieder zwei auf den Friedhof legen muss.“ Nachdem er die drei neuen Karten in der Hand hielt, legte er zwei Karten wieder ab, darunter das Rechte Bein der Verbotenen. Stolz starrte er auf die Karten in seinem Friedhof.
„So will ich das! In der ersten Runde schon mein Lieblingsmonster beschwören, und zwar Exodia Necross! Dazu brauch ich nur noch meine Zauberkarte Vertrag mit Exodia ausspielen, während alle fünf Teile der Exodia auf meinem Friedhof liegen!“
Als er die Zauberkarte in den mittleren Schacht seiner Dueldisk eingelegt hatte, erschien ein schwarzer Gigant vor ihm. Arme und Beine waren angekettet, doch die massive, ägyptisch orientierte Rüstung und die Muskeln des Monsters ließen keinen Zweifel an seiner Macht aufkommen.
„Exodia Necross (ATK/1800)!“ Staunte Ryan mit großen Augen. „Die wird sehr selten gespielt.“
„Weil die Exodiateile so selten sind.“ Murmelte Tara fröhlich.
„Was ist das denn?“ Matt zeigte auf einen eisigen Wirbelwind, der sich vor Edna auftat.
Jener Sturm wurde langsam stärker, Schneeflocken tanzten wie wild um ihn herum. Kurz erbebte die Erde, als eine drachenähnliche Gestalt mit bläulicher Haut aus dem Boden hervor brach und mit seinen Schwingen gnadenlos den Wind verstärkte.
„Was hast du denn da schön hässliches aus dem Ärmel gezaubert?“ Scherzte Harris.
„Das ist Dracheneis (ATK/1800)! Du hast spezial beschwört, und wenn das passiert und er sich auf meiner Hand oder dem Friedhof befindet, kann ich ihn zum Preis einer Handkarte rufen. Dabei darf ich sogar ihn selbst aus meiner Hand abwerfen!“ Edna fuhr sich durch ihr schwarzes Haar und festigte ihren Blick.
„Du meinst es ernst, was?“ Harris verlor einen Augenblick lang seine Unbeschwertheit und wurde, untypisch für ihn, sehr konzentriert. Er legte eine Karte von seiner Hand in die Dueldisk ein, welche sofort verdeckt vor seinen Füßen lag.
„Gut, leicht werde ich es dir nicht machen.“ Sagte er und lächelte verschmitzt. „Leg los!“
„Wie du willst!“ Mit Schwung bereicherte sich Edna um eine Karte und sah diese an. Ihr Blick verzog sich böse, denn sie hatte nicht vor, ihre Freunde in Gefahr zu bringen.
Es erschien ihr in der Tat kindisch, mit Duel Monsters eine so wichtige Entscheidung zu treffen, doch genau damit konnte sie ihr Selbstbewusstsein zurückgewinnen.
Damals, als sie im Einkaufszentrum gegen Nero gespielt hatte, hatte sie verloren. Was dort geschah, brannte seither in ihren Gedanken und ließ sie nicht los. Nicht noch mal würde sie schwach sein!
„Du wirst dich wundern, Harris!“ Mit ihrer ruhigen, entschiedenen Art erstaunte sie die anderen.
„Die schenken sich nichts!“ Staunte Ryan und sah rüber zu Andrew, von dem er sofort einen schlauen Spruch erwartete. Und er sollte nicht enttäuscht werden.
„Es ist weniger die Situation selbst, die Edna hier zu bekämpfen scheint. Ich habe bei ihr das Gefühl, dass sie auch darum kämpft, wieder... wie drücke ich das aus?“ Er überlegte einen Moment. „Ja, sie kämpft um wieder unbeschwert sein zu können. Man muss bedenken, ihre Rolle in den aktuellen Geschehnissen ist nebensächlich. Das Mädchen versucht, sich zu beweisen. Edna will stark sein.“
„Aber Edna ist doch immer unser Fels in der Brandung.“ Antwortete Tara bedrückt.
„Sich hilflos zu fühlen ist aber etwas, das sie nicht ertragen kann.“ Alle schauten überrascht zu Matt, welcher dies von sich gegeben hatte. „Sie musste Toms Leid sehen, Taras Entführung miterleben und dann erfährt sie auch noch von unserem Einbruch. All das hat sie fertig gemacht und nun will sie mit allen Mitteln verhindern, das noch etwas dergleichen passiert, ohne dass sie etwas tun kann.“
Tara sah Matt schon fast bewundernd an, aber er ignorierte es und sah dem Duell weiter zu. Edna hatte gerade den Blizzarddrachen (ATK/1800), einen blauweißen, schlanken Drachen gerufen, dessen Schwingen mit Eis überzogen waren.
„Ich denke, sie tut das, damit es ihr besser geht.“ Schloss Matt ab.
„Genau das denk ich auch.“ Stimmte ihm Andrew mit etwas Stolz in der Stimme zu. Dabei dachte er zufrieden, ((Manchmal hat er eben doch seine guten Momente.)), und sah Matt an.
Zurück beim Duell, zeigte Edna eine Spielfeldzauberkarte vor.
„Zeit für eine Abkühlung! Icicle Kingdom!“
Mit einem Schlag wurden die Straße und die Häuser mit einer dicken Schneeschicht überzogen, und der Himmel wurde grau. Mit einem lauten Surren schossen nach und nach Eiszapfen aus dem Boden, den Wänden der Häuser, gar aus der Mauer auf der rechten Seite. Sie waren so dicht beieinander, dass das ganze Duellfeld wie ein dachloser Palast aus Eiszapfen aussah.
„Nette Effektshow, und was bezweckst du damit?“ Fragte Harris Edna gut gelaunt.
„Oh, schau selbst!“
Dracheneis und Blizzarddrache neigten ihre Köpfe zueinander und sahen sich an. Beide öffneten ihr Maul und hauchten einen eisigen Odem in eine Lücke zwischen den beiden. Aus diesem entstand eine Eisskulptur, die kurze Zeit darauf zerbrach und ein reales Monster preisgab.
Keine Geringe, als eine Priesterin in blauweißer Robe gab sich die Ehre. Ihr Mund war durch ein blaues Tuch bedeckt. Mit einem langen Schneeflockenzepter in der Hand, ließ sie einen Schneesturm entstehen, der ihr blondes Haar durchwehte.
„Das ist eines ihrer Lieblingsmonster, Ice Master (ATK/2500 zu 1250)!“ Staunten Tara und Matt. Letzter wunderte sich, wo es her kam und warum es geschwächt war.
Schon rückte Edna mit der Erklärung raus. „Wasser-Monster sind der Schlüssel. Sollte deren gesamte Stufe auf dem Spielfeld höher sein als ein Wasser-Monster in meiner Hand, darf ich dieses als Spezialbeschwörung mit halber Angriffskraft beschwören! Dies geht einmal pro Zug!“
„Ich weiß, was sie vorhat!“ Meldete sich Ryan aufdringlich. „Mit dem Ice Master legt sie eine Eis-Zählmarke auf Exodia Necross, opfert dann den Ice Master, damit alle Karten mit Eis-Zählmarken zerstört werden!“
„So kann selbst Harris’ als schwer zu zerstören geltende, schwarze Exodia vernichtet werden, da nur Monstereffekte sie bezwingen können!“ Fügte Matt noch hinzu.
„Los Ice Master!“ Schrie Edna und das Schneetreiben wurde stärker.
Während sich ein wahrer Wirbelsturm aus Schneeflocken um die Priesterin bildete, schoss diese mit ihrem Zepter ein kleines Symbol ab, welches sich auf dem Kopf der Exodia Necross festsetzte und dort als fünfzackige Schneeflocke zu erkennen war.
Danach löste sich die schöne Eismagierin auf. Exodia Necross wurde ohne Vorwarnung von dem Schneesturm attackiert und erstarrte darin zu Eis. Man hörte das Schnipsen von Fingern, welches von Edna kam, und das Eis zerbarst in tausende Stücke.
Allerdings stand Exodia Necross unberührt da. Stattdessen räusperte sich Harris und deutete grinsend auf seine aufgedeckte Schnellzauberkarte.

[Edna: 4000LP Harris: 2500LP]

„Denkst du, ich lasse meine Lieblingskarte so leicht im Stich? Irrtum, liebe Edna! Durch Mein Körper als Schutzschild kann ich für 1500 Lebenspunkte ihre Vernichtung stoppen!“
Edna rümpfte die Nase und blickte weg.
„Dann muss es eben anders gehen!“
„Was will sie tun? Ihr mächtiges Monster ist weg.“ Wunderte sich Ryan.
„Ich spiele Freezing Breath!“ Verlautete Edna und aktivierte einen Schnellzauber.
Dracheneis erhob sich in die Luft und hauchte einen eisigen Odem über das gesamte Spielfeld. Blizzardrache schütze sich durch seine eisigen Schwingen, aber dennoch hingen nun einige Eiszapfen an seinem Körper.
Weniger gut kam Exodia Necross weg, welche durch den Frost fast völlig erstarrte und durch eine dünne Eisschicht glänzte.
„Was hast du getan?“ Fragte Harris verwundert, als er sah, wie sich Dracheneis auflöste.
„Die Effekte aller Monster ausgeschaltet... zumindest für diesen Zug, dafür muss ich jedoch ein Wasser-Monster mit mindestens 5 Stufensternen entbehren. Aber das ist es mir wert!“ Edna sah sehr überzeugt aus. Trotzdem würde sie jetzt etwas Glück brauchen, doch selbst wenn nicht... sie war im Vorteil!
„Hibernation!“ Nannte sie ihre letzte Handkarte, einen Zauber, auf dem ein Des Wombat schlafend in einer Höhle abgebildet war. „Der Winterschlaf hält Einzug! Wir ziehen beide eine Karte, und solltest du ein Monster ziehen, rufst du es auf!“
„Wie du willst!“ Lachte Harris und zog.
Kurz darauf strahlte er. „Los, Schatten-Leichenfledderer (ATK/1600)!“
Ein grünlicher Ghoul, aus dessen Körper viele rote Augen ragten, krabbelte auf vier Beinen vor Harris hin und her und fuchtelte mit seinen zwei klauenbesetzten Armen wild durch die Gegend. Aus seinem runzeligen Maul hauchte weißer Atem, plötzlich brach es zusammen und lag schlafend am Boden.
Schatten-Leichenfledderer (ATK/1600 zu 0)
„Oh, was zum-?“
Gleichzeitig steckte Edna zufrieden ihre Handkarte in den Friedhofsschacht und ließ Dracheneis (ATK/1800) vor sich erscheinen.
„Wo sind die Punkte meines Monsters hin? Und wieso kriegt es keinen Powerbonus von 100 Punkten für jedes Monster auf meinem Friedhof?“ Harris war sichtlich verwirrt. Edna verdrehte die Augen.
„Denkst du, du kriegst das Monster einfach so? Wenn ein Monster Winterschlaf hält, ist es logischerweise wehrlos... und Freezing Breath wirkt auch auf Monster, die nach der Aktivierung beschworen wurden. Pech also!“
„Heh, du bist ja ganz schön verbissen.“ Edna ignorierte Harris jedoch.
„Blizzarddrache hat jetzt die Ehre, deine Exodia Necross ins Grab zu bringen!“ Maulte sie stattdessen und schwang ihren Arm aus. „Los!“
„Nicht so hastig, das wird ein einseitiger Kampf! Die schwarze Exodia kann nicht im Kampf bezwungen werden!“
„Kann sie wohl!“ Protestierte Edna.
Wie ein Pfeil schoss der Drache auf den Koloss zu, welcher mit seinem steifen Arm nicht richtig zum Schlag ausholen konnte. Der Blizzarddrache rauschte direkt in die Brust von Harris’ Monster und löste eine Explosion aus, die beide mitriss.
„Unglaublich! Sie hat es geschafft!“ Staunte Tara mit offenem Mund.
„Ist doch klar, der Effekt der Exodia Necross war ja eingefroren.“ Matt war weniger angetan von dem Spektakel.
„Los Dracheneis, jetzt du!“ Edna war voll bei der Sache.
Ihr Monster flog zu dem schlafenden Ghoul und schlug mit der Faust auf ihn ein, bis er in seine Einzelteile zersprang.

[Edna: 4000LP Harris: 700LP]

„Whoa, du heizt mir ganz schön ein.“ Lachte Harris und wischte sich mit seinem Arm über die schwitzende Stirn.
„Zug Ende!“ Die Eiszapfen begannen zu leuchten, als Edna ihren Zug beendete.
Harris schreckte noch kurz zurück, doch schon rammten sich rings um ihn herum Eisspitzen aus dem Boden, die ganz nah an seinen Hals herankamen. Dracheneis löste sich in Wasser auf und verteilte sich über den Boden.

[Edna: 4000LP Harris: 0LP]

„Och nein...“ Harris guckte wegen dem plötzlichen Ende des Duells dumm aus der Wäsche.
„Oh doch! Icicle Kindoms zweiter Effekt besagt, dass ich in der End Phase, wenn ich nur ein Wasser-Monster habe, dieses opfern und dir die Hälfte seiner Verteidigung von den Lebenspunkten abziehen kann!“ Triumphierend stemmte Edna ihre Hände in die Hüften. „Das war’s!“
Mit einem unbeschreiblich guten Gefühl sah sie zu, wie sich die Eiszapfen aus dem Boden und den Wänden zurückzogen. Der graue Himmel wurde wieder zu jenem friedlichen Blau.
Das schwarze Mädchen wandte sich um und sah zuerst zu Andrew, dann zu den dreien die auf der Decke saßen.
Harris hatte sich bereits in ihre Richtung bewegt und ließ sich neben Ryan auf die Decke fallen. Er nahm die Dueldisk von seinem Arm und legte sie auf den Rasen neben ihm.
„Sorry Leute, Edna war einfach zu hart für mich.“ Entschuldigte er sich etwas kleinlaut. Edna selbst bewegte sich nun auch auf ihre Freunde zu. Harris sah sie frustriert, aber irgendwie auch glücklich an. „Mich in einem Zug platt zu machen hat noch nie jemand geschafft.“
Matt ließ enttäuscht den Kopf auf seine Brust kippen und neigte ihn dann zu Tara. Diese sah etwas unglücklich aus, obwohl sie versuchte zu lächeln.
„Hast du toll gemacht, einsame Spitze.“ Lobte sie ihre Freundin, als diese ankam.
„Ja!“ Stimmte Ryan ihr begeistert zu und sprang auf. Fast schon euphorisch griff er nach ihrer Hand und schüttelte sie, was dem Mädchen unangenehm war. „So etwas hab ich noch nie gesehen!“
„Komm wieder runter.“ Murmelte Harris stinkig.
„Edna, geht’s dir besser?“ Fragte Tara und sah das ernste Gesicht ihrer Freundin an. Die zuckte mit den Schultern.
„Ja, ein bisschen. Fühlt sich gut an zu wissen, dass ich doch noch etwas drauf hab...“
Matt sah weg. Hilflos blickte er in Andrews Augen, der jedoch mit dem Kopf schüttelte.
„Wann willst du die Polizei informieren?“ Richtete er seine Frage dann niedergeschlagen an Edna.
Diese schwieg kurz.
„Gar nicht.“
Matt war so überrascht, dass er dabei nicht einmal mitbekam, wie Edna anfing zu kichern.
„Guck nicht so. Okay, ich fände es zwar wirklich besser, wenn wir professionelle Hilfe einschalten würden... aber jetzt ist mir klar geworden, dass ihr das selbst entscheiden solltet.“
„Wie kommt es denn dazu?“ Fragte Ryan, der nicht ganz so glücklich schien wie Matt oder Tara, und setzte sich wieder auf die Decke.
Edna ging vor den vieren in die Hocke. Dabei machte sie ein glückliches Gesicht.
„Ich habe meine innere Stärke verloren, als dieser Nero mich auseinander genommen hat. Angst vor allem zu haben ist nicht der Weg, der in eine gute Zukunft führt. Man muss sich dem Leben stellen. Ihr habt euch sofort gestellt, obwohl ihr es gar nicht hättet tun müssen... nur für mich.“
„Du meinst, wir sollen die Dinge selber anpacken, wenn wir was verändern wollen?“ Tara überlegte, ob sie dies in ihrer Situation überhaupt konnten.
„Ja, genau das.“ Edna kniff ihre Augen zusammen und strahle, bevor sie eine reumütige Miene aufsetzte. „Tut mir leid, dass ich so ausgerastet bin.“
„Vergeben und vergessen.“ Jubelte Tara und fiel einer überraschten Edna in die Arme. Diese streichelte ihr über den Rücken wie eine Mutter ihrem Kind.
Dabei sah sie die Jungs an.
„Werden wir selbst gehen?“ Fragte sie jene ernst. Außerdem ist ihr etwas während des Duells klar geworden. ((Dieser Nero... wenn ich mit ihnen gehe, finde ich vielleicht heraus, wer er ist.))
„Ja.“ Antworteten Matt, Andrew und Harris gleichzeitig. Ryan nickte, als er bemerkte, dass er wohl keine Wahl hatte.
„Aber wir haben immer noch keinen Plan, wie wir nach Camalar kommen.“ Meinte Edna dann nachdenklich.
„Wird alles noch...“ Sagte Harris optimistisch. „Wir schaffen das schon.“


Turn 123 - The idea
Immer noch planlos, wie man nach Calamar gelangen könnte, hatte Matt eine Idee. Man könnte George fragen, ob dieser nicht ein paar Recherchen für sie erledigen könnte. Doch dieser zeigte sich wenig kooperativ. Andrew jedoch wollte mit ihm alleine sprechen, und...

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Zuletzt aktualisiert: 30. Nov, 21:46

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